Gleiche Leistung, gleicher Preis? Von wegen! Nur wer die Preise bei der Kfz-Hauptuntersuchung vergleicht, kann TÜV-Kosten sparen. Denn wie viel Sie zahlen, hängt nicht nur von Fahrzeugmodell und Region, sondern auch von der jeweiligen Prüfstelle ab. Die TÜV-Plakette braucht jeder Autofahrer. Sie kennzeichnet die bestandene, gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) bei Kraftfahrzeugen. Im Rahmen dieser Untersuchung werden alle Fahrzeuge auf ihre Sicherheit überprüft – von der Abgasanlage bis zur Zugvorrichtung. Die Abgasuntersuchung (AU) ist zwar Bestandteil der HU. Diese Untersuchung kann aber jede amtlich anerkannte AU-Werkstatt separat durchführen und den Preis dafür frei kalkulieren. Hauptuntersuchung: Wann muss mein Auto zum TÜV? An der TÜV-Plakette können Sie ganz leicht ablesen, wann Sie zur nächsten HU müssen. Die Zahl in der Mitte der Plakette gibt das Jahr für die nächste Hauptuntersuchung an. Die Zahl, die im Außenkreis ganz oben steht, zeigt den Monat des Prüftermins an. TÜV-Plakette: Wer mit dieser rosafarbenen Plakette fährt, muss im Jahr 2023 wieder zur HU – der Fahrer dieses Autos im Januar. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images) Der Termin für die nächste Prüfung steht allerdings auch im Fahrzeugschein oder in der Zulassungsbescheinigung. Wer führt die HU durch? Die HU wird von anerkannten Prüforganisationen durchgeführt. Deshalb können TÜV-Plaketten natürlich nicht ohne vorige HU legal gekauft werden. Zu den Prüforganisationen gehören beispielsweise: TÜV NordTÜV SüdDEKRAKÜSGTÜNeben diesen unabhängigen Prüfstellen können Sie auch eine autorisierte Werkstatt aufsuchen. Dort führt ein Prüfer die Untersuchung durch. Dadurch können Sie bei der TÜV-Abnahme möglicherweise Kosten sparen. Wie viel kostet TÜV? Beim TÜV Nord in Berlin kosten HU und AU für Pkw derzeit 123 Euro (ohne AU: 83 Euro, Stand Mai 2021). HU und AU für das Motorrad kosten 72 Euro (ohne AU: 51 Euro). Für die Hauptuntersuchung eines Anhängers ohne Bremse bezahlen Sie 35 Euro. Je nach Bundesland und Prüforganisation variieren die Preise. Vergleichen Sie daher vor der HU unbedingt die Angebote einzelner Prüfstellen und Werkstätten. So sparen Sie Geld beim TÜV Wollen Sie günstig durch den TÜV kommen, sollten Sie: Preise für HU und AU vergleichenIhren Pkw für die Prüfung vorbereitenDen TÜV-Termin nicht verpassenFestgestellte Mängel schnell beseitigen lassen  Was wird bei der HU getestet? Bei der HU prüft der Experte den technischen Stand von: BremsenLenkungScheibenSpiegelLichtSicherheitssysteme (ABS, ESP, Airbag, Sicherheitsgurte, Hupe)TachoKupplungAchsen (Räder, Reifen, Aufhängungen)FahrgestellAnschließend folgt die integrierte Abgasprüfung durch Messung der Abgaswerte und Prüfung der Abgasanlage. Seit 2018 findet die Abgasmessung direkt am Endrohr statt. Bei der sogenannten Endrohrmessung wird eine Sonde direkt in den Auspuff eingeführt. Dadurch sollen Defekte oder Manipulationen noch schneller festgestellt werden. HU: Tipps für die Vorbereitung Es lohnt sich, wenn Sie Ihr Auto für die HU vorbereiten. Denn wenn alles in Ordnung ist, kommen Sie sicher durch den TÜV und sparen sich die Zusatzkosten der Nachprüfung. Folgende Punkte sollten Sie beachten: Papiere nicht vergessen: Sie benötigen die Zulassungsbescheinigung, Teil I (früher Fahrzeugschein), eventuell vorhandene Anbaubestätigungen oder Allgemeine BetriebserlaubnisseAuto reinigen: Kennzeichen müssen gut lesbar seinVerbandkasten und Warndreieck müssen vorhanden sein (Bußgeld bei Fehlen: 15 Euro)Reifenprofiltiefe messen (mindestens 1,6 Millimeter Restprofil müssen