Maßgeschneiderte Arbeitswelten
Interview mit Frank Pohlmann (Verkaufsleiter Key Account Fahrzeugeinrichtungen) und Bernhard Teuffel (Marketingleiter) bei der Bott GmbH & Co. KG

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Flottenmanagement: Können Sie unseren Lesern bitte einen kurzen Abriss geben, wie sich die Anforderungen der Flottenkunden, als auch Ihre eigenen Maßstäbe und Qualitätsansprüche für Einbauten darstellen
Frank Pohlmann: Die Ansprüche, welche Kunden an uns stellen und die wir selbst an uns stellen, gehen über unsere Produkte an sich deutlich hinaus. Kunden, die mit bott zusammenarbeiten, wissen, dass es sich um Premiumprodukte handelt, bei denen man sich über die Qualität und Sicherheitsstandards keine Gedanken machen muss. Dies belegen unter anderem auch Prämierungen und Awards, die auf den ersten Blick nicht mit Einbauten für Fahrzeuge in Verbindung gebracht werden. Dazu zählt zum Beispiel die Auszeichnung „red dot: best of the best“, die höchste Designqualität prämiert sowie die Auszeichnung mit dem „if gold award“ für das beispielhafte Produktdesign. Darüber hinaus sind Abwicklungsprozesse mit den speziell definierten Ansprüchen aus dem Flottenbereich, wie beispielsweise kurze Wege, schnelle Abläufe und Prozesssicherheit, weitere Bedürfnisse unserer Kunden. Zusätzlich zur Qualität sind dies Ansprüche, an denen wir uns messen lassen wollen und diese deshalb auch an uns selbst stellen.
Bernhard Teuffel: In Sachen Qualität heißt es für uns zu differenzieren. Zum einen geht es um die jederzeit messbaren Eigenschaften und zum anderen um die fühlbaren, sogenannten weichen, Faktoren, welche maßgeblich an der Steigerung von Motivation sowie Effizienz beteiligt sind. Unser Anspruch besteht darin, eine Arbeitsumgebung mit Wohlfühlcharakter zu schaffen. Unter dem Thema „Arbeitswelten neu gestalten“ findet zum Beispiel die Auswahl der verwendeten Materialien aus einer ganz anderen Perspektive Beachtung. Denn wer tagtäglich mit einem Produkt arbeitet, weiß nicht nur dessen Funktionalität schnell zu schätzen, sondern freut sich darüber hinaus über eine besondere Wertigkeit. Diese kommt bei vario-Fahrzeugeinrichtungen vor allem durch die Verwendung von Stahl und eloxiertem Aluminium zum Vorschein. Die Kombination dieser Materialien hinterlässt nicht nur einen hochwertigen Eindruck, sondern trägt auch zu einer besonderen Langlebigkeit bei. Nur zwei Punkte von vielen, die Kunden besonders zu schätzen wissen.
Flottenmanagement: Bei welchen Branchen kommen die meisten Ihrer Produkte zum Einsatz? Und welche Rolle spielen dabei Aufträge von Flottenkunden
Bernhard Teuffel: Hier können wir mit Bestimmtheit sagen, dass für uns der Flottenkunde genauso wichtig ist wie ein einzelner Handwerkskunde. Beides sind für uns wichtige Kundengruppen, denen wir die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen. Im Bereich der Fahrzeugflotten ist es der Servicetechniker, der zum Beispiel den Aufzug wartet, Weißware repariert oder Service rund um die Telekommunikation leistet. Im Segment Handwerk sind es überwiegend Kunden aus dem Bau- und Baunebengewerbe, die ihre Montagefahrzeuge von bott einrichten lassen.

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Ausgabe 6/2013

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Frank Pohlmann: Mit Sicherheit macht dabei die Branche des Sanitärbereichs den größten Teil im Handwerk aus. Dies liegt jedoch allein daran, dass es die größte Gruppe von Handwerkern in Deutschland ist. Letztlich ist es für uns nicht ausschlaggebend, in welcher Branche der Kunde ist, sondern es geht um die individuellen Wünsche und Anforderungen der Kunden selbst. Beispielsweise kann es passieren, dass zwei Fahrzeuge eines Unternehmens aufgrund völlig verschiedener Aufgaben unterschiedlich ausgestattet sind.
