Martialisches Design, jede Menge Drehmoment und ein Hauch von Abenteuer: Mit dem Grenadier besetzt Ineos Automotive eine Nische, die bis vor kurzem dem Land Rover Defender vorbehalten war. "Eine sehr attraktive Nische", wie Leif Scholz, Vertriebsleiter für die DACH-Region, am Mittwoch im Gespräch mit AUTOHAUS betonte. Jim Ratcliffe, Chef des britischen Chemiekonzerns Ineos, habe die Lücke erkannt, die Patente aber nicht erwerben können. "Mit starken Partnern hat er dieses Fahrzeug nun entwickelt. Allen Zweiflern zum Trotz ist es Realität geworden und wird sehr gut angenommen."nDer Produktionsstart des Grenadier ist für den Sommer diesen Jahres geplant. Wer zu den ersten gehören möchte, der damit über die Straßen walzt, kann sich gegen eine Anzahlung von 2.500 Euro schon jetzt einen Fertigungsslot sichern. Scholz zuversichtlich: "Die Conversion geht bisher in eine gute Richtung." Leif Scholz leitet den Ineos-Vertrieb in der DACH-Region. © Foto: Ineos Dass der "kompromisslose" Geländewagen gut ankommt, zeigen laut dem Manager auch die zahlreichen Veranstaltungen des britischen Herstellers im Vorfeld der Grenadier-Einführung. Dort würden sich "auffällig viele ehemalige Defender-Fahrer tummeln, die mit dem neuen Defender nichts mehr anfangen können, weil sie kein Lifestyle-Produkt wollen", erklärte er. Bis Ende des Jahres will Ineos 5.000 Fahrzeuge im ehemaligen Smart-Werk Hambach produzieren, von denen rund ein Fünftel für den deutschen Markt vorgesehen ist. Für 2023 plant man mit einem Volumen zwischen 25.000 und 35.000 Einheiten, die produziert werden könnten. Sollte es nötig werden, ließe sich die Kapazität des Werks auf über 50.000 Autos erweitern, versicherte Scholz. Unechtes Agenturmodell Beim Vertrieb der Fahrzeuge gibt es europaweit unterschiedliche Modelle. Für den deutschen Markt hat sich Ineos für ein unechtes Agentursystem entschieden, "da es aus Kundenperspektive attraktiv ist und für die Partner keine Finanzierungskosten entstehen". Zudem habe man damit auch Einfluss auf die Preispolitik. Die Verträge mit den Partnern sind Scholz zufolge zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht unterschrieben. "Die finalen Gespräche finden gerade statt." Mit Blick auf die Standards sagte er: "Wir sind kein Hersteller, der einen Neubau will. Die Anforderungen halten sich sehr im Rahmen." Aber: "Das Mindset des Händlers muss stimmen, er muss zum Produkt passen." Mit bislang 17 Standorten ist das Partner-Netz hierzulande nicht besonders dicht – und soll es auch nicht werden. Vielmehr will Ineos sein Netz "bewusst klein halten". Der damit einhergehende Zuwachs an Wegstrecke, so glaubt Scholz, werde vom Kunden in Kauf genommen. Deutlich mehr Standorte wird es dem Vertriebsmanager zufolge beim Aftersale geben. Deshalb arbeite man aktuell mit vielen Bosch-Betrieben zusammen, da diese "hinsichtlich Kundenerfahrung und Standort überzeugen". Das erklärte Ziel: alle 50 Kilometer eine Servicestation. Einen Finanzierungspartner gibt es bereits ebenfalls, den wollte Scholz zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht verraten. Ineos-Showroom: "Die Anforderungen halten sich sehr im Rahmen." © Foto: Ineos