Gemeinsam gegen die Bahn: Fernbuslinien locken mit Billigtickets Foto: Ralph Peters / imago images Monatelang sind die Busse im Depot geblieben. Gleich zweimal mussten deutschlandweit fahrende Buslinien den Reiseverkehr während der Pandemie einstellen. Während Marktführer Flixbus bereits im März wieder erste Strecken in den Fahrplan aufnahm, zieht die Konkurrenz jetzt nach. Seit Donnerstag fahren wieder die Fernbusse des französischen Wettbewerbers BlablaCar, der bislang vor allem für seine Mitfahrzentrale bekannt ist. Etwa 30 Prozent mehr Buchungen für Busreisen gibt es als beim letzten Neustart im vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen mit. Immer mehr Menschen seien geimpft, die Reiselust wachse. Um sich auf den Boom einzustellen, würden etwa auf der Strecke Berlin-München mit 75 Fahrten pro Woche doppelt so viele angeboten wie vor der Pandemie. »Wir haben große Ambitionen auf dem deutschen Markt«, hatte Unternehmenschef Nicolas Brusson im Mai angekündigt. Das Streckennetz soll in anderthalb Jahren auf 200 Intercity-Verbindungen verdoppelt werden. Vor der Krise hatte Flixbus seit der Marktliberalisierung 2013 jahrelang rasant expandiert, Wettbewerber geschluckt und zuletzt einen Marktanteil von 95 Prozent. Das Unternehmen bietet unter der Marke Flixtrain auch Bahnreisen an und konkurriert auf einigen Strecken mit der Deutschen Bahn, deren Ticketpreise oft höher sind. Die grünen Züge steuern bislang 36 Städte an. Zwischen Blablacar und Flixbus könnte sich auf einigen Strecken nun ein Preiskampf mit sinkenden Ticketpreisen entwickeln. Hinter beiden Anbietern stehen internationale, potente Investoren. Ganz allein unter sich können sie die Sache aber nicht ausmachen. Mit Pinkbus will ein weiterer Anbieter um Marktanteile kämpfen. Das Unternehmen bietet Direktverbindungen zwischen Metropolen wie Frankfurt und München ohne Zwischenstopps an und wirbt für sich als »schnellste Fernbuslinie Deutschlands«. Ein weiterer Neuling ist das Busreise-Startup Roadjet, das mit mehr Komfort wie breiteren Sitzen auf Geschäftsreisende schielt. Alle Fernbuslinien eint, dass ihr größter Konkurrent die Bahn bleibt – und das Auto.