Die Chipkrise hat 2021 auf den internationalen Automärkten für Wirbel gesorgt. Während der europäische Markt gegenüber dem bereits schwachen Vorjahresniveau weiter geschrumpft ist, gab es in den USA und vor allem in China leichtes Wachstum.nIn den westlichen EU-Staaten inklusive der EFTA-Länder und des Vereinigten Königreichs ist die Zahl der Pkw-Neuzulassungen dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge um 1,9 Prozent auf 10,6 Millionen Fahrzeuge gesunken. Nimmt man die übrigen EU-Staaten hinzu, liegt das Minus bei 1,5 Prozent, die Zahl der Neuzulassungen bei 11,8 Millionen Einheiten.nVor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 belastete der weltweite Mangel an Mikrochips die Autobauer schwer, als bei zahlreichen Herstellern die Produktion zeitweise ins Stocken geriet, wie der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag in Brüssel mitteilte. Auf Jahressicht verzeichnete unter den deutschen Herstellern nur BMW bei den Neuzulassungen ein kleines Plus von 1,5 Prozent. Marktführer Volkswagen musste moderate Einbußen hinnehmen, Daimler rutschte um 12,4 Prozent ins Minus.nTop-Märkte: Deutschland fällt abnUnter den vier größten Märkten innerhalb der EU fielen die Zahlen nur in Deutschland, hier gab es bei den Neuzulassungen ein Minus von rund zehn Prozent. In Spanien und Frankreich legten sie immerhin leicht um jeweils rund ein Prozent zu, in Italien sogar um 5,5 Prozent. Neuzulassungen in Europa - Gesamtbilanz 2021 (343.7 KB, PDF) Schnelle Besserung sei nicht zu erwarten, die Erholung verschiebe sich auf 2023, sagte Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY. Für das erste Halbjahr rechnet er sogar mit weiter rückläufigen Neuzulassungen. "Erst in der zweiten Jahreshälfte könnte es zaghaft wieder aufwärts gehen." Dabei sei die Nachfrage weiter hoch: "Die Auftragsbücher der Hersteller sind voll. Und die steigenden Gebrauchtwagenpreise zeigen sehr deutlich, wie groß der Bedarf ist", erklärte Fuß. Das sorge auch für hohe Preise. "In der aktuellen Marktsituation haben die Hersteller es nicht nötig, Rabatte zu geben." In den USA wuchsen die Neuwagenverkäufe im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 14,9 Millionen Fahrzeuge, lagen aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von rund 17 Millionen Fahrzeugen. Gefragt waren vor allem Pick-ups und SUV, bei klassischen Pkw hingegen gab es einen Rückgang. Der chinesische Pkw-Markt hat das Jahr 2021 mit 21,1 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen abgeschlossen, was einem Plus von sieben Prozent gegenüber 2020 entspricht. Die Jahresbilanz fiel damit besser aus als im Vor-Corona-Jahr 2019. In Japan gab der Neuwagenabsatz 2021 um knappvier Prozent auf 3,7 Millionen Fahrzeuge nach, in Russland schrumpfte der Markt um vier Prozent auf 1,7 Millionen Autos. Deutlich im Plus schloss der indische Markt ab, der um 27 Prozent auf 3,1 Millionen Einheiten zulegte. Brasilien verbuchte ein kleines Wachstum von einem Prozent auf zwei Millionen Pkw.