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Interview mit Carsten Sass (Leiter Vertrieb Deutschland) und Klaus Feike (Leiter Vertrieb Großkunden bei Volkswagen Nutzfahrzeuge) in Hannover

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Flottenmanagement: Herr Sass, seit nunmehr zehn Jahren verantworten Sie den Gesamtvertrieb Volkswagen Nutzfahrzeuge in Deutschland. Wie hat sich dieser in den letzten Jahren verändert? Gibt es hier Trends, die Auswirkungen auf die Vertriebsstruktur und das Nutzfahrzeuggeschäft haben

Carsten Sass: In den vergangenen zehn Jahren hat sich in der Welt der leichten Nutzfahrzeuge eine ganze Menge getan: So hat sich auf der einen Seite eine enorme Produktvielfalt innerhalb dieses Bereichs entwickelt. Gleichzeitig hat sich aber auch das Wettbewerbsumfeld verändert. Mitbewerber versuchen, mit neuen Modellen die gleichen Zielgruppen anzusprechen. Auf der anderen Seite wuchs die Bedeutung von Dienstleistungen erheblich und damit einhergehend auch der Anspruch unserer Kunden hinsichtlich Vertriebs- sowie Serviceprofessionalität.

Zusätzlich haben sich die Kundenansprüche hinsichtlich des Produkts, sprich des Nutzfahrzeugs an sich, geändert: Moderne Nutzfahrzeuge bieten heute Sicherheitssysteme, die sich kaum von denen in Pkw unterscheiden. Komfort und Themen wie Konnektivität oder Innovationsanspruch spielen bei der Wahl des Kunden zunehmend eine Rolle. Dennoch muss ein Nutzfahrzeug in erster Linie den professionellen Anspruch erfüllen: Das betrifft die Themen Effizienz, Nutzlast und Umweltfreundlichkeit.

Flottenmanagement: Neben dem Caddy ist auch die T-Baureihe mit Caravelle, Multivan und California bei den Privatkunden gefragt. Wie gliedert sich das Geschäft von Volkswagen Nutzfahrzeuge auf? Ist dies mehr ein Gewerbekundengeschäft oder gibt es aktuelle Tendenzen in eine andere Richtung

Carsten Sass: Die Gliederung hinsichtlich Privat- und Flottengeschäft ist je nach Modellspektrum sehr unterschiedlich. So wird beispielsweise der Caddy von unseren Kunden gleichermaßen genutzt: Unter der Woche dient er dem Geschäftszweck, das heißt zur Beförderung von Gütern oder Mitarbeitern. Am Wochenende dient er oftmals nur privaten Zwecken. Diese Vielfältigkeit ist aber gerade das Geniale an diesem Fahrzeug. Unter dem Strich kann man aber sagen, dass rund 70 Prozent unserer Modelle gewerblich genutzt werden und demzufolge bei etwa 30 Prozent die duale beziehungsweise private Nutzung überwiegt.

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Ausgabe 1/2015

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Flottenmanagement: Vom emissionsfreien e-load-up! bis zum Crafter bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge nahezu für jeden Bereich passende Baureihen. Auf welchen Hauptsäulen bezogen auf Modellreihen steht das Flottengeschäft in Deutschland? Welche Branchen sind die Kernmärkte für die Nutzfahrzeugpalette von VW? Auf welche Neuerscheinungen können sich Kunden 2015 freuen