vorhanden sein)Wagenbeleuchtung überprüfen (funktionieren alle Scheinwerfer und Blinklichter?)Funktion der Warnleuchten testenFrontscheibe auf Steinschläge überprüfen und ggf. austauschenFlüssigkeitsstände prüfenFunktion der Sitzgurte überprüfenQuiz: Kennen Sie diese Fakten um Auto und Straßenverkehr? Was passiert mit dem Auto, wenn bei der Hauptuntersuchung Mängel festgestellt werden? Verkehrsunsichere Autos oder Fahrzeuge, die erhebliche Mängel aufweisen, werden nicht wieder für den Straßenverkehr zugelassen. Das Fahrzeug muss dann zunächst repariert und innerhalb von einem Monat nochmals vorgeführt werden. Zu der sogenannten Wiedervorführung sollten sie neben dem Untersuchungsbericht auch den Fahrzeugschein sowie Gutachten für alle Änderungsabnahmen mitbringen. Eine HU können Sie auch ohne AU durchführen lassen. Zuvor sollten Sie in einer Werkstatt die AU erledigt haben. Deren Ergebnis legen Sie bei der HU dem Prüfer vor. Zum 1. Juli 2015 wurde zudem die neue Prüftechnik mit dem sogenannten HU-Adapter eingeführt. An Fahrzeugen mit entsprechenden Datensätzen werden demnach auch die elektronischen Assistenz- und Sicherheitssysteme geprüft. Prüfungsintervalle für die HU Abhängig von der Fahrzeugart gelten unterschiedliche Prüfungsintervalle: FahrzeugartErste Untersuchung (Neuzulassung)Folgende UntersuchungenPkwnach 36 Monatenalle 24 MonateMotorrädernach 24 Monatenalle 24 MonateWohnmobilebis 3.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 36 Monatenalle 24 Monateüber 3.500 kg bis 7.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 24 Monatenalle 24 Monate, ab dem 7. Jahr alle 12 Monateüber 7.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 12 Monatenalle 12 MonateAnhänger (inkl. Wohnanhänger)ungebremstnach 36 Monatenalle 24 Monatebis 750 kg zul. Gesamtgewichtnach 36 Monatenalle 24 Monateüber 750 kg bis 3.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 24 Monatenalle 24 Monateüber 3.500 kg bis 10.000 kg zul. Gesamtgewichtnach 12 Monatenalle 12 MonateLkwbis Tempo 40 Höchstgeschwindigkeitnach 24 Monatenalle 24 Monatebis 3.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 24 Monatenalle 24 Monateüber 3.500 bis 7.500 kg zul. Gesamtgewichtnach 12 Monatenalle 12 Monate   Bußgelder beim Überziehen des HU-Termins Wenn Sie die Prüfungsintervalle nicht einhalten, drohen Bußgelder und sogar Punkte in Flensburg. Überschreiten Sie die Fälligkeit des HU-Termins um mehr als zwei Monate, müssen Sie zusätzlich zur Ergänzungsuntersuchung. Die Kosten erhöhen sich durch den größeren Prüfumfang um etwa 20 Prozent. Bußgelder beim Überziehen des HU-Termins: Bei Pkw, Motorrädern, leichten Anhängern (nicht sicherheitsprüfungspflichtigen Fahrzeugen): Mehr als zwei Monate: 15 EuroMehr als vier Monate und bis zu acht Monaten: 25 EuroMehr als acht Monate: 60 Euro und ein Punkt in FlensburgBei Nutzfahrzeugen, bei denen eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben ist (unter anderem Lkw, Omnibusse und Anhänger): Bis zu zwei Monate: 15 EuroMehr als zwei und bis zu vier Monate: 25 EuroMehr als vier und bis zu acht Monate: 60 Euro und ein Punkt in FlensburgMehr als acht Monate: 75 Euro und ein Punkt in FlensburgWerden bei der HU oder Sicherheitsprüfung erhebliche Mängel festgestellt und Sie überschreiten die anschließende einmonatige Nachprüffrist, droht Ihnen eine Buße von 15 Euro. Außerdem müssen Sie die HU wiederholen lassen – und natürlich die Gebühr dafür bezahlen. Bei einem Unfall könnte die Versicherung zudem eine Verletzung der Sorgfaltspflicht annehmen, wenn der Wagen Mängel hatte und im Verzug mit der HU ist.