Mit Nio schickt sich in diesem Jahr ein weiterer Hersteller aus China an, auf dem deutschen Automarkt Fuß zu fassen. "Jetzt geht's richtig los. Wir sind im Anflug und in Q4 werden wir landen", erklärte Ralph Kranz, General Manager Germany bei Nio, am Dienstag in München.nDer Premiumhersteller wurde 2014 in Shanghai gegründet und ist seitdem auf Wachstumskurs. Das Erfolgsrezept: hochwertige Fahrzeuge, eine schnelle Ladeinfrastruktur, eine interessierte Community und die Möglichkeit, die Traktionsbatterie einfach tauschen zu können.nVertrieb per App und Nio HousesnVertrieben werden die Fahrzeuge direkt von Nio. "Man kann das Fahrzeug über die App oder das Nio House kaufen", sagte Kranz. Die "Houses" werden vom Hersteller selbst betrieben – eine Händlerstruktur brauche man daher nicht, so der Manager. Wo genau solche Showrooms bald stehen werden, ist noch nicht klar, man wolle aber "in den größten Städten vertreten sein". Ebenso im Aufbau befindet sich derzeit noch das Alleinstellungsmerkmal des Herstellers: die "Swap Station" genannten Stationen zum Wechseln des Akkus. Diese wolle Nio den Kunden schon ab Markteintritt zur Verfügung stellen können, betonte Kranz. "Da sind wir gerade dabei, das Netz aufzubauen." Swap-Stationen sollen an der Autobahn, in den Städten und um die Städte herum zu finden sein. Das Prinzip des Batterietauschs steht eben jenen Kunden offen, die ihre Fahrzeugbatterie nicht gekauft, sondern gemietet haben – was der großen Mehrheit der Fahrzeughalter entspricht. Im norwegischen Markt liegt der Anteil der Batterie-Mieter beispielsweise bei 95 Prozent. Autonomer Batterietausch Der Batteriewechsel läuft vollautomatisch ab, das Fahrzeug wird autonom auf die dafür vorgesehene Plattform gefahren, die entsprechenden Schrauben gelöst und schließlich die Traktionsbatterie getauscht. Die Kapazität der Batterie kann man dabei frei wählen, die Akkus sind, trotz unterschiedlicher Kapazität, gleich groß. Mehrere Millionen dieser "Swaps" habe man in China bereits durchgeführt, so Kranz. Die ganze Prozedur soll nicht länger als fünf Minuten dauern. Etwa 900 solcher Stationen verrichten in China bereits ihren Dienst – und auch in Norwegen, wo Nio bereits im September 2021 in den Markt eintrat, gibt es bereits eine erste Anlage. Feststoffbatterie geplant Trotz des Wechselakku-Prinzips knausert Nio bei der Reichweite nicht. Den ET7, der noch in diesem Jahr in Deutschland erhältlich sein soll, gibt es mit 70 und 100 kWh Speicherkapazität. Zudem ist eine Feststoffbatterie mit deutlich höherer Leistungsdichte und einer Kapazität von 150 kWh in Planung und soll noch in diesem Jahr auf dem asiatischen Markt angeboten werden.