Carsten Sass: Die Hauptsäule unseres Geschäfts bildet traditionell der Transporter: Wirft man beispielsweise einen Blick zurück in die Geschichte, waren es der Käfer (Typ 1) und der Typ 2, der von Liebhabern auch Bulli genannt wird, die das Gesicht des Volkswagen Konzerns entscheidend geprägt haben. Und auch heute in der fünften und der in diesem Jahr erscheinenden sechsten Generation hat der Transporter von seiner Bedeutung nichts eingebüßt. Neben diesem Urelement ist der Caddy, was die Stückzahlen und den Marktanteil angeht, eine unserer Hauptsäulen – eine Entwicklung, die bis vor zehn Jahren noch nicht abzusehen war. Daher machen wir in diesem Jahr mit der neuen Generation des Caddy und des Transporter einen bedeutenden Schritt für die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Klaus Feike: Über unsere Großkundenverträge können wir ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Kundengruppen ansprechen. Deswegen sind der Caddy wie auch der Transporter in nahezu jeder Branche zu Hause. Dass wir uns mit dieser Ausrichtung auf dem richtigen Weg befinden, beweist ein Blick auf den relevanten Flottenmarkt: Jeder zweite Stadtlieferwagen und jeder zweite Transporter ist ein Fahrzeug der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge. Diese Akzeptanz ist der größte Vertrauensbeweis, den uns unsere Kunden aussprechen können.

Flottenmanagement: Zwölf Jahre nach Erscheinen der dritten Generation wollen Sie mit dem neuen Caddy an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen. Was macht dieses Raumwunder gerade für den Flottenkunden interessant und wie kann dieser von den zahlreichen Neuerungen profitieren

Klaus Feike: Ein erster interessanter Punkt für die Flottenkunden werden die neuen sparsamen Motoren sein: Rund drei von vier Kunden wählen den TDI. Basis der vier neuen, EU6-konformen TDI-Diesel-Varianten ist stets ein zwei Liter großer Vierzylinder. Deren Leistungsspektrum reicht von 55 kW/75 PS bis zur Topmotorisierung mit 110 kW/150 PS. Wir bieten als besonderes Highlight einen TDI-Motor an, der in einer Modellvariante unter vier Liter verbraucht und sich daher ausgezeichnet für die KEP-Branche, sprich Kurier- und Paketdienste, eignet. Zudem bieten wir im Caddy künftig serienmäßig unsere verbrauchsfreundliche BlueMotion Technology. Daneben werden wir erstmalig einen 1,0-Liter-TSI-Motor anbieten, der bei Verbrauch sowie Emissionen Maßstäbe setzen wird. Abgerundet wird die Motorenpalette durch einen neuen verbrauchsarmen Erdgasmotor, unseren TGI.

Ein zweites Highlight wird die Kombination von TSI-Motor und dem sehr effizienten DSG-Getriebe sein, die wir erstmalig im neuen Caddy anbieten werden. Auch die vierte Generation wird optional mit Allradantrieb erhältlich sein.

Neben den eher antriebsbezogenen Features ist natürlich auch Sicherheit ein Kernthema: Daher hat der neue Caddy beispielsweise eine Multikollisionsbremse, die nach dem Erstaufprall das zusätzliche Risiko eines Sekundärunfalls verhindern soll, eine City-Notbremsfunktion, die den Aufprall auf unvorhergesehene Hindernisse bei Geschwindigkeiten unter 30 Stundenkilometern reduziert oder ganz vermeidet, sowie Front Assist, welches mithilfe eines Radarsensors kritische Abstandssituationen erkennt und hilft, den Anhalteweg zu verkürzen. Darüber hinaus gibt es den Parkpilot mit Rückfahrkamera, eine Müdigkeitserkennung und Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Geschwindigkeitsbegrenzer, um nur drei Beispiele zu nennen. Alles Features, die der Fuhrparkmanager sehr genau prüfen wird, um einen höheren Nutzen zu generieren und dem Mitarbeiter einen besseren Arbeitsplatz anzubieten.

Zu guter Letzt wird der neue Caddy – neben dem Flexsitz für die Kasten-Variante – in der Pkw-Variante über eine spezielle Durchlademöglichkeit auf der Beifahrerseite verfügen sowie erstmalig auch optional eine vollverblechte Heckklappe, die ein Mehr an Sicherheit bietet und somit Einfluss auf die Einstufung in der Versicherung nimmt.

Flottenmanagement: Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 gaben Sie mit der Studie TRISTAR einen ersten Ausblick auf die künftige Modellgeneration der T-Baureihe. Mit welchen Besonderheiten tritt diese Baureihe in der nun sechsten Generation gegen Konkurrenzmodelle anderer Hersteller an und was bietet sie Flottenkunden konkret

Klaus Feike: Die sechste T-Generation wird hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Umwelteffizienz sowie Kraftstoffverbrauch Maßstäbe setzen, davon sind wir überzeugt. Weitere Details werden wir zu gegebener Zeit bekannt geben.

