Der neue Mercedes EQB ist kein spezielles E-Auto auf eigener Plattform, sondern ein auf E-Antrieb umgebauter SUV vom Typ GLB Foto: Mercedes - Benz - Global Communications Mercedes – Benz Cars & Vans; photo by André Tillmann on behalf of Mercedes -; Benz AG Der erste Eindruck: Sieht aus wie eine verspielte Version der klobigen G-Klasse, ganz wie der Verbrennerbruder GLB. Das geglättete Design, der schwarze Kunststoffkühler und das durchgehende LED-Band an der Heckklappe verstärken den Eindruck. Foto: Mercedes - Benz - Global Communications Mercedes – Benz Cars & Vans; photo by André Tillmann on behalf of Mercedes -; Benz AG Das sagt der Hersteller: »Elektromobilität in der Familienpackung«, preist Mercedes-Produktmanager Marius Philipp den EQB. Er rühmt den SUV als ersten und auf absehbare Zeit einzigen elektrischen Siebensitzer in der Kompaktklasse. Serienmäßig hat der Wagen aber fünf Plätze. Die Bestuhlung in der dritten Reihe kostet rund 1400 Euro Aufpreis. »Wir haben von den Käufern des GLB gelernt, dass die Siebensitzigkeit gar nicht immer genutzt wird, sondern die dritte Sitzreihe eher ein praktisches Back-up ist, zum Beispiel, wenn spontan ein Kindergartenfreund mitkommen möchte.« Zugelassen sind die beiden ausklappbaren Sitze in der dritten Reihe bis zu einer Körpergröße von 1,65 Metern. Auf langen Strecken dürfte es dort schon für manchen Grundschüler ungemütlich werden. Das ist uns aufgefallen: Außen kompakt, innen geräumig? Ganz so großzügig, wie Produktmanager Philipp den EQB darstellt, ist er nicht. Mit einer Länge von 4,68 Metern ist er im Prinzip auch kein Kompaktwagen mehr. Doch verglichen mit Kalibern wie dem EQC, dem Skoda Enyaq oder gar dem BMW iX ist der EQB noch ein handliches Auto. Wer die dritte Reihe nicht nutzt, kann die zweite Sitzreihe um 14 Zentimeter verschieben, ein Vorteil gegenüber den meisten Konkurrenzmodellen. So lässt sich bei jeder Fahrt der Kompromiss zwischen Kniefreiheit und Kofferraumvolumen justieren. Wie handlich der EQB ist, das zeigt sich im Stadtverkehr, wo SUVs meist gefahren werden. Leicht zu lenken und leicht einzuparken dank allerlei Kameras, surrt er gelassen durch die Rushhour. Dabei wirkt er sogar übersichtlicher als der kleinere EQA. Klar, der EQB ist mit dem höheren Dach und dem aufrechten Aufbau nicht so windschnittig. Dafür hat er größere Scheiben und bietet bessere Ausblicke – für den Fahrer beim Rangieren oder beim Blick in den Rückspiegel und für die Kinder beim Herausschauen.Angenehm groß ist der Kofferraum mit relativ niedriger Ladekante. Klar, wenn die dritte Reihe genutzt wird, passen allenfalls noch die Jacken aller Insassen hinein. Doch als Fünfsitzer schluckt der EQB respektable 495 Liter und taugt damit für die großen Ferien. Zwar hat Mercedes den EQB, anders als den EQS, nicht um den Elektroantrieb herum konstruiert, sondern lediglich den GLB umgebaut. Doch der Antrieb wirkt mittlerweile ausgereift. Das Navigationssystem plant die Routen intelligent und berücksichtigt Ladeleistung und Ladezeit der Säulen entlang der Strecke. Die Batterie bringt der Wagen rechtzeitig vor einem Ladestopp auf die richtige Temperatur. Zudem funktioniert die Rekuperation tadellos: Wer die geringste Stufe der Energierückgewinnung einstellt hat, rollt kilometerweit dahin, wenn er den rechten Fuß lupft. Und wer mit der stärksten Einstellung fährt, kann die mechanische Bremse meist links liegen lassen – das Fahren mit einem Pedal beherrscht der EQB besser als viele andere Umbauten. 360°-Ansicht Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mercedes EQB mit unserem 360-Grad-Foto Das muss man wissen: Obwohl der EQB Ende des Jahres in den Handel kommt, hat Mercedes noch keine exakten Preise bekannt gegeben. Doch falls der Preissprung vom Verbrenner zum E-Modell ähnlich ausfällt wie bei den kleineren Typen GLA und EQA, dann dürfte der EQB ab etwa 55.300 Euro kosten. Dafür gibt es das Modell EQB 300 mit zwei Motoren mit zusammen 168 kW und Allradantrieb. Alternativ bietet Mercedes den EQB 350 an ab etwa 58.000 Euro, mit 215 kW. Diese Variante entwickelt mehr Drehmoment (520 statt 390 Nm) und beschleunigt schneller, die Höchstgeschwindigkeit beider EQB-Versionen ist jedoch auf 160 km/h begrenzt. Später soll es noch eine günstigere Variante mit nur einem Motor und Frontantrieb geben, sowie eine mit größerer Reichweite. Die liegt aktuell bei jeweils 419 Kilometern und fußt auf einer Batterie von netto 66,5 kWh Speicherkapazität. Geladen wird mit bis zu 100 kW, sodass der Akkustand im besten Fall in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent steigt. Dann fließt binnen 15 Minuten Strom für 150 Kilometer.Das werden wir nicht vergessen: Den rosé-goldenen Zierrahmen um den Zündschlüssel. Er passt zur These von Mercedes, dass die Aussichten für den EQB als erstem elektrischen Siebensitzer rosig sind. Wirklich schmuck wirkt die von Mercedes-Designchef Gorden Wagener auserwählte Signaturfarbe für E-Modelle allerdings nicht. Hersteller:MercedesTyp:EQB 350 4maticKarosserie:SUVMotor:zwei E-MaschinenGetriebe:Eingang-AutomatikAntrieb:AllradantriebLeistung:215 kW / 292 PSDrehmoment520 NmVon 0 auf 100:6,2 sHöchstgeschwindigkeit:160 km/hBatteriekapazität:66,5 kWhReichweite:419 kmVerbrauch:16,2 kWh /100 kmCO₂-Ausstoß:0 g/kmLeergewicht:2175 kgKofferraumvolumen:495 lKofferraumvolumen umgebaut:1710 lLänge / Breite / Höhe (in mm):4684 / 1834 / 1701Preis:ca. 58.000 Euro