Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) warnt vor einer bundesweiten Einführung einer 2G-Regelung für den Einzelhandel. Eine erneute Einschränkung des Geschäftsbetriebs sei für die Autohäuser weder zu verkraften noch zumutbar, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Donnerstag in einer Online-Sitzung des Verbandsvorstands. Das Gremium sprach sich dafür aus, eine differenzierte Lösung auf den Weg zu bringen.n2G steht für den Zutritt zu Geschäften nur für Geimpfte und von Corona-Genesene. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hatte eine entsprechende Regelung für den gesamten Handel ins Spiel gebracht. Ausgenommen sollen Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs werden. Bund und Länder wollen heute über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen entscheiden.nDie Autohäuser seien erwiesenermaßen keine Infektionsherde, da sie in der Regel über große Ausstellungs- und Verkaufsbereiche verfügten, in denen jeweils nur wenige Kunden gleichzeitig anwesend seien und deshalb auch weder Gedränge noch Schlange stehen herrsche, erklärte Karpinski. Insofern müssten die Kundinnen und Kunden auch weiterhin die Möglichkeit haben, auf Basis eines negativen Schnelltestergebnisses ein Autohaus aufsuchen zu können.nKarpinski: "Um es noch einmal zu betonen: Wir stehen voll und ganz hinter dem Ziel, die Corona-Pandemie durch die Steigerung der Impfquote erfolgreich zu bekämpfen". Zugangsbeschränkungen für Autohäuser seien dafür jedoch kein geeignetes Instrument.nDer oberste Branchenvertreter verwies auf die äußerst kritische Phase, in der sich der Automobilhandel derzeit befindet: "Erst war der Präsenzhandel im ersten Halbjahr durch den Lockdown fast komplett lahmgelegt, und als wir wieder durchstarten wollten, hat uns die Halbleiter-Krise in der zweiten Jahreshälfte das Neuwagengeschäft verhagelt." Daher werde das Autojahr 2021 wohl noch schlechter ausfallen als das Krisenjahr 2020.nStarke Umsatzeinbußen prognostiziertnDas Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet beim stationären Einzelhandel Umsatzeinbußen von etwa 5,3 Milliarden Euro im Dezember, sollte dort bundesweit die 2G-Regel eingeführt werden. "Eine flächendeckende Einführung von 2G würde vor allem kleinere Betriebe sehr hart treffen", sagte IW-Experte Christian Rusche dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag).nNach seiner Ansicht würden es sich bei einer 2G-Vorschrift wohl zahlreiche Inhaber überlegen, "ob es sich noch lohnt, das Geschäft zu öffnen. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, die finanziellen Hilfen für die betroffenen Handelsunternehmen auszuweiten und bürokratische Hürden bei der Gewährung der Hilfen zu beseitigen."nAuch der Handelsverband Deutschland befürchtet bei Einführung einer 2G-Regel erhebliche Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent für die betroffenen Unternehmen. "Das ist nach den ohnehin schon kräftezehrenden Lockdowns der vergangenen Monate für viele nicht zu verkraften", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Funke Mediengruppe. Er forderte die Politik auf, diese Maßnahmen zurückzunehmen oder gar nicht erst einzuführen, "ansonsten erlebt der Einzelhandel zum Jahresschluss ein Debakel".