Stau im Berufsverkehr: Tägliche Routine für Millionen deutsche Pendler Foto: Sabine Gudath / imago images Die meisten Pendler in Deutschland fahren mit dem Auto zur Arbeit. Zwei Drittel fuhren nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mit dem Pkw in die Firma oder ins Büro – auch auf kürzeren Strecken. Den öffentlichen Nahverkehr wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Zug nutzen hingegen gerade einmal gut 13 Prozent auf dem Weg zur Arbeit. Noch weniger steigen aufs Rad: Nur jeder zehnte Erwerbstätige fährt regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit, zu Fuß sind die wenigsten Pendler unterwegs. Das ergab die alle vier Jahre durchgeführte Pendlererhebung des Statistischen Bundesamtes. Auch die Coronapandemie oder die Debatte über Klimaschutz hatte auf das Fahrverhalten der Pendler wenig Einfluss: Im Vergleich zur letzten Erhebung für das Jahr 2016 sind die Prozentanteile der einzelnen Verkehrsmittel nahezu unverändert. Das Auto nutzen viele nicht nur auf langen Anfahrtswegen, etwa auf dem Land. Auch auf kürzeren Arbeitswegen kommt das Auto regelmäßig zum Einsatz: Fast die Hälfte aller Arbeitswege ist laut der Erhebung weniger als zehn Kilometer lang. Für rund ein Drittel ist der Weg zur Arbeit bis zu 25 Kilometer lang, und nur 14 Prozent legen 25 bis unter 50 Kilometer zurück.Die Angaben für das Jahr 2020 beziehen sich nach Angaben des Bundesamtes auf die gut 38,9 Millionen der insgesamt 41,6 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland. Diese machten für die Befragung Angaben zur Entfernung vom Wohnort zum Job sowie zu Zeitaufwand und Verkehrsmittel für den Arbeitsweg. Immer mehr Pendler, immer mehr AutosDas Statistische Bundesamt spricht von einer »ungebrochenen Dominanz des Autos« als Beförderungsmittel. Das zeigt auch die Zahl der Neuzulassungen: Anfang Januar 2021 waren 48,2 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen. Das waren 14 Millionen mehr als zehn Jahre zuvor.Insgesamt steigt vor allem die Zahl der Autos pro Haushalt: Der Trend gehe zum Zweit- oder Drittwagen. Laut Bundesamt kamen 2010 auf 100 Haushalte noch 102 Autos, so waren es zehn Jahre später schon 108. Das erklärt auch die führende Rolle des Autos insgesamt: So legen die Deutschen rund 84 Prozent des (motorisierten) Personenverkehrs mit dem Pkw zurück – nur 9 Prozent mit dem Zug und 6 Prozent mit Bussen. Auch die Wege zwischen Wohnort und Arbeitsplatz werden seit Jahren länger. Etwa 13 Millionen Menschen pendeln zwischen verschiedenen Landkreisen. Rund 3,4 Millionen leben und arbeiten in unterschiedlichen Bundesländern, das sind 1,3 Millionen mehr als noch vor zwei Jahrzehnten. Das zeigten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die die Linksfraktion im Bundestag im Juni ausgewertet hat. Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt,nder den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassennund wieder ausblenden. Die höchste Pendlerdichte in Deutschland hat die Hauptstadtregion. 225.000 Brandenburger haben ihren offiziellen Arbeitsplatz in Berlin.