Flottenmanagement: Neben den Modellen ist auch der zu erwartende Service ein wichtiges Kernkriterium für den Flottenkunden. Welche Dienstleistungen bieten Sie hier für den Fuhrparkleiter, wie sieht die flottenspezifische Aufstellung in Ihren Niederlassungen und an den Vertriebsstandorten aus? Womit kann Volkswagen Nutzfahrzeuge besonders punkten? Und wie stellt sich die Verteilung zwischen Kauf- und Leasinggeschäft bei Ihnen dar? Welchen Stellenwert nimmt die Zusammenarbeit mit VW Leasing sowie herstellerunabhängigen Leasinggesellschaften ein

Carsten Sass: Flottenkunden erwarten höchste Vertriebsprofessionalität, das ist der Standard, an dem wir gemessen werden. Dies muss täglich von unseren Handelspartnern unter Beweis gestellt werden: So gibt es in den meisten Häusern Strukturen, die sich sehr spezifisch und professionell mit dem Flottengeschäft auseinandersetzen. Wichtig ist hier, dass die Flottenkunden maßgeblich vom Konzernansatz bei Volkswagen partizipieren können und damit aus der gesamten Modellpalette vom Pkw bis hin zum leichten Nutzfahrzeug das an ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtete Fahrzeug finden.

Stichwort Dienstleistungen: Heute ist das Thema Leasing insbesondere aus dem Flottenbereich nicht mehr wegzudenken. So werden etwa 60 Prozent der Volkswagen Nutzfahrzeuge über Leasing beziehungsweise andere Finanzierungsformen abgesetzt. Mit der Volkswagen Financial Services AG haben wir zudem einen Marktführer an der Seite, der uns bei allen Finanzierungsgeschäften tatkräftig unterstützt. Neben reinen Finanzdienstleistungen spielt natürlich der Service eine enorme Rolle für den Fuhrpark. Daher werden wir für die neuen Modelle Servicepakete wie Wartung und Verschleiß anbieten, um den Fuhrparkmanager bei Transparenz und Kostenkontrolle zu unterstützen.

Klaus Feike: Das Nutzfahrzeuggeschäft wird oft eher als emotionsloser Geschäftsbereich wahrgenommen, was meiner Meinung nach nicht der Fall ist. Denn gerade das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Verkaufsberater spielt eine entscheidende Rolle, da die Zusammenarbeit meist auf Jahre hin bestehen bleibt. Zudem sind es gerade die Nutzfahrzeugkunden, die für mich den professionellsten Anspruch haben, weil das Fahrzeug in erster Linie den Geschäftszweck erfüllen muss. Und daher die Entscheidung für ein Modell sowie die weiterführenden Leistungen maßgeblich ihren Geschäftserfolg bestimmt. Deswegen ist es uns an den derzeit rund 600 Standorten, von denen rund 200 Großkundenleistungszentren sind, ein wichtiges Anliegen, den Kunden auf diesem höchst professionellen Niveau zu bedienen und ihm bei der Wahl des für ihn passenden Produkts zu unterstützen.

Flottenmanagement: Mit dem UmbauPortal möchten Sie die Suche nach dem geeigneten Auf- oder Umbau auf der Basis von Volkswagen Nutzfahrzeuge so einfach wie möglich gestalten. Welchen Stellenwert haben Auf- und Umbaulösungen im Nutzfahrzeuggeschäft für den Kunden? Welche Vorteile birgt ein solcher umfassender Marktüberblick für den Kunden? Und wie wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit Aufbau- und Innenausbauherstellern

