NAVIGATION durch den Kostendschungel
Rund ein Viertel der Gesamtkosten eines Fuhrparks fallen auf die Kraftstoffkosten. Verständlich, dass jedes Mittel genutzt wird, um diese Stellschraube nach unten zu drehen. Navigationsgeräte können dabei ein Mittel sein, um Strecken zu optimieren und Geld zu sparen.

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Ein Navigationssystem im Firmenwagen ist mittlerweile keine Besonderheit mehr. Gerade in (Außendienst-) Fahrzeugen, die oft auf unbekanntem Terrain unterwegs sind, erspart ein solches Helferlein das nerven- und zeitaufwändige Suchen nach dem richtigen Weg. Dabei ist es gar nicht so einfach, zu bestimmen, welcher überhaupt der richtige Weg ist. Je nach Situation gilt es zwischen kürzester, schnellster und einer verbrauchsgünstigen Route mit wenig Stopps und möglichst konstantem Verkehrsfluss abzuwägen. Einige mobile Geräte wie das Medion GoPal P4410 oder das Falk N240L können deshalb eine unter dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis optimale Route berechnen. Dazu kalkuliert das Gerät verbrauchsbeeinflussende Faktoren wie Kreuzungen, Straßentypen und innerstädtische Strecken mit ein oder schließt sie aus. Von den festinstallierten Systemen bietet unter anderem das VW-System RNS 510 den Fahrern eines Touran, Tiguan oder Touareg dieses Feature. Bei mobilen Navis, PDAs und Handynavigation mit Teleatlas oder Navteq- Software können optional Updates mit „verbrauchsgünstiger Routenführung“ aufgespielt werden. Selbst bei scheinbar bekannten, weil oft gefahrenen Strecken, kann es vorkommen, dass das Navi einen noch kostengünstigeren Kurs findet.
Moderne Systeme ziehen zum Zwecke der Berechnung der Fahrdauer immer mehr Informationen heran. Kartenmaterial der Firma Navteq berücksichtigt beispielsweise Warnhinweise zu 21 Verkehrsschildtypen um Geschwindigkeitsbeschränkungen mit einzubeziehen. Zukünftige Systeme sollen sogar Parametern wie Fahrzeugtyp, also Größe, Gewicht und Verbrauch, sowie dem Fahrstil des Fahrers Rechnung tragen. Ein weiterer Schritt, um Zeit- und Kostenersparnis zu berechnen, ist das Kalkulieren der Spuranzahl einer Fahrbahn nebst tageszeitabhängigem Verkehrsaufkommen, kurz: dem Verkehrsfluss. Auf diese Art und Weise lassen sich einer schwedischen Studie vom Anfang dieses Jahres zufolge bis zu acht Prozent Treibstoff sparen. Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass 46 Prozent aller Fahrer spontan eine verbrauchsungünstige Route gewählt hatten.
Um verbrauchsintensive Staus zu umfahren, wird in den gängigen Navis TMC eingesetzt. Seit 2004 ist auch TMCpro verfügbar. Es basiert im Gegensatz zum regulären TMC, welches seine Informationen von Polizei, ADAC und Autofahrern bezieht, allein auf automtisch erfassten Sensordaten um die „Fehlerquelle Mensch“ auszuschließen. Geräte mit entsprechendem Dekoder der Staudaten befinden sich beispielsweise in Fahrzeugen von BMW, Nissan und Renault und werden von Medion, Kenwood und anderen als Nachrüstlösung angeboten. Eine sinnvolle Ergänzung zum Navigationssystem können Ortungssysteme wie beispielsweise die der Firmen Eureca oder Minorplanet sein. Neben einer Funktion als elektronisches Fahrtenbuch kann der Fuhrparkmanager damit auch die Standorte seiner Fahrzeuge feststellen und gegebenenfalls frühzeitig neue Zielorte per SMS oder Telefon zuweisen.
Plant man eine Strecke manuell mit einer Straßenkarte wird oft lediglich die Entfernung und die Straßenart einkalkuliert, also der kürzeste Weg gewählt. Und dieser ist, gerade bei langen Strecken, oft verbrauchsintensiver als eine „optimale“ oder „eco“-Route. Eine weitere Möglichkeit Kraftstoffkosten zu minimieren bietet eine Software für mobile Navis, die mit tagesaktuellen Daten aus dem Internet versorgt die günstigste Tankstelle der jeweiligen Umgebung anzeigt. Sie kann über www.pocketnavigation.de für 10 Euro geordert werden.
Fazit: Allein schon durch die Zeitersparnis gegenüber der herkömmlichen Routenplanung spart ein Navigationssystem Geld. Wird dann noch die Funktion der „optimalsten“ oder „ökonomischsten“ Wegstrecke gewählt, ergeben sich weitere Möglichkeiten den Faktor Kraftstoffkosten niedrig zu halten.

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