Testfahrer in einem hoch automatisierten Auto Foto: Julian Rettig Komplett selbstfahrende Fahrzeuge sollen nach den Plänen der Autokonzerne zum Alltag auf den Straßen werden. Das hat aber gravierende rechtliche und ethische Folgen: Wer haftet, wenn es zu einem Unfall kommt? Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mit einem Gesetzentwurf zum autonomen Fahren Klarheit schaffen. Das Regelwerk wird derzeit im Parlament beraten, in dieser Woche gab es im Verkehrsausschuss eine Anhörung. Aus: DER SPIEGEL 19/2021 Das Leiden der KinderStudien zeigen, wie massiv sich die Pandemie auf Kinder und Jugendliche auswirkt. Viele fallen in der Schule zurück oder leiden unter Essstörungen, Aggressivität, Depressionen. Lange konzentrierte sich die Politik auf den Schutz der älteren Generationen, jetzt sollen Milliardenprogramme den Jüngeren helfen. Aber welche Schäden werden bleiben? Und was können Eltern tun?Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL. Zur Ausgabe Doch das Vorhaben stößt auf grundlegende Kritik des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). In einem Positionspapier warnen die Verbraucherschützer davor, den Halter als Alleinhaftenden zu behandeln, wenn er mit seinem selbstfahrenden Wagen einen Unfall baut. So schreibt der Verband: »Die größte Verantwortlichkeit sollte beim Hersteller liegen«, gefolgt von der Technischen Aufsicht – und erst dann der Person, die mit dem Fahrzeug unterwegs sei. Der Verband fürchtet, private Halter solcher Autos könnten überfordert sein. Deshalb sollten bis auf Weiteres nur gewerbliche Anwender diese Wagen fahren dürfen. Wichtig sei auch, dass der Fahrzeughalter die Hoheit über die vom Auto generierten Daten behalte.Wie dringend die Frage einer Klärung bedarf, zeigt sich schon daran, dass es bei Neuwagen immer häufiger vorkommt, dass der Computer Fahrfunktionen übernimmt. Ein Vorreiter ist der US-Elektroautokonzern Tesla, der seine Systeme als »Autopilot« bezeichnet und damit suggeriert, der Wagen würde praktisch selbstständig fahren. Das verführt regelmäßig Besitzer, sich zu sehr auf das Assistenzsystem zu verlassen; immer wieder kommt es deshalb zu Unfällen. Mehr zum Thema autonomes Fahren Im Extremfall geht es um Menschenleben: Wie steuert eine Maschine, wenn es zwischen dem Zusammenstoß mit einer Menschengruppe oder einem einzelnen Fußgänger zu entscheiden gilt? Aber auch jeder banale Blechschaden bedarf künftig anderer Regelungen, weil die Software solcher Autos letztlich oft mehr Verantwortung für den Crash trägt als die Person, die am Lenkrad sitzt.Die Verbraucherschützer schlagen vor, eine Neuauflage der Ethikkommission aufzusetzen, die vor einigen Jahren zum automatisierten und vernetzten Fahren Grundsätze aufgestellt hatte. Diese Standards sollten weiter präzisiert werden.