Klaus Feike: Zwischen 70 und 80 Prozent der leichten Nutzfahrzeuge werden mit Ein-, Ausoder Aufbauten versehen. Man kann schon daran ablesen, welche Relevanz die Ausrichtung auf die Anforderungen der Kunden hat. Deshalb versuchen wir, für unseren Kunden mit der Internetpräsenz www.umbauportal.de eine Basis zu schaffen, auf der er alle Informationen zu Umbaulösungen schnell und einfach findet. Gleichzeitig kann sich der Kunde sicher sein, dass er hierüber nur Angebote und Ansprechpartner von zertifizierten Partnern erhält, mit denen wir bereits erfolgreich unterwegs sind. Es ist für uns eine elementare Notwendigkeit, als Nutzfahrzeughersteller mit den Aufbauherstellern in regem Kontakt zu stehen, um gemeinsam für den Kunden die passende Lösung bereitstellen zu können.

Flottenmanagement: Im Pkw-Bereich steigt die Nachfrage nach alternativen Antrieben kontinuierlich. Wie stellt sich die Situation im Nutzfahrzeugbereich dar? Mit welchen Modellen und Technologien können Sie Gewerbekunden dabei unterstützen, Verbräuche und CO2-Emissionen zu reduzieren

Carsten Sass: Der Caddy ist ein wunderbares Beispiel für eine Serienlösung ab Werk mit CNG-Antrieb. Aufgrund der Nachfrage wird es diese Variante auch in der vierten Generation unseres Stadtlieferwagens geben. Daneben ist der e-load-up! als aktuelles Beispiel anzuführen, der sich gerade für den urbanen Einsatz als neuartiges Mobilitätskonzept anbietet.

Allgemein stellt sich bei der Frage nach Chancen und Grenzen der Elektromobilität im Umfeld der Nutzfahrzeuge gleichzeitig auch die Frage nach Reichweite, Nutzlast und Wirtschaftlichkeit. Und hier werden sich in den nächsten Jahren, davon bin ich überzeugt, die Kosten durch Skaleneffekte maßgeblich reduzieren, wodurch die Elektromobilität insbesondere im urbanen Bereich Fuß fassen wird. Aber generell wird im Bereich der Transporter heute und in naher Zukunft der effiziente Verbrennungsmotor die Hauptrolle spielen. Die neuen Generationen des Caddy und des Transporter treten an, die anspruchsvollsten Grenzwerte zu erfüllen.

Flottenmanagement: Welche Ziele haben Sie sich mittel- und langfristig gesetzt, was wollen Sie mit und für Volkswagen Nutzfahrzeuge noch erreichen

Klaus Feike: Für den Flottenbereich ist das relativ einfach gesagt: Wir haben derzeit drei Baureihen im relevanten Flottenmarkt, die Marktführer sind – das ist der Stadtlieferwagen, der Transporter und der Pick-up. Und unser Ziel muss es sein, in all unseren Baureihen eine führende Rolle im Flottenmarkt einzunehmen. Bezogen auf den gesamten deutschen Markt sind wir mit unseren Modellen und Dienstleistungen hier sehr gut aufgestellt, um alle möglichen Kundenanforderungen bestens zu erfüllen.

 

 

DER NEUE CADDY IN KÜRZE

Mit neu gezeichneter Front und markant herausgearbeitetem Heck will die ab März bestellbare vierte Generation des VW Caddy überzeugen. Der Einstieg beginnt bei 14.785,– Euro netto für den Kastenwagen beziehungsweise 15.330,– Euro netto für die Conceptline-Variante, welche die bislang bekannte Startline ersetzt. Beide Einstiegsvarianten sind mit einem 62 kW starken TSI-Motor ausgestattet und liegen ausstattungsbereinigt somit unter dem Niveau des Vorgängermodells. Unter der Haube arbeiten wahlweise eines von drei Benzinaggregaten in den Leistungsstufen von 62 kW bis 92 kW, einer der vier Selbstzünder zwischen 55 kW und 110 kW Leistung oder der neue 1,4-l-TGI, der die Nachfolge des beliebten Caddy Ecofuel antritt. Zusätzlich sind zahlreiche neue Sicherheits- und Komfortfeatures wie das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“, die City-Notbremsfunktion sowie die Multikollisionsbremse mit an Bord, welche die Insassen im neuen Caddy schützen sollen.

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