Unser Ziel ist eine absolut freie Individualisierung der Fahrzeuge, in Abhängigkeit der Aufgaben und Anforderungen der jeweiligen Nutzer. Sicherlich gibt es einige branchenspezifische Standards, die immer wieder zum Einsatz kommen, aber dies zunehmend mit kundenspezifischen Individualisierungen. Reine Branchenlösungen kommen bei unseren Flottenkunden nahezu gar nicht vor.
Flottenmanagement: Bott bietet nicht nur Einrichtungen für Nutzfahrzeuge an. Welche Herausforderungen und Produkte gibt es für den Pkw- und SUV-Bereich? Welchen Umfang haben die Lösungen für diese Segmente im Vergleich zu den Nutzfahrzeugen
Frank Pohlmann: Die Ansprüche an Einbauten im Pkw- sowie SUV-Bereich sind deutlich höher als im Nutzfahrzeugbereich. Für Kunden ist es äußerst wichtig, dass der Einbau nicht als Fremdkörper wahrgenommen wird, sondern sich möglichst harmonisch in den Innenraum des Fahrzeugs einfügt. Dabei spielt die sichere Befestigung der Produkte ebenfalls eine besondere Rolle, da Befestigungspunkte, wie man sie in Nutzfahrzeugen findet, im Pkw weniger vorhanden oder nicht zugänglich sind. Aus diesem Grund haben wir spezielle Systemträger entwickelt, welche mit dem Boden des Fahrzeugs verbunden werden. Hintergrund dafür ist auch eine wesentlich höhere Crash-Sicherheit, die in Pkw für den Insassenschutz eine noch viel wichtigere Rolle spielt. Eine weitere Anforderung entsteht bei Fahrzeugen, wenn Mitarbeiter diese privat nutzen dürfen, denn Duo-Usern sollte die private Nutzung des Fahrzeugs weiterhin möglich bleiben. Die Herausforderung bestand darin, einen Weg zu finden, den Laderaum mit einfachen Handgriffen für die private Nutzung zu verwenden. Zusätzlich haben wir varioCar, eine Ladungssicherungsplattform entwickelt, die zwar nicht mit einem klassischen Einbau vergleichbar ist, aber im Bereich der Kombis eine äußerst praktische Lösung darstellt, da dieses Produkt nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden ist und somit eine schnelle Herausnahme gewährleistet.
Bernhard Teuffel: Momentan ist die Nachfrage nach Lösungen im Pkw-Bereich noch recht gering – im einstelligen Prozentbereich. Bei diesen Lösungen ist es ausschlaggebend, wo der Kunde den Schwerpunkt sieht, im Firmenwagen oder im Servicefahrzeug, und welche Art von Fahrzeug zum Einsatz kommt: ein klassischer Kombi oder ein Kleinkastenwagen, wie zum Beispiel der VW Caddy Life. Dieser bietet einen sehr guten Kompromiss für den Einsatz sowohl als Servicefahrzeug als auch für die private Verwendung und wird in Zukunft sicher vermehrt Gebrauch in diesem Segment finden. Der hochwertige Materialmix und die Ästhetik von bott vario kommen den Anforderungen der Kunden in diesem Segment jedenfalls deutlich entgegen. Sie erfüllen selbst die Kriterien der Premiumhersteller der Automobilindustrie, welche ihre Serviceflotten mit Einbauten von bott ausrüsten. Diesen Herstellern kommt es besonders darauf an, wie und womit sich ihre Marke präsentiert.
Flottenmanagement: Das Portfolio Ihrer Fahrzeugeinrichtungen umfasst Lösungen für zahlreiche namenhafte Automobilhersteller. Gibt es dabei Kooperationen, von denen Kunden profitieren? Können Fahrzeuge direkt beim Automobilhersteller konfiguriert und bezogen werden
Bernhard Teuffel: Unsere Kunden haben die Möglichkeit, bei einigen Nutzfahrzeugherstellern ihr individuell ausgerüstetes Fahrzeug zu beziehen. Dafür bedarf es einer gezielten Kommunikation zwischen Kunden, Fahrzeugeinrichter und Fahrzeughersteller. Wirtschaftlich rechnet sich diese Option jedoch erst ab einer gewissen Stückzahl.
