Teilen macht Spaß

Spätestens seit Facebook und Twitter weiß jedes Kind, dass teilen Spaß machen kann. Egal, ob Bilder, Erlebnisse oder Ideen – fast jeder teilt täglich Informationen mit seinen Freunden. Mittlerweile zeigt der anhaltende Boom von Mitfahrzentralen und Carsharing- Unternehmen, dass sogar das Auto als materielle Ressource geteilt wird. Neben dem Spaßfaktor des Teilens dürfte aber für Fuhrparkleiter vor allem der ökonomische Vorteil für Carsharing sprechen.

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Wer hätte das gedacht – Carsharing gibt es in Deutschland bereits seit Ende der Achtzigerjahre! Doch so richtig in der Bevölkerung angekommen scheint das Konzept erst in den letzten Jahren zu sein. Immerhin: Laut den Zahlen des Bundesverbands CarSharing e.V. haben sich die Nutzerzahlen zwischen 2012 und 2013 fast verdoppelt. Der Trend weist also nach oben. Aus dem ersten Anbieter in Berlin Ende der Achtzigerjahre sind mittlerweile 148 regionale und überregionale Carsharing-Unternehmen in 351 Städten und Gemeinden geworden. Klar, dass sich dabei das Angebot und die Geschäftsmodelle bei der Vielzahl von Anbietern stark unterscheiden. Grob kann man die verschiedenen Konzepte in ein stationsbasiertes Carsharing und ein frei im Straßenraum verfügbares Angebot unterteilen. Doch wir von Flottenmanagement wollten es etwas genauer wissen und haben die Angebote vor allem im Hinblick auf den Nutzen für den Firmenfuhrpark untersucht. Dabei orientierten wir uns an den Angeboten einer Auswahl überregionaler Carsharing-Anbieter.

Carsharing im Unternehmen
Autos auf verschiedene Nutzer zu verteilen, ist im Flottenalltag eigentlich ein alter Hut, schließlich gibt es seit Langem Poolfahrzeuge, auf die Mitarbeiter zurückgreifen können. Doch anders als bei Poolfahrzeugen muss der Fuhrparkentscheider die Carsharing-Fahrzeuge nicht selbst beschaffen und verwalten. Das Unternehmen trägt somit ein geringeres finanzielles Risiko.

Bei Carsharing-Lösungen im Unternehmen sollte zunächst unterschieden werden zwischen einem unabhängigen Carsharing und dem Corporate Carsharing. Eine unabhängige Nutzung ist vor allem als ergänzende Mobilitätslösung im Travel-Management relevant, beispielsweise um dem Dienstreisenden eine flexible Reisemöglichkeit vom Flughafen oder Bahnhof zum Geschäftstermin bieten zu können. Sabine Wagner, Business Partner von Hertz 24/7 Germany, führt daher aus: „Carsharing ist immer dann eine optimale Mobilitätslösung, wenn ein höchstes Maß an Flexibilität in Bezug auf kurzfristige Verfügbarkeit und Mietdauer gewünscht ist. Dies gilt nicht speziell für Corporate Carsharing, sondern für das Carsharing-Konzept ganz allgemein. Besonders interessant ist es für Unternehmen, wenn das Personal auf Dienstreisen volle Flexibilität am Zielort braucht.“

Doch Carsharing ist mehr als eine Ersatzlösung für Mietwagen, Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel. Für größere Unternehmen, die häufig auch am eigenen Standort auf Fahrzeuge zurückgreifen müssen, kann Corporate Carsharing eine Lösung sein. So bieten fast alle Corporate- Carsharing-Anbieter auch Fahrzeugstandorte am jeweiligen Unternehmen an. Die Vorteile des gewerblichen Autoteilens sind dabei neben einer besseren Flottenauslastung vor allem eine größere Planungsflexibilität und ein geringerer Verwaltungsaufwand als beispielsweise bei einem Poolfuhrpark, denn „die Fahrzeuge können im Vorfeld reserviert werden und sind exklusiv für die angemeldeten Mitarbeiter verfügbar. Außerdem kennt das Unternehmen den Zustand der Fahrzeuge und kann im Bereich Ausstattung und Branding mitbestimmen“, weiß Uwe Hildinger, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alphabet, zu berichten. Zudem bietet Corporate Carsharing die Möglichkeit, auch verschiedene Fahrzeugmodelle wie beispielsweise Cabrios den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen oder Mobilität den Angestellten anzubieten, die sonst kein Anrecht auf einen Firmenwagen haben. Corporate Carsharing lohnt sich demnach für alle Unternehmen branchenübergreifend, die häufig auf kurzfristige Mobilität angewiesen sind und eine schwankende Auslastung des eigenen Fuhrparks haben. Denn durch die Integration firmeneigener Pkw in ein Carsharing-System erhöht sich die Flottenauslastung deutlich und sollten Auslastungsspitzen erreicht werden, kann immer auf externe Carsharing- Fahrzeuge zurückgegriffen werden. Mittlerweile bieten auch Autohersteller wie Mazda, Opel oder Citroën Kurzzeitmiete oder sogar Carsharing an, um auf die Mobilitätsveränderungen im Fuhrparkalltag besser eingehen zu können.

