Wie die meisten anderen Hersteller hat auch Audi Lieferschwierigkeiten. Wie ein Rundschreiben von Mittwoch deutlich macht, ist der Hersteller aber nicht bereit, die Jahresziele für den Handel für 2021 weiter zu reduzieren. Im September habe es bereits eine Anpassung gegeben, mehr sei nicht drin, teilte die Audi AG ihren Händlern mit. "Das bedeutet für mich einen Ertragsverlust von 85.000 Euro", beschwerte sich ein Händler bei AUTOHAUS. Und das aus Gründen, die sein Unternehmen nicht zu verantworten habe. Fahrzeuge, die bereits im März/April bestellt worden seien, seien bislang noch nicht ausgeliefert, und die Hoffnung schwinde, dass dies in diesem Jahr noch passieren könne.nAudi sieht noch ChancennPhilipp Noack, Leiter Vertrieb Deutschland, und Stefan Quary, Leiter Verkauf Deutschland, die das AUTOHAUS vorliegende Rundschreiben unterzeichnet haben, sehen hingegen "noch Chancen zur Auslieferung in diesem Jahr". Deswegen sollen die Zulassungsziele für den sogenannten Performance-Bonus nicht weiter reduziert werden.nAuf Anfrage von AUTOHAUS zu den Vorwürfen aus dem Handel teilte Audi mit: "Wir unterstützen unsere Audi-Partner kontinuierlich mit unterschiedlichen Maßnahmen und haben beispielsweise unsere Bonussysteme für Neu- und Gebrauchtwagen bereits im Jahresverlauf deutlich angepasst, um die Erreichbarkeit sicherzustellen. Wir haben nun die Bonussysteme einer weiteren Prüfung unterzogen und der Belieferungssituation angemessen weitere Anpassungen im Einzel- und Großkundenbereich vorgenommen." Weiter heißt es: "Wir beobachten die Entwicklungen auch weiter sehr genau und stehen im engen Austausch mit dem Audi-Beirat im Partnerverband und unseren Händlern, um im Bedarfsfall rasch und angemessen auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können."nBonusanpassung hilft nichtnDie von Audi in dem Rundschreiben kommunizierte Bonusanpassung, die zum Beispiel eine Erhöhung des BEV-Bonus von 1,2 auf 1,6 Prozent bei einer Zielerreichung von 80 Prozent vorsieht, sei nicht ausreichend, heißt es hingegen aus dem Netz. "Ich habe in meiner langjährigen Zeit als Audi-Händler noch nie so ein unpartnerschaftliches Vorgehen eines Herstellers erlebt", so ein Händler wörtlich.nZiel- und PreiserhöhungnLaut Audi geht der Handel mit einem Auftragsbestand von 85.000 Einheiten ins neue Jahr 2022. Deswegen hat der Hersteller bereits eine Zielerhöhung für das kommende Jahr von rund elf Prozent angekündigt, wie AUTOHAUS aus dem Handel erfahren hat. Dass diese Zielerhöhung mit einer Preiserhöhung ab Januar 2022 einhergehen wird, macht es für den Handel nicht leichter. Von Audi heißt es dazu, die gemeinschaftliche Durchsprache der Zielvereinbarungen sei ein regulärer Prozess, der partnerschaftlich durchgeführt werde. Die Gespräche würden unter Berücksichtigung des aktuell sehr erfreulichen Auftragsbestands und der geplanten Liefersituation geführt.nDarüber hinaus wollte sich eine Audi-Sprecherin nicht äußern. Zum Thema Preiserhöhung teilte sie in einer schriftlichen Stellungnahme mit: "Wir setzen auf einen langfristigen Premium-Preispfad und überzeugen durch Produkt-Substanz. Grundsätzlich handeln wir in unser Preispolitik stabil und nachhaltig. Incentives setzen wir mit Augenmaß ein. Dadurch sichern wir ein stabiles Restwertniveau. Wir legen den Fokus auf eine wertorientierte Angebotsstruktur, die sich an den Kundenbedürfnissen orientiert."