Fans enttäuscht Wie VW seinen Traumbus ID.Buzz abspeckt Das Traumauto der Surfer und Blumenkinder, aber elektrisch – so hatte es VW versprochen. Jetzt rückt die Serienproduktion des ID.Buzz näher – doch erste Fotos von Testfahrzeugen ernüchtern. 03.12.2021, 21.16 Uhr VW ID.Buzz: Hier noch als Showcar auf der IAA – das Serienmodell sieht allerdings anders aus Foto: REUTERS Surfbrett serienmäßig? Fast wirkte es so, was Volkswagen 2017 unter dem Namen ID.Buzz präsentierte: eine Neuauflage des als Hippiebus bekannt gewordenen Ur-Bullis T1, aber elektrisch angetrieben und mit allem Komfort für die Zukunft. Bewusst zeigte der Hersteller seine Designstudie in Kalifornien unter Palmen, mit zu einer Liegefläche umklappbaren Sitzbänken und großflächigem Panoramadach, darauf ein Board geschnallt. Das »schönste, aufregendste und emotionalste Elektroauto der Welt«, wie Firmenchef Herbert Diess meinte. Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter,nder den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassennund wieder ausblenden. Jetzt rückt der Traum der Realität näher. Für das kommende Frühjahr ist die Premiere des Elektrobullis geplant, im Spätsommer soll der Marktstart folgen. Daher sind jetzt schon Fahrzeuge aus der Produktion im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover zu Testzwecken unterwegs. VW selbst ließ im November bereits eine nach eigenen Angaben »seriennahe Studie« sehen, die also in Grundzügen das künftige Aussehen des Modells verrät, so wie es tatsächlich in den Verkauf kommen soll, allerdings mit Tarnmustern auf der Karosserie. In dieser Tarnung präsentierte VW den ID. Buzz zuletzt offiziell Foto: Volkswagen Nun tauchen in der Motorpresse Aufnahmen sogenannter Erlkönige auf – Prototypen, die mit deutlich weniger Tarnung unterwegs sind, offenbar zu Wintertests in Nordeuropa. »Motor 1« veröffentlichte mehrere Bilder eines weißen ID.Buzz im Schnee. Das VW-Logo fehlt, die Hecklichter sind verkleidet, ein Kunststoffschutz verdeckt die Seite. Alles in allem aber ist der Kleinbus bereits deutlich erkennbar – und sieht sehr konventionell aus, zumal verglichen mit der zweifarbig leuchtenden Ursprungsvision des Showcar. Die verfügte etwa über Kamera-Rückspiegel und ein extravagantes Innenleben. Klassische Türgriffe wie jetzt waren nicht zu erkennen. Auf Twitter kamen enttäuschte Reaktionen aus der Autoszene. »Potthässlich. Wie kann man so vom Konzept abweichen?«, fragte eine Userin. Jemand habe einen Fehler gemacht, kommentierte ein anderer. So müsse das Auto doch aussehen, verwies er auf die California-Vision.Die Robo-Variante fährt schon durch HamburgAn einer Ladestation nahe der A2 in Niedersachsen sichtete ein Twitter-Nutzer Ende November die Version als Lieferwagen. Auch hier der ernüchterte Kommentar: »Na, dann sieht der ID.Buzz wohl aus wie der T7«, das aktuelle VW-Kleinbusmodell mit Verbrennungsmotor. Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter,nder den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassennund wieder ausblenden. Der ID.Buzz werde erst mal in einer Basisausstattung als Fünfsitzer auf den Markt kommen, erklärte ein Volkswagen-Sprecher dem SPIEGEL am Freitag. Das Serienfahrzeug müsse sich an die technischen Möglichkeiten der Plattform Modularer Elektrobaukasten halten, auf der auch die bisherigen Elektroautos ID.3 und ID.4 entstehen. Dem fallen wohl manche Fantasien der Studie zum Opfer. Dieser Prozess des Abspeckens vom spektakulären Showcar zum realistischen Serienauto ist allerdings normal, dürfte jedoch angesichts der emotional geschürten Erwartung an den ID.Buzz manche Bullifans hart ernüchtern. Immerhin fährt auch ein Stück Bulli-Zukunft schon durch Hamburg. Seit Oktober lässt die VW-Tochter Moia, die in der Hansestadt einen Shuttledienst betreibt, zwei Fahrzeuge ein Testgebiet für autonomes Fahren östlich der Alster kartieren. Die künftigen Robotaxis, in Tarnoptik und mit Dachaufbauten für Sensoren der Volkswagen-Beteiligung Argo AI, bauen bereits auf dem aktuellen Prototypen des ID.Buzz auf. Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter,nder den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassennund wieder ausblenden. Wirklich starten soll der fahrerlose Betrieb der Moia-Bullis aber erst 2025. Das Prestigeprojekt mit VW-Großaktionär Katar, bereits zur Fußball-WM im November/Dezember 2022 in dem Golfemirat einen computergesteuerten Fahrdienst mit dem ID.Buzz anzubieten, wurde laut einem Bericht des manager magazins gestoppt. Manche Entscheidungen über das endgültige Aussehen hat VW noch gar nicht getroffen – zum Beispiel, ob es das Panoramadach zumindest als Option von Beginn an gibt. Eine Variante mit längerem Radstand wird auch nur für einen späteren Zeitpunkt geprüft. Dann wäre auch ein Campermobil mit California-Ausstattung möglich. Vorerst sei das »Zukunftsmusik«, heißt es in Wolfsburg. Teilen Sie Ihre Meinung mit Melden Sie sich an und diskutieren Sie mit Anmelden