Reservieren und losfahren
Je nach Nutzung des Carsharing-Angebots unterscheidet sich auch die Eingliederung der Fahrzeuge in das Mobilitätskonzept des Fuhrparks. Außerhalb von Corporate Carsharing kann der Mitarbeiter ein verfügbares Fahrzeug meist sehr kurzfristig mithilfe einer Membercard oder eines Chips auf dem Führerschein reservieren und nutzen. Anschließend wird dem Unternehmen eine elektronische Rechnung gestellt. Werden allerdings Corporate-Carsharing-Fahrzeuge in eine Flotte integriert, ist die Integration in ein firmeneigenes Buchungssystem in den meisten Fällen möglich. Dabei können sowohl Fahrzeuge des Unternehmens als auch unternehmensfremde Autos berücksichtigt werden. Bei Corporate- Carsharing-Lösungen hat das Unternehmen darüber hinaus durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen einen größeren Spielraum, was die Vorabreservierung angeht, und oft auch eine Verhandlungsmöglichkeit, was die Konditionen für die Nutzung unternehmensfremder Fahrzeuge betrifft.

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Am Vorgang für den Mitarbeiter ändert sich wenig: Der Fahrer reserviert ein Auto über eine Buchungsplattform, die in vielen Fällen sogar mobil verfügbar ist, und öffnet beziehungsweise startet das Fahrzeug schlüssellos. Also einfach reservieren und losfahren. Doch was geschieht bei einem Defekt? Gibt es im Falle eines Schadens am Fahrzeug eine spezielle Pannenregelung? Ähnlich wie bei der klassischen Kurzzeitmiete bieten alle Firmen eine Servicehotline an. Darüber hinaus ist bei den Leasinggesellschaften mit einem Carsharing-Angebot ein spezielles Schadenmanagement in den Rahmenvertrag inkludiert, das eine Mobilitätsgarantie verspricht. „Viele unserer AlphaCity-Kunden nutzen mehr als ein Fahrzeug im Carsharing. Bei einem Schaden kann also in der Regel einfach auf ein anderes Automobil ausgewichen werden. Über die AlphaCity-Hotline kann der Schaden direkt gemeldet werden. Sollte die Panne nicht vor Ort behoben werden können, bekommt der Nutzer ein Ersatzfahrzeug“, erklärt Uwe Hildinger.

Wachstumschancen
Erst kürzlich gaben die Daimler Mobility Services und die Deutsche Bahn bekannt, dass sie eine Verknüpfung ihrer zentralen Dienste planen. Demnach können Flinkster-Kunden künftig auch Car2go-Fahrzeuge mieten. Die Kooperation verdeutlicht, dass sich das Carsharing-Angebot weiterentwickelt und auch attraktiver für Unternehmen wird. Nach dem starken Zuwachs an privaten Carsharing-Nutzern in den letzten Jahren werden auch zunehmend Firmenflotten Carsharing-Konzepte in ihr Mobilitätskonzept integrieren – Wachstumszahlen im zweistelligen Prozentbereich werden prognostiziert. So auch die Einschätzung von Gerhard Künne, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Leasing GmbH, die mit Quicar in Hannover ein regionales Carsharing-Angebot aufgebaut hat: „Unternehmen zeigen ein gesteigertes Interesse an neuen Konzepten wie Corporate Carsharing. Hierbei stehen insbesondere die Senkung von Reisekosten und die Optimierung des Flottenmanagements im Vordergrund. Eine stetig wachsende Marktdurchdringung dieser Angebote ist daher anzunehmen. In diesem Zusammenhang erhöht vor allem die Integration von e-Mobilität die Attraktivität dieser Konzepte.“ Gerade dieser letzte Aspekt der Umweltfreundlichkeit, beispielsweise durch die Einführung von Elektroautos, dürfte neben der Kosten- und Platzersparnis ein Argument für Carsharing im Flottenalltag sein.

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