Auch Nio (Platz 19) bietet eine neue Idee mit seinem Batteriewechselkonzept und hochvernetzten Fahrzeugen: In China gibt es schon mehr als 800 Wechselstationen. In Europa wird die Infrastruktur bereits aufgebaut, zunächst in Norwegen. Für Ende des Jahres plant Nio den Markteintritt in Deutschland.Mit neuem Batteriekonzept: Zunächst will Nio in Norwegen durchstarten. Andere Länder Europas sollen folgen. (Quelle: /Hersteller-bilder)Die zweite Welle – gekommen um zu bleiben?Unbekannte Automarken, die auf den Markt drängen, sind nicht neu. Es ist eine zweite, große Welle, nach der ersten vor rund zehn Jahren. Damals kamen unter anderem Marken wie Landwind und später Borgward und Byton auf – und verschwanden wieder.Das damalige Scheitern hatte verschiedene Gründe:Technisch waren die Autos unterlegen.Optik und Sicherheit konnten die Kundschaft – teils zurecht – nicht überzeugen.Und gerade deutsche Autofahrer zeigten eine ausgeprägte Markentreue.An all dem hat sich inzwischen einiges geändert. "Die neue Welle wird erfolgreicher sein, weil einige Hersteller Innovationen und einen Mehrwert bieten sowie technisch auf Augenhöhe zu etablierten Marken sind", sagt Prof. Bratzel. Dazu zähle auch der der US-Hersteller Rivian, der seine Autos aber vorerst nicht in Europa verkauft. "Bei Togg und Vinfast wird es noch einige Zeit dauern, bis sie auf dem europäischen Markt erfolgreich Autos verkaufen werden", sagt Prof. Bratzel.Chinesische Beteiligungen an europäischen Autohersteller gibt es aber schon länger. Geely besitzt unter anderem seit 2010 Volvo und seit 2015 Polestar. Firmeninhaber Li Shufu hält zudem fast 9,7 Prozent der Daimler-Aktien, die Marke Smart gehört zur Hälfte Geely. Beijing Automotive Group (BAIC), Joint-Venture-Partner von Daimler in China, besitzt einen Stimmrechtsanteil von 9,98 Prozent.Neue Marken haben eines noch nicht: einen VertrauensvorschussAlle Autohersteller arbeiten an den entscheidenden Bereichen wie Reichweite, Ladeleistung, Vernetzung und Design. Der Vorteil für Kunden bei neuen Marken liege meist im Preis."Neue Marken können konventionelle Strukturen aufbrechen und sich schlanker aufstellen. Heißt: ein möglichst digitales Kauferlebnis schaffen und Kooperation mit zuverlässigen Partnern eingehen", sagt Prof. Bratzel. Statt einem großen Händlernetz können neue Marken Partner suchen, die Probefahrten, Servicearbeiten, Wartung und Reparaturen anbieten. Mit Servicewagen, die zum Auto kommen, könnten Wartungen direkt am Wunschort des Kunden durchgeführt werden.Von heute auf morgen gehe das aber nicht. "Neue Marken müssen immer zuerst das Vertrauen der Kunden gewinnen, in die Fahrzeuge, einen reibungslosen Service und ein großes Netzwerk. Das dauert Jahre, wenn nicht sogar ein Jahrzehnt", sagt Prof. Bratzel.Dazu müsse die Produktqualität stimmen, einem Vergleich mit dem Wettbewerb standhalten und Garantie gegeben werden auf Batterien – etwa acht Jahre oder 150.000 Kilometer Laufleistung. "Nur über den Preis lassen sich neue Marken schlecht verkaufen", sagt er.Loading...Loading...Loading...