Mobilität auf Abruf
Schnell mal vom Flughafen zum Geschäftstermin fahren oder kurze Engpässe im Fuhrpark überbrücken. Genau für solche Situationen bieten sich Mietwagen im Flottenbereich als flexible Mobilitätslösungen an. Bei der Wahl des passenden Fahrzeuges scheinen vor allem die Kosten eine große Rolle zu spielen.

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Die Vorteile einer Kurzzeitmiete liegen auf der Hand: Geringes finanzielles Risiko für das Unternehmen, kurzfristige Mobilität und eine bessere Auslastung des eigenen Fuhrparks wird ermöglicht. Darin unterscheidet sich die Kurzzeitmiete nicht von Carsharing-Konzepten. In vielen Fällen ist der Unterschied zum Carsharing sehr gering, schließlich ist das Autoteilen auch nur eine besonders kurzfristige Form der Kurzzeitmiete. Doch wo liegen die Vorteile dieses klassischen Mietkonzepts gegenüber der Ultra-Kurzzeitmiete und wie lassen sich Mietwagen in den Firmenalltag einbinden? Wir vom Flottenmanagement sind dieser Frage nachgegangen und haben die Kurzzeitmietmodelle ausgewählter Anbieter unter die Lupe genommen.
Business-Konzepte
Ab wann spricht man von Kurzzeitmiete? Worin grenzt sie sich zum Carsharing oder zur Langzeitmiete ab? Die Antworten auf diese Fragen können durchaus unterschiedlich ausfallen, bei dem Leasingunternehmen Arval terminiert man die Kurzzeitmiete mit einer Mietdauer von bis zu drei Monaten und definiert deren Einsatzzweck als eine taggenaue, flexible und klar kalkulierbare Mobilitätslösung für die Überbrückung von Engpässen im Fuhrpark. Demnach ist beispielsweise die Mietlaufzeit über mehrere Tage und Wochen häufiger, als dies bei vielen Carsharing-Konzepten der Fall ist. Außerdem ist der Einsatzbereich bei einer klassischen Kurzzeitmiete meist größer, weil das entsprechende Mietwagenangebot umfangreicher ausfallen kann als bei einem unabhängigen Carsharing-Modell, bei dem häufig vor allem Kleinst- und Kleinwagen für den Stadtverkehr zum Einsatz kommen. „So haben wir in unserem Fuhrpark viele Fahrzeuge im Angebot, die speziell den Bedürfnissen der Geschäftsreisenden entgegenkommen und über sinnvoll konfigurierte Ausstattungen verfügen“ erklärt Robin Häger, verantwortlich für Vertrieb und Netzwerkentwicklung von Europa Service.
Darüber hinaus ist die Kurzzeitmiete klassischer Autovermieter oder Leasinggesellschaften wegen zahlreicher Business-Angebote, welche die im Mietpreis ohnehin enthaltenen Inklusivleistungen um verschiedene Konditionen erweitern, hauptsächlich für Unternehmen interessant. Ein Chauffeur-Service beispielsweise wird bei Carsharing Nutzern eher weniger gefragt sein, doch für Dienstreisende durchaus eine interessante Option. So erklärt Stephanie Gerhardt, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Europcar: „Für die Kunden, die nicht selber fahren oder während der Fahrt noch arbeiten möchten, bietet der Chauffeur-Service das passende Angebot“. Darüber hinaus gibt es noch weitere exklusive Business Angebote. Darunter fallen beispielsweise ein VIP-Service, die Buchung von Business- Line-Fahrzeugen, eine garantierte Reservierung auch bei Verspätungen, ein Hol- und Bringservice oder ein kostenloser Zweitfahrer. Diese Leistungen werden von fast jedem Vermietservice zu besonderen Business-Konditionen bereitgestellt. Gerade im B2B-Bereich sind häufig durch Rahmenverträge sehr flexible Konditionen und Vereinbarungen möglich. Von der Lieferung bis hin zur Schlüsselrückgabe – vieles kann individuell festgelegt werden, so erläutert beispielsweise Niels Rathsmann, Director of Sale bei Enterprise Rent-A-Car: „Die Rückgabemodalitäten sind individuell verhandelbar, eine Schlüsselrückgabe ist in der Regel rund um die Uhr möglich. Auch bezüglich der Tankregelung gibt es mehrere Optionen.“ Zum Teil stellen die Autovermieter ihren Firmenkunden auch eine kostenlose Bereitstellung der Fahrzeuge an Flughäfen und Bahnhöfen zur Verfügung. Ein Service, der die klassische Kurzzeitmiete vor allem bei Geschäftsreisen interessant macht. Dabei sind allerdings vielfach Flughafengebühren fällig.
Buchungsprozess
Neben den verschiedenen Business-Konditionen ist für den Fuhrparkmanager vor allem auch der Buchungsprozess ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Autovermietungsservices. Eine Online-Buchung gehört im digitalen Zeitalter fast schon zum Standard der Autovermieter und ebenso eine elektronische Rechnungsstellung. Darüber hinaus ermöglichen viele der Mobilitätsdienstleister mittlerweile auch eine mobile Buchung via Smartphone, auch wenn diese mobile Lösung in der Praxis eher für den Endkunden als für den Fuhrparkleiter interessant sein dürfte. Für den Fuhrparkmanager sind die von den meisten Vermietern optional angebotenen Implant-Lösungen in die eigene Fuhrparkverwaltungssoftware relevant. Denn eine solche Implementierung der, wenn auch nur kurz, angemieteten Fahrzeuge in die schon vorhandene Software kann die Kostenverwaltung enorm erleichtern. Am Ende einer Mietdauer bieten manche Vermietservices darüber hinaus auf Wunsch weitere Analysen und Auswertungen an. Darunter fallen beispielsweise CO2-Analysen, Umsatzreports, Daten zu Wartung und Verschleiß sowie Erinnerungsfunktionen für Termine wie eine elektronische Führerscheinkontrolle.
Kostendruck
Trotz der bereits angesprochenen Vielfalt bei den mietbaren Fahrzeugklassen geht der Trend bei der Kurzzeitmiete hin zum kleineren Auto. So berichten viele Autovermieter, dass die Kompaktklasse die meistgebuchte Fahrzeuggruppe in ihrem Mietangebot sei. Interessanterweise dürfte das Kostenbewusstsein der Unternehmen bei Mietwagen sehr viel größer sein, als dies noch beim Dienstwagen der Fall ist. Ein Mietwagen ist eben eher an den eigentlichen Nutzen gebunden als ein herkömmlicher Dienstwagen, bei dem auch die Mitarbeitermotivation und die Repräsentation des Unternehmens eine stärkere Rolle spielen kann. Daher erläutert Karsten Rösel, Geschäftsführer der ALD AutoLeasing GmbH, dass die Modellwahl bei der Miete häufig von der Entfernung abhängig ist: „Je weiter die Strecke, desto größer und hochwertiger das Fahrzeug. Bei kurzen Strecken kommen oft Fahrzeuge der Kompaktklasse zum Einsatz. Bei längeren Strecken und auch auf Geschäftsführungsebene werden oftmals Fahrzeuge der Mittelklasse genutzt.“

