Range Rover Evoque Cabrio

<p> Im Bikini zum Bergsteigen? Mit Gummistiefeln auf die Sonnenliege? Ein SUV als Cabrio? Wem das spanisch vorkommt, der liegt falsch: das ist britisch.</p>

Range Rover Evoque Cabrio

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Range Rover Evoque Cabrio

Wenn in den kommenden Tagen das neuste SUV-Modell im Schaufenster des Land Rover-Händlers einparkt, dürfte es auch die Blicke derjenigen auf sich ziehen, die sich weder für die Fahrzeuge der Marke noch für SUV oder gar für Neuwagen interessieren. Vorausgesetzt der findige Händler hat es oben ohne aufgestellt: Die Briten bringen das Erfolgs-SUV Evoque als Cabrio und kreieren damit eine weitere Spielart im höher gelegten Boom-Segment.

Wer jetzt vor Abscheu die Hände vors Gesicht schlägt, dem sei gesagt: In echt ist es nicht so schlimm, wie es sich anhört – im Gegenteil. Trotz erheblicher Vorbehalte gegenüber dieser neuen, ungewöhnlichen Gattungskreuzung bekennen wir nach einer ersten Testfahrt: Dieses SUV-Cabrio ist gut gelungen.

Beginnend mit dem Design: Schon mit festem Dach gibt der seit 2011 gebaute Evoque mit seinem flachen, nach hinten abfallenden Dach oder den gut gefüllten Radhäusern den Schönling des Kompakt-SUV-Segments. Gänzlich ohne Dach – die Stoffmütze verschwindet bündig hinter den Rücksitzen – sieht der Brite nicht nur weiterhin harmonisch aus, sondern strahlt tatsächlich Grandezza aus. Prinzessin Catherine, mit wehendem Haar winkend am Steuer, ist ein Anblick, den man sich vorstellen könnte.

Natürlich kann man über die generelle Eleganz der SUV-typisch hohen Gürtellinie bei einem Cabrio streiten. Aber wer SUV mag, dem wird diese Frischluft-Version gefallen. In 18 Sekunden verschwindet das automatische Verdeck, bis 48 km/h Geschwindigkeit. Das ist ziemlich schnell, auch in Anbetracht der Größe der Stoffmütze: Land Rover rühmt sich damit, beim Evoque das „längste und breiteste“ Verdeck des gesamten Marktes zu montieren. Zurück dauert der Vorgang mit 21 Sekunden etwas länger.

Ist das knapp geschnittene Dach geschlossen, verliert sich allerdings etwas des wohlproportionierten Auftritts. Und im Innern wird es ziemlich duster. Unnötig zu sagen, dass der Ausblick – beim Evoque schon durch kleine Fensterflächen knapp bemessen – beim Cabrio nicht größer geworden ist, zum Glück sind mindestens Parkpiepser vorn und hinten serienmäßig. Sehr groß Gewachsene könnten zudem den dunklen Dachhimmel als unangenehm nah an ihrem Scheitel empfinden.

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Davon abgesehen überrascht das Cabrio beim Platzangebot positiv: Zwar ist die maximale Insassenzahl in der offenen Version um eine Person geschrumpft. Auf allen vier Plätzen finden aber dafür auch Erwachsene genügend Bein- und Kopffreiheit für eine längere Fahrt – von außen würde man das dem Cabrio nicht zutrauen. Limitierender Faktor für die Rückbankbesetzung ist allerdings der Zustieg, für den man, zumindest bei geschlossenem Dach, eine gewisse Gelenkigkeit mitbringen sollte.

Auch das Hineinbugsieren des Gepäcks in den Kofferraum ist naturgemäß nicht mehr ganz so einfach, wenn statt einer großen Heckklappe nur ein kleines Kläppchen aufschwingt. Egal ob das Verdeck offen oder geschlossen ist, es sind immer 251 Liter Platz. Das ist in etwa so viel wie im VW Polo, für ein SUV ziemlich wenig, für ein Cabrio okay. Für Skifahrer gibt es optional eine Durchreiche fürs Sportgerät. Zum Urlaubsmobil für vier Personen taugt der offene Evoque aber nicht.

Auf einem kleinen Offroad-Parcours zeigt der Evoque bei der ersten Fahrt, dass tatsächlich auch ein offener Range Rover Gelände kann: Dank des aus anderen Modellen bekannten „Terrain Response“-System braucht der Fahrer keine Geländeerfahrung, sondern wählt nur den Untergrund – zum Beispiel Schnee, Schotter, Gras – und das Auto unterstützt. Über Stock und Stein wird auch klar: Bei der Verstärkung der offenen Version haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet: Auch bei ganz genauem Lauschen knirscht in den Verschränkungspassagen nichts.

Angemessen wenig Geräusche lässt das fünflagige Verdeck durch, während sich der getestete 132 kW/180 PS-Diesel unter Volllast nicht unangenehm, aber durchaus deutlich zu Wort meldete. Der starke Vierzylinder-Diesel ist eine gute Wahl, er zieht ab 1.750 Touren ambitioniert durch und lässt im Alltagsbetrieb sicher in keinem Moment den Wunsch nach mehr Power aufkommen. Seinem Normverbrauch von 5,4 Litern/100 Kilometer kam der Diesel allerdings bei der flotten Testfahrt mit 8,6 Litern Verbrauch nicht annähernd nahe.

Die stärkere Selbstzünder-Variante – daneben wird noch ein 110 kW/150 PS-Diesel und ein 177 kW/240 PS-Benziner angeboten – wird laut Land Rover die meistverkaufte sein. Ohnehin geht man in Deutschland von einem Dieselanteil von 95 Prozent aus. Alle Motoren sind mit Allrad und Neunstufen-Automatik kombiniert. Für die Zukunft dürfte die Diesel-Palette noch nach oben ausgebaut werden.

In seiner Rolle als Lifestyle-Objekt gibt es das Evoque Cabrio ausschließlich in den zwei höchsten Ausstattungslinien. Für den üppigen Einstiegspreis von 51.200 Euro sind daher schon Extras wie Infotainmentsystem mit 10,2 Zoll großem Touchscreen, Lederausstattung, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Zweizonen-Klimaautomatik oder Einparkhilfen vorn und hinten an Bord. Der große Diesel liegt bei mindestens 54.100 Euro, ebenfalls in der Ausstattung SE Dynamic, in Topausstattung werden 60.300 Euro fällig. Vollausgestattet ist das Cabrio damit allerdings keinesfalls, in die sehr nützliche 360-Grad-Kamera (zum Einparken oder im Gelände), LED-Scheinwerfer, Head-Up-Display oder diverse Assistenzsysteme kann zusätzlich ein vier- oder fünfstelliger Betrag investiert werden.

Zehn bis 15 Prozent der Jahresproduktion von rund 125.000 Evoque sollen künftig ohne festes Dach ausgeliefert werden. Noch vor Markstart sind hierzulande bereits 500 Exemplare - ohne Probefahrt - vorbestellt worden. Wenn es nach den ungläubigen Blicken der anderen Fahrer geht, als wir mit offenem Verdeck SUV-Cabrio durch das neblige Sauerland gecruist sind, dürften zumindest die Probefahrt-Anfragen ab Marktstart Anfang Juni sprunghaft ansteigen.

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DIGges Ding

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