Der britische Online-Gebrauchtwagenhändler Cazoo treibt seine Europa-Expansion voran. Am Mittwoch hat das Start-up auch in Deutschland den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Auf der deutschen Plattform werden zunächst knapp 800 Fahrzeuge gängiger Automarken gelistet. "Wir freuen uns darauf, den Kunden in Deutschland beim Autokauf ein neues und erstklassiges Erlebnis zu bieten", sagte Unternehmenschef Alex Chesterman einer Mitteilung zufolge. Durch Transparenz und Qualität wolle man den Käufern ein "großes Sicherheitsgefühl" vermitteln.nGekauft wird bei Cazoo ausschließlich über das Internet. Alle Gebrauchtwagen stammen aus dem eigenen Bestand, sind umfassend geprüft und werden vor die Haustür geliefert. Mittels hochauflösender 360-Grad-Bildern kann sich der Interessent vorab über die Fahrzeuge informieren. Chesterman: "Jedes Auto kann bis zu sieben Tage getestet werden und wird bei Nichtgefallen kostenlos von Cazoo wieder abgeholt." Weitere Merkmale sind eine Sieben-Tage-Geld-Zurück-Garantie sowie eine zwölfmonatige Gewährleistung.nWachstum mit hoher SchlagzahlnChesterman hatte Cazoo 2018 gegründet. In weniger als zwei Jahren verkaufte er über 45.000 Autos auf dem britischen Heimatmarkt. Mittelweile ist das Unternehmen auch in Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal mit insgesamt über 3.800 Mitarbeitern aktiv. Zu Jahresbeginn machte Cazoo hierzulande bereits mit der Übernahme des Auto-Abo-Pioniers Cluno Schlagzeilen (wir berichteten). Ende August folgte der Gang an die New Yorker Börse (NYSE), der frisches Kapital in Höhe von 800 Millionen Dollar für die Expansion einbrachte. Gründer und CEO Alex Chesterman © Foto: Cazoo Cazoo kündigte an, seinen Bestand in den kommenden Monaten auf Tausende von Fahrzeugen in ganz Europa auszuweiten. Zudem soll das Angebot um neue Funktionen erweitert werden. Geplant seien unter anderem der Fahrzeugkauf direkt vom Privatkunden, eine vollständig digitale Autofinanzierung und monatliche All-inclusive-Abonnements, hieß es. In Großbritannien gilt Cazoo als "Amazon des Gebrauchtwagenmarktes". In Deutschland trifft der Anbieter aber mit dem Platzhirschen Auto1 Group (Autohero) sowie den neuen Plattformen Driverama und Carvago auf harte Konkurrenz.