All inclusive! Oder doch nicht?
Den Full-Service-Leasing-Vertrag mit der geschlossenen Kalkulation unterzeichnen und dann entspannt zurücklehnen. Welcher Fuhrparkmanager träumt davon nicht?

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Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn Full-Service-Leasing ist nicht gleichzusetzen mit einem All-inclusive-Service für den Fuhrpark. Full-Service-Leasing ist zwar aus dem Alltag der meisten Flottenmanager nicht mehr wegzudenken, aber entspannt zurücklehnen kann man sich deshalb noch lange nicht. Zu viele Faktoren haben nach wie vor Einfluss auf das Geschehen in der Flotte und damit auch auf das verfügbare Budget. Deshalb sollte man sich von der Namensgebung dieser Produkte nicht fehlleiten lassen und die meist modular aufgebauten Serviceangebote sorgfältig auf den eigenen Fuhrpark abstimmen.
Die Basis dieser Angebote stellt fast immer ein Leasingvertrag in Kombination mit fahrzeugbezogenen Serviceleistungen dar. Welchen Umfang die fahrzeugbezogenen Serviceleistungen haben, hängt in erster Linie von den verschiedenen Leasinganbietern ab. Zahlreiche Module rund um die Fahrzeuge, aber auch um die Fahrer selbst, stellen ein abwechslungsreiches Potpourri an Dienstleistungen dar. Zu den wesentlichsten zählen zum Beispiel: Wartung und Instandhaltung, Abwicklung von Bußgeldangelegenheiten, Rundfunkgebühren und Kfz-Steuern, das Kraftstoffund Reifenmanagement, Abrechnungsservices, verschiedene Reportings, Umweltprogramme, Beratungs-, Versicherungs- und Schadensmanagementkomponenten und viele weitere mehr.
Anhand dieser Module soll das Kostenrisiko so gering wie möglich und über den gesamten Vertragszeitraum kalkulierbar gehalten werden. Ein weiterer Vorteil ist der auf ein Minimum reduzierte Verwaltungsaufwand, da sozusagen alle Rechnungen aus einer Hand kommen.
Wartung und Reparaturen
Ein besonders gern genutztes Modul beinhaltet den Service für Wartung und Reparaturen. Der Full-Service-Leasing-Dienstleister übernimmt dabei sämtliche Aufgaben, die eine regelmäßige Wartung und Inspektion der Fahrzeuge nach Herstellerangaben betreffen. Aber auch die Reparatur von Verschleißteilen gehört zu diesem Modul. Leasinganbietern kommt dabei meist eine Reparaturfreigabe zugute, welche die Kosten kalkulierbar hält. Einige Anbieter haben dabei die Kontrolle der Werkstattrechnungen bereits integriert. Natürlich ist es meist auch möglich, die Rechnungskontrolle als eigenständiges Modul für alle anfallenden Kosten zu buchen.
Guter Rat
Bereits im Vorfeld kann die Integration eines Beratungsmoduls, welches Informationen zum Fuhrpark bereitstellt, die über TCO-Analysen weit hinausgehen, äußerst hilfreich sein. Denn zu den Inhalten dieses Moduls kann zum Beispiel die Unterstützung bei der Erstellung oder die Kontrolle der Car Policy zur Optimierung der Dienstwagenrichtlinien zählen. Dabei kann gezielt auf Konfigurations- und Genehmigungsprozesse eingegangen werden, die grundlegende Bestandteile im Leasingprozess sind. Ein weiteres Thema ist die Einbindung oder Aufstellung der CO2-Policy. Der Umweltgedanke gewinnt im Flottenbereich zunehmend an Bedeutung und ist deshalb vermehrt Bestandteil der Car Policy. Aufgrund der vielen Möglichkeiten, diesem Gedanken nachzukommen, bedarf es mittlerweile einer gezielten Beratung, da von der Auswahl sparsamer Fahrzeuge sowie der Einbindung alternativer Antriebe über Fahrertrainings bis hin zur CO2-Neutralisierung viele Wege zu diesem Ziel führen können, aber nicht jeder Weg zu jedem Fuhrpark passt. Dank erweiterter Beratungsleistungen werden die Grundlagen für ein effektives Fuhrparkmanagement gelegt. Hier kann es sogar so weit gehen, dass von einem klassischen Leasing abgesehen wird und lediglich das Management und Controlling durch den Anbieter übernommen wird, solange dies für den Kunden von Vorteil ist.

