Die deutschen Nahverkehrsbetriebe müssen bei der Elektri­fizierung ihrer Flotte aufholen. Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungs­gesellschaft PwC sind 1269 Busse mit E-Antrieben auf Deutschlands Straßen unterwegs. Der Bestand wächst schnell, knapp die Hälfte der E-Busse kam erst vergangenes Jahr hinzu. 1066 von ihnen fuhren mit Batterieantrieb, 88 mit Brennstoffzelle, 35 waren Plug-in-­Hybride.Allerdings machen die Hybrid- und E-Busse nur 2,4 Prozent der gesamten ÖPNV-Flotte aus, die 54.000 Fahrzeuge umfasst. Die EU-Kommission indes verpflichtet Verkehrsbetriebe, zwischen August 2021 und Dezember 2025 im Neueinkauf mindestens 45 Prozent »saubere« Fahrzeuge zu beschaffen, von 2026 an steigt die Mindestquote auf 65 Prozent.nBis Mitte des Jahrzehnts ist PwC zufolge die Anschaffung von 3400 reinen E-Bussen geplant, bis 2030 sollen weitere 5500 folgen. PwC-Mobilitätsexperte Maximilian Rohs hält dies zwar für ausreichend, um die Quoten zu erreichen. Die Ziele seien aber nur umsetzbar, wenn »der Aufbau der E-Bus-Systeme – und aufgrund der explodierenden Energiekosten auch deren Betrieb – nachhaltig gefördert wird«.E-Busse sind nach Angaben von PwC derzeit in der Anschaffung noch etwa doppelt so teuer wie vergleichbare, mit Diesel betriebene Busse. Ein durchschnittlicher Diesel-Bus koste etwa 240.000 Euro, ein Batteriebus 550.000 Euro. Allerdings können Verkehrsbetriebe seit Anfang des Jahres CO₂, das sie durch den Einsatz vollelektrischer Busse einsparen, in Form von Emissionszertifikaten verkaufen. Je vollelektrischem Bus können PwC zufolge durch den Verkauf der Zertifikate aktuell bis zu 15.000 Euro jährlich eingenommen werden. Bislang haben beim Einsatz von E-Bussen Nordrhein-Westfalen mit 297 Fahrzeugen und Hessen (186) die Nase vorn. Die Stadt mit den meisten E-Bussen im Öffentlichen Personennahverkehr ist Hamburg (159).