Das Wrack des Tesla nach dem Unfall im US-Bundesstaat Texas Foto: Scott J. Engle / REUTERS Der tödliche Unfall mit einem Tesla-Elektroauto in Texas, bei dem nach ersten Angaben der Polizei niemand am Steuer gesessen haben soll, wird womöglich nie ganz aufgeklärt werden. Wichtige Speichertechnik mit Daten des Fahrzeugs sei ganz zerstört oder zumindest stark beschädigt worden, teilte die mit der Untersuchung des Unfalls beauftragte US-Behörde NTSB in einem Zwischenbericht mit. Laut NTSB zeichnete zwar eine Überwachungskamera auf, wie der Besitzer des Wagens einstieg und auf dem Fahrersitz Platz nahm. Es gibt jedoch keine gesicherten Erkenntnisse dazu, ob er auch zum Zeitpunkt des Aufpralls am Steuer saß. Der zweite Insasse sei auf der Beifahrerseite eingestiegen, heißt es in dem Bericht. Der Wagen legte demnach nur rund 170 Meter zurück, bevor er von der Straße abkam. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum und die Batterie fing Feuer. Autopilot zumindest nicht voll aktiviertDie örtliche Polizei in einem Vorort der Stadt Houston in Texas ging zunächst davon aus, dass bei dem Unfall niemand am Steuer gesessen hatte. Die Beamten fanden in dem ausgebrannten Fahrzeug einen der Männer tot auf dem Beifahrersitz, einen weiteren Toten auf der Rückbank. Dadurch kam rasch die Frage auf, ob Teslas umstrittenes Assistenzsystem »Autopilot« aktiv gewesen sein könnte. Nach vorläufigen NTSB-Erkenntnissen ist nun davon auszugehen, dass das »Autopilot«-System zumindest nicht voll aktiviert war, weil ein entscheidender Bestandteil auf der Unfallstrecke unmöglich funktioniert haben kann.Tesla-Chef Elon Musk hatte einen Zusammenhang mit dem Assistenzsystem von Anfang an bestritten und im April bei Twitter geschrieben, bis dahin verfügbare Daten zeigten, dass das »Autopilot«-System nicht aktiviert gewesen sei. Musk verwies darauf, dass auf der Straße die Spurmarkierung gefehlt habe, ohne die sich die Standardausführung des Systems nicht aktivieren lasse.Der sogenannte adaptive Tempomat kann die Geschwindigkeit steuern – komplett ist das »Autopilot«-System auch nach Einschätzung der NTSB-Experten aber erst mit dem System, das den Wagen in der Spur hält. Ein Tesla-Manager sagte in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen, der adaptive Tempomat sei vor dem Aufprall zumindest zeitweise aktiviert gewesen. Zugleich gehe Tesla wegen des verformten Lenkrads aber davon aus, dass jemand beim Unfall am Steuer gesessen habe. Die Bemühungen zur Aufklärung des Unfalls dauern an. Sämtliche Aspekte würden weiter untersucht, erklärte die Behörde. An Teslas »Autopilot« und dessen Sicherheitsvorkehrungen gegen Missbrauch gibt es schon länger Kritik. Im Internet kursieren Videos, die zeigen, wie Fahrer im Straßenverkehr ihren Sitz verlassen, der US-Verbraucherorganisation Consumer Reports gelang es, die Sicherheitsvorkehrungen des Systems auszuhebeln.Kritiker bemängeln, dass der Name »Autopilot« eine Übertreibung sei, die zu fahrlässiger Nutzung einlade. Die nächste Stufe des Programms nennt Tesla sogar »Full Self-Driving«, komplett selbstfahrend, obwohl es nach gängigen Kriterien weiterhin lediglich ein Assistenzsystem bleibt.