Frank Pohlmann: Es gibt aber auch Standardlösungen von bott, die über Fahrzeughersteller bezogen werden können. Dabei handelt es sich jedoch meist um zeitlich begrenzte Sonderaktionen seitens der Automobilhersteller. Sobald ein definierter Bedarf an Standardlösungen durch die Hersteller identifiziert wird, ist es für uns jederzeit möglich, entsprechende Produkte in den Prozess beizusteuern. Hierbei sind wir mit mehreren Automobilherstellern auch ganz aktuell in Gesprächen und Diskussionen, wie eine möglichst optimale Lösung aussehen kann. Dabei müssen jedoch die unterschiedlichsten Interessen und Zielsetzungen berücksichtigt werden, wie zum Beispiel eine Lösung für eine breite Anwendergruppe oder mehrere Lösungen für einzelne Branchen. Auch die Fahrzeuge selbst spielen eine Rolle. Sollen die Lösungen für eine oder alle Fahrzeuggröße eines Herstellers angeboten werden? Darüber hinaus muss dann auch abgewogen werden, auf welchen Märkten diese Standardlösungen angeboten werden sollen, nur in Deutschland, in Europa oder weltweit. Unser Bestreben ist dabei nicht einfach nur, etwas mit einem Automobilhersteller anzubieten, sondern mit dem Automobilhersteller wirklich interessante, kundenorientierte sowie wirtschaftliche Lösungen gemeinsam zu entwickeln und dem Endkunden anzubieten.
Flottenmanagement: Wie gestaltet sich der Ablauf, wenn Fuhrparkentscheider Produkte aus dem Hause bott in neue Leasingfahrzeuge integrieren wollen? Gibt es hier Kooperationen mit Leasinganbietern, damit zum Beispiel Fuhrparkleiter alles aus einer Hand mit nur einer Rechnung erhalten?
Frank Pohlmann: Kunden haben es bei der Erstellung von Leasingangeboten sehr einfach. Zum einen wählt er das gewünschte Fahrzeug aus und zum anderen den gewünschten Innenausbau, der dann durch den Leasinggeber mit in das Leasingangebot kalkuliert wird. Im Grunde genommen, bedarf es dazu nicht einmal einer gesonderten Kooperation, da unsere Produkte ohne Umstände über nahezu jeden Leasinganbieter bezogen werden können. Trotzdem pflegen wir zu allen namenhaften Leasinganbietern einen engen Kontakt, um die entsprechende Koordination effektiv zu gestalten, besonders wenn es darum geht, wann und wo unsere Produkte verbaut werden sollen. Außerdem kann der gesamte Prozess somit über eine Rechnung realisiert werden. Die Beratung zu unseren Produkten erhalten Kunden aber nach wie vor direkt durch uns.
Flottenmanagement: Flottenkunden sind oft von einer gut ausgebauten Service- und Infrastruktur abhängig. Mit welchen Dienstleistungen und Angeboten unterstützt bott die Bedürfnisse der Flottenmanager
Frank Pohlmann: Unser großflächiges Serviceund Vertriebsnetz ist die Grundlage vieler unserer Serviceleistungen. Gerade dann, wenn der Fuhrpark der Kunden nicht zentral ausgestattet wird oder auf mehrere Leasinggeber beziehungsweise Hersteller zurückgegriffen wird, kommen die rund 40 bundesweit zertifizierten bott-Servicepartner zum Tragen. Die durch uns speziell geschulten bott-Servicepartner kümmern sich um die Belange der Kunden, beraten detailliert und bilden mit ihrem Know-how unsere verlängerte Werkbank.
Bernhard Teuffel: Zusammengefasst unter dem Thema Fahrzeughandling haben wir ein Servicekonzept realisiert, welches Fuhrparkleiter während der Einbauphase und darüber hinaus maximal entlastet. Der Service umfasst die Zulassung, Beschriftung, Reifenservice, Einbauservice für Nachrüstlösungen wie zum Beispiel Freisprecheinrichtungen oder Navigation sowie die Verbringung und Betankung. All diese Faktoren können als Ganzes oder auch individuell zusammengestellt werden und sparen ganz nebenbei eine Menge Zeit, da das Fahrzeug nicht von Dienstleister zu Dienstleister gebracht werden muss. Auf Wunsch können aber auch einzelne Dienstleistungen durch externe Anbieter in diesen Prozess eingebunden werden. Es ist für uns dabei einfach entscheidend, was für den Kunden am meisten Sinn macht und was für den Kunden die wirtschaftlichste Lösung ist. Durch die hohe Prozesssicherheit aufgrund der Auftragssteuerung aus einer Hand sowie der hohen Kapazitäten an Fläche, Mitarbeitern und Montageplätzen bei bott in Gaildorf können wir dann auch eine entsprechend schnelle Auslieferung sicherstellen.