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Ausgabe 6/2013

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Reifen
Wer sich für ein Modul zum Service rund um den Reifen entscheidet, sollte sich sowohl um dessen Bestandteile als auch um die Praktikabilität für den Dienstwagenfahrer Gedanken machen. Denn neben den Kosten für die Beschaffung der Pneus sollten auch die Dienstleistungen, wie das Wechseln, Auswuchten und Einlagern zum Inhalt des Moduls zählen. Ein weiterer Vorteil für eine Inanspruchnahme dieser Services ist die direkte Kommunikation der Fahrer mit dem Reifendienstleister, um Terminabstimmungen optimal zu koordinieren.
Sicher ist sicher
Bei der Einbindung von Versicherungsmodulen kommt es besonders auf das Wissen um die Schadensquoten des eigenen Fuhrparks an. Kosten sparen kann man nur dann, wenn die Versicherung nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig abdeckt. In den Modulen der Leasinganbieter kommen seit einiger Zeit häufiger alternative Versicherungskonzepte zum Tragen, bei denen zum Beispiel die Versicherungssteuer entfällt. Die Alternativen zu Teil- oder Vollkasko können sich wie im Beispiel von LeasePlan an der individuellen Schadenshistorie eines jeden einzelnen Kunden orientieren. Das volle Deckungsrisiko dieser Dienstleistung liegt bei LeasePlan. Auch andere Anbieter bieten ähnliche Produkte an. Bei Athlon Car Lease zum Beispiel heißt diese Komponente Haftungsprivileg und ist ebenfalls modular aufgebaut. Dieses Servicemodul kann beispielsweise optional mit einer GAP (Guaranteed Asset Protection) kombiniert werden.
Schon gezahlt?
Auf Wunsch übernehmen einige Leasinggeber auch die termingerechte Abwicklung und Bezahlung der Kfz-Steuer und der Rundfunkgebühren. Damit entfallen der sonst unvermeidbare Schriftverkehr und die Abarbeitung von Formalitäten.
Tankkarten
Übersichtlichere Abrechnungen ermöglicht das Tanken mit Tankkarten. Anhand dieser ist die übersichtliche Darstellung der Kraftstoffversorgung leicht zu realisieren, da die gesamten Daten durch die Betreiber bereitgestellt und ausgewertet werden können. Besonders die Verbrauchsdaten können im Nachhinein bei Analyse der CO2- Politik Verwendung finden. Eine geschlossene Abrechnung von Kraftstoffen macht jedoch in der Regel wenig Sinn, da Preise und Verbrauchsverhalten stark variieren können und somit schwer einzuschätzen sind. Eine monatliche Pauschale, die in passenden Abständen abgerechnet und an den aktuellen Verbrauch angepasst wird, ist deutlich praktikabler. Andernfalls entsteht zusätzlicher Aufwand bei der internen Rechnungsprüfung oder der Leasinggesellschaft. Das dichte Tankstellennetz bildet dabei auch die Grundlage einiger Anbieter für die Führerscheinkontrolle.
Führerscheinkontrolle
Die regelmäßige Kontrolle der Führerscheine zählt zu den gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben der Fuhrparkmanager und gehört deshalb inzwischen auch zum Rahmenprogramm der Leasinggeber.
Recht
Recht haben und Recht bekommen sind, wie man oft feststellen muss, zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Damit man bei Rechtsstreitigkeiten zumindest seine Chancen verbessert, gibt es auch Module, die in diesen Fällen hilfreich sein können. Denn lediglich Experten, die sich auf einige Gebiete wie zum Beispiel das Verkehrsrecht spezialisiert haben, gewährleisten eine bestmögliche Vertretung. Ein kostenfreies Erstgespräch und die Bewertung der Situation sowie eine Empfehlung der weiteren Vorgehensweise gehören wie beispielsweise bei Arval zu den Standards dieses Paketes.
Fahrzeughandling
Immer mehr Service wird auch im Bereich Fahrzeugein- beziehungsweise aussteuerung angeboten. Dies umfasst unter anderem die Zulassung, die Reservierung von Wunschkennzeichen und sogar die Ausstattung mit Sondereinbauten sowie die Fahrzeugfolierung. Selbst die Fahrzeugrückgabe kann Bestandteil der Full-Service- Leasing-Konditionen werden. Angelehnt an die Vorgaben des Bewertungskriterien-Katalogs „Die faire Fahrzeugbewertung VMF“, welche für dessen Verbandsmitglieder verbindliche Richtlinien darstellen, erfolgen Fahrzeugrückgaben sowohl für Kunden als auch Leasinggeber gleichermaßen zufriedenstellend und stellen damit auch eine effiziente Optimierung des Fuhrparkalltags dar.
Elektrisiert
Wer bereits heute Elektrofahrzeuge in seinen Fuhrpark integrieren möchte, wird auch hier bei dem einen oder anderen Leasinganbieter fündig. Die Münchner Leasinggesellschaft Alphabet zum Beispiel bietet Dienstleistungen rund um die Einbindung von eMobility an. Diese beinhalten die geeignete Auswahl der Fahrzeuge, ein abgestimmte Ladeinfrastruktur sowie die modularen Services, die zum einen die Fahrer bei dem Umgang mit den alternativen Antrieben unterstützen und zum anderen die Mobilität der Fahrzeuge sicherstellen.
Reserve
Zur Bereitstellung von Fahrzeugen für die Überbrückung von Probe- und Lieferzeiten greifen Leasinganbieter oftmals auf die Angebote von Langzeitvermietern zurück. Durch die Kooperation mit den Vermietern können sie ihren Kunden somit auch bei Auftragsspitzen die notwendigen Reserven zu Sonderkonditionen zur Verfügung stellen. Einige Anbieter unterhalten sogar eigene Interimsfahrzeug-Pools, aus denen Fahrzeuge bei Bedarf bezogen werden können.
Das Portfolio der Dienstleistungen rund um den Fuhrparkalltag wird ständig erweitert. Dabei werden gezielt auch die Services rund um den Dienstwagenfahrer betrachtet. Fahrsicherheitstrainings, Fahrer-Direktkommunikation und Pannenhilfe sind nur einige dieser Punkte. Es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis alle erdenklichen Dienstleistungen durch die Leasinggeber angeboten werden.
Doch selbst nach der Konfiguration der zahlreichen Zusatzmodule stellt sich eine weitere entscheidende Frage: Offene oder geschlossene Abrechnung? Von dieser grundlegenden Entscheidung hängt eine Menge ab. Aus diesem Grund sollten Fuhrparkentscheider genauestens über die aktuellen Kostenblöcke der derzeitig verwendeten Services im Bilde sein. Dies betrifft nicht nur die Kosten für die Fahrzeuge, sondern ebenso die Kosten für Bearbeitung und Verwaltung. Erst die Gesamtheit dieser Kosten macht eine Entscheidung sinnvoll. Die Kombination der beiden Möglichkeiten in Abhängigkeit von den ausgewählten Modulen ist oft am sinnvollsten und wird in der Praxis auch von den Leasingunternehmen angeboten.

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