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Ausgabe 1/2014

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Umweltaspekt
Dass eher kleinere und somit verbrauchsärmere Fahrzeuge gemietet werden, kann als positiver Nebeneffekt in Sachen Umweltbewusstsein im Flottenalltag gewertet werden. Doch auch unabhängig von dem kostendruckbedingten Trend zum Kompaktwagen kann durch den Einsatz von Mietwagen Umweltschutz betrieben werden. Wird beispielsweise durch die häufige Nutzung von gemieteten Autos die Zahl der Poolfahrzeuge verringert, verkleinert sich damit die eigene Fahrzeugflotte und die eigene CO2-Bilanz verbessert sich. Zudem können, wenn die Fahrzeugklasse oder das Modell bei der Kurzzeitmiete weniger relevant sein sollte, spritsparende und emissionsärmere Fahrzeuge angemietet werden. Zum Teil bieten die Vermieter auch eine Ausgleichszahlung für die CO2-Emissionen zugunsten von Umweltprojekten an. Auch damit lässt sich die CO2-Bilanz des eigenen Fuhrparks verbessern. Nicht zuletzt können auch völlig emissionsfreie Elektrofahrzeuge gemietet werden, welche bislang nur schwer in den eigenen Fuhrpark zu integrieren sind.
Zukunftschance
Die Kurzzeitmiete ist durch Carsharing noch längst nicht auf das Abstellgleis verbannt worden und wird wohl auch weiterhin ein fester Bestandteil des Mobilitätskonzeptes der Unternehmen bleiben. In welchem Maße dies der Fall ist, hängt ein wenig von den Entwicklungen im Bereich Carsharing ab. So resümiert Uwe Hildinger, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alphabet: „Die Kurzzeitmiete hat sich in den Köpfen als kurzfristige Lösung etabliert und das wird auch 2014 so bleiben. Allerdings benötigen Unternehmen, die AlphaCity nutzen, kaum noch Kurzzeitmiete. Wenn kurzfristig Bedarf nach einem Fahrzeug besteht, kann einfach auf einen Pkw aus dem AlphaCity- Pool zurückgegriffen werden. Für Unternehmen, für die sich eine eigene Corporate-Carsharing- Flotte nicht rechnet, ist Kurzzeitmiete weiterhin eine attraktive Option, um für eine kurze Phase einen Mobilitätsbedarf abzudecken.“

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