Flottenmanagement: Die Produkte von bott eignen sich aufgrund der Modularität dazu, Fahrzeugeinrichtungen nach individuellen Bedürfnissen zu konfigurieren. Welchen Einfluss hat die rückstandsfreie Demontage der Nachrüstlösungen im Flottenalltag
Frank Pohlmann: Eine annährend spurlose Demontage ist technisch ohne Weiteres umsetzbar, aber aus wirtschaftlicher Sicht eher fraglich. Für klassische Einbauprodukte ist ein Transfer in ein anderes Fahrzeug durchaus denkbar, aber sobald es sich um auf einen Fahrzeugtyp zurechtgeschnittene Komponenten handelt, ist der Spielraum zu gering, da die Abmessungen der Fahrzeuge optimal ausgenutzt werden, um das maximale Nutzvolumen zu erreichen. In Kauffuhrparks sollte sich die Frage einer Demontage eher nicht stellen, da sich die Einbauten in diesem meist über viele Jahre andauernden Lebenszyklus bereits amortisiert haben. Im Bereich der Leasingflotten ist der Ausbau meist ebenso wenig sinnvoll. Die Aufwendungen, Alt- und Neufahrzeug an einen Ort zu koordinieren, Ausfallzeiten des Servicetechnikers für die Zeit des Umbaus, mögliche Aufarbeiten der umzubauenden Fahrzeugeinrichtung oder auch Anpassungen an ein anderes Folgefahrzeug sind alles Kosten, die selten im Verhältnis zum Nutzen stehen. Außerdem beziehen immer mehr Leasinganbieter die Einbauten in die Berechnung des Restwertes mit ein, was die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus nochmals infrage stellt.
Flottenmanagement: Mit welchen Eigenschaften heben sich Produkte von bott gegenüber Lösungen von anderen Herstellern ab
Bernhard Teuffel: Die nutzbare Fläche beziehungsweise das Leistungsgewicht stellt einen besonderen Mehrwert unserer Produkte dar. Der Quadratmeter Nutzfläche ist bei bott so leicht wie bei kaum einem anderen Anbieter. Das heißt nicht, dass unsere Produkte immer die leichtesten sind, aber das Verhältnis von Nutzfläche zu Gewicht der Einrichtung wird von anderen Herstellern nur selten oder gar nicht erreicht.
Frank Pohlmann: Als eine weitere ganz wichtige Eigenschaft ist auch das Verhältnis aus Gewicht und Stabilität hervorzuheben. Denn trotz des geringen Gewichtes erreichen wir Spitzenwerte bei den Traglasten unserer einzelnen Bauteile und natürlich auch ganzen Regalen. Und dabei erfüllen wir mit unseren Produkten höchste Sicherheitsanforderungen, was wir in zahlreichen Crashtests zum Teil in Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern sowie dem TÜV bewiesen haben.
Flottenmanagement: Mit welchen Ideen können Kunden im kommenden Jahr rechnen
Frank Pohlmann: Unsere Fahrzeugeinrichtung ist bereits heute weit mehr als „state of the art“ und dies soll auch so bleiben. Deshalb gibt es und wird es ständig Detailverbesserungen geben, die nicht immer auf den ersten Blick wahrgenommen werden. Unsere Ziele sind dabei zum Beispiel die weitere Perfektionierung des Verhältnisses Gewicht – Nutzfläche – Sicherheit und noch mehr Funktionalität, also kurz gesagt, noch mehr Nutzen für den Kunden im mobilen Service.
Bernhard Teuffel: Darüber hinaus verfolgen wir das Ziel, immer mehr Synergien zwischen Produkten aus der Betriebseinrichtung und der Fahrzeugeinrichtung herzustellen. Unsere Koffersysteme zum Beispiel, kommen heute sowohl bereits in stationären Schranksystemen als auch in den Fahrzeugeinrichtungen zum Einsatz. Der Ausbau dieser Synergien auf weitere Bauteile soll deutlich vorangetrieben werden und sich durch das gesamte Portfolio ziehen. Damit wird bott den Trend der Standardisierung an Betriebsmitteln in der Industrie bedienen oder anders gesagt, einmal mehr seine Kunden bei der Erhöhung ihrer Effizienz unterstützen.

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