Gebrauchtwagen werden nicht nur immer teurer – sondern auch immer knapper. Woher der Mangel kommt und was Sie nun bei der Suche beachten sollten. Foto-Serie mit 11 Bildern Neuwagen sind Mangelware: Weil Halbleiter fehlen, stehen viele Fließbänder still. Gebaut werden mit den wenigen verfügbaren Elektronikbauteilen vornehmlich teure Autos mit hohen Margen – Kleinwagen und günstige Familienautos hingegen haben keine Priorität. Die früher üblichen Lieferzeiten von rund drei Monaten gelten aktuell nur noch in Ausnahmefällen. Fünf bis sechs Monate sind eher die Regel, auf einzelne Modelle muss man ein Jahr oder länger warten. Eine kurzfristige Verbesserung der Gesamtsituation ist allerdings nicht zu erwarten. "Der Automarkt bleibt auch in den nächsten Monaten äußerst angespannt", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR). Er rechnet mit weiter steigenden Nettopreisen und noch längeren Lieferzeiten. Dazu kommt: "Was sich im Neuwagenmarkt zeigt, setzt sich nahezu synchron auf die Gebrauchtwagenmärkte um. Autos sind knapp und wertvoll geworden." So stiegen die Preise Vor allem junge Gebrauchte aus gefragten Baureihen sind schwer zu bekommen. Außerdem sind ihre Preise deutlich gestiegen: Im Dezember erzielten drei Jahre alte Benziner im Schnitt 61,6 Prozent ihres ursprünglichen Listenpreises, wie die Marktbeobachter der DAT (Deutsche Automobil Treuhand) ermittelt haben. Für Diesel liegt der Wert bei 58,7 Prozent. In anderen Jahren werden solche Werte nur von zweijährigen Autos erreicht, wie die Experten erklären. Das Wertniveau habe sich sozusagen um ein Jahr verschoben. Nach Analyse des Portals AutoScout24 kosteten Gebrauchtwagen im Jahr 2021 durchschnittlich 22.841 Euro und damit 2.027 Euro mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Standzeit lag für Benziner bei 81 Tagen, Diesel-Autos warteten im Schnitt 73 Tage auf einen Käufer – die tiefsten Werte seit Jahren. Experten raten Suchenden, nicht auf einer bestimmten Wagenfarbe zu bestehen, bei der Ausstattung notfalls auch Abstriche zu machen und auch Modelle und Jahrgänge in Betracht zu ziehen, die ursprünglich nicht in der engeren Auswahl standen.