Aufgrund seiner Wachstumsstrategie steuert die Tiemeyer Gruppe bislang erfolgreich durch die Corona-Krise. Im Geschäftsjahr 2019/20 sei der Umsatz um 107 Millionen Euro auf 790 Millionen Euro Umsatz angewachsen, teilte der VW-Konzernhändler am Dienstag mit. Der Absatz sei auf über 33.000 verkaufte Fahrzeuge der Marken Volkswagen (Pkw/Nutzfahrzeuge), Audi, Seat, Cupra und Skoda gestiegen – nach rund 31.500 Einheiten im vorangegangenen Geschäftsjahr.nDie Pandemie habe man "dank des vorbildlichen Zusammenhalts und Engagements der gesamten Belegschaft bisher hervorragend bewältigen können", erklärte Inhaber Heinz-Dieter Tiemeyer in Bochum. Das Unternehmen habe sich über viele Jahre ein stabiles Fundament erarbeitet. "Das werden wir auch in Zukunft weiter ausbauen."nBei Tiemeyer läuft das Geschäftsjahr von September bis Ende August. Das komplette Corona-Ausmaß wird in den aktuellen Zahlen noch nicht sichtbar. Tiemeyer bekräftigte: "Anhand unserer Erfahrungswerte aus dem ersten Lockdown und der darauf aufbauenden guten Vorbereitung auf den weiteren Verlauf der Pandemie haben wir Chancen für unser Geschäft erkannt und auch genutzt." Kurzarbeit habe es lediglich einen Monat lang im Frühjahr 2020 gