Euro 7 verändert den Gebrauchtwagenmarkt grundlegend – auch Elektroautos rücken in den Fokus

Mit der neuen europäischen Abgasnorm Euro 7 kommen ab Ende 2026 strengere Emissionsanforderungen auf den Automarkt zu. Experten erwarten, dass sich die neuen Vorgaben nicht nur auf Hersteller und Modellangebote auswirken, sondern auch die Preisunterschiede im Gebrauchtwagenmarkt weiter verschärfen. Für Käufer wird es damit wichtiger denn je, Transparenz über Emissionsklasse, Batteriezustand und Fahrzeughistorie zu haben.

Euro 7 verändert den Gebrauchtwagenmarkt grundlegend – auch Elektroautos rücken in den Fokus

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Euro 7 verändert den Gebrauchtwagenmarkt grundlegend – auch Elektroautos rücken in den Fokus

Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt dürfte die neue Norm spürbar sein. Fahrzeuge mit älteren Emissionsklassen könnten in bestimmten Regionen langfristig an Attraktivität verlieren, während Modelle mit neueren Standards stärker nachgefragt werden. Hinzu kommt: Je stärker Regulierung und technische Anforderungen zunehmen, desto wichtiger wird es für Käufer, den tatsächlichen Zustand und die Zukunftsfähigkeit eines Fahrzeugs realistisch einschätzen zu können.

„Strengere Abgasnormen werden die Preisunterschiede zwischen Fahrzeugen verschiedener Emissionsklassen weiter vergrößern. Die Preisunterschiede könnten sich aufgrund der Einschränkungen für Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß vergrößern, da diese stärker besteuert werden. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland in bestimmten Städten keine Zufahrt zu Umweltzonen erhalten. Daher wird es für Käufer immer wichtiger, die technischen Daten und die Fahrzeughistorie sorgfältig zu prüfen“, sagt Matas Buzelis, Experte für den Gebrauchtwagenmarkt bei carVertical.

Besonders bei gebrauchten Fahrzeugen kann mangelnde Transparenz teuer werden. In Deutschland zahlen Käufer für Fahrzeuge mit manipuliertem Kilometerstand im Schnitt 36 % mehr als den tatsächlichen Wert.

Euro 7 betrifft nicht nur klassische Verbrenner

Die öffentliche Debatte über Euro 7 konzentriert sich bislang häufig auf Benzin- und Dieselfahrzeuge. Tatsächlich geht die neue Norm jedoch deutlich weiter: Erstmals werden auch Elektrofahrzeuge systematisch in die Regulierung einbezogen. Dazu gehören verbindliche Vorgaben zur Batterielebensdauer sowie neue Anforderungen an Emissionen aus Bremsen und Reifen.

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„In der aktuellen Diskussion um Euro 7 wird häufig der Fokus auf die Verschärfung klassischer Emissionsgrenzwerte gelegt. Aus meiner Sicht greift das jedoch zu kurz. Der eigentliche Wendepunkt liegt an anderer Stelle: Erstmals werden auch Elektrofahrzeuge systematisch in die Regulierung einbezogen“, sagt Sascha Paaß, Sachverständiger für Schaden- und Wertgutachten.

Konkret muss die Hochvoltbatterie künftig nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern noch mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen, beziehungsweise nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern noch mindestens 72 %. Was bislang vor allem ein Herstellerversprechen war, wird damit erstmals regulatorisch abgesichert – ein erheblicher Fortschritt für die Transparenz und Werthaltigkeit von Elektrofahrzeugen im Gebrauchtwagenmarkt.

Zusätzlich werden erstmals Emissionen berücksichtigt, die bislang kaum reguliert waren, insbesondere der Abrieb von Bremsen und Reifen. Diese spielen auch bei Elektrofahrzeugen eine relevante Rolle und werden künftig stärker in die Gesamtbetrachtung einbezogen.

„Aus meiner Sicht liegt die größte Veränderung durch Euro 7 weniger bei den klassischen Abgaswerten als in der ganzheitlichen Betrachtung von Fahrzeugemissionen und der technischen Haltbarkeit – insbesondere bei Elektrofahrzeugen. Für Käufer bedeutet das deutlich mehr Sicherheit und Vergleichbarkeit, gerade im Gebrauchtwagenbereich“, so Paaß.

Höhere Kosten und mögliche Veränderungen im Modellangebot

Für Hersteller bedeuten die strengeren Vorgaben höhere Entwicklungs- und Produktionskosten, etwa durch komplexere Abgasreinigungssysteme, zusätzliche Sensorik und strengere Prüfverfahren. Diese Kosten könnten sich auch auf die Endpreise auswirken. Gleichzeitig könnten einige kleinere oder besonders günstige Modelle vom Markt verschwinden, wenn sich die technische Anpassung wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Fristen: Wann Euro 7 gilt

Die Euro-7-Norm ist der nächste Schritt in der europäischen Emissionsregulierung und folgt auf Euro 6. Die Vorgaben gelten ab 29. November 2026 für neue Fahrzeugtypen. Ab 29. November 2027 müssen schließlich alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU die neuen Grenzwerte erfüllen. Bestehende Fahrzeuge mit Euro-6-Norm bleiben weiterhin zugelassen, könnten jedoch langfristig stärker von lokalen Umweltzonen oder Fahrbeschränkungen betroffen sein.

Neben strengeren Grenzwerten für Schadstoffe berücksichtigt Euro 7 erstmals auch Partikelemissionen aus Bremsen und Reifen sowie längere Haltbarkeitsanforderungen für Emissionssysteme. Hersteller müssen künftig sicherstellen, dass Fahrzeuge ihre Grenzwerte über viele Jahre und auch unter realen Fahrbedingungen einhalten.

Hintergrund: Entwicklung der europäischen Abgasnormen

Seit den 1990er-Jahren verschärft die EU schrittweise die Emissionsvorgaben für Fahrzeuge. Während frühe Normen vor allem klassische Abgase aus Motoren regulierten, erweitert Euro 7 den Blick auf alle relevanten Emissionsquellen eines Fahrzeugs – von der Abgasreinigung über Bremsstaub bis hin zum Reifenabrieb. Ziel ist es, die Luftverschmutzung insbesondere in Städten langfristig zu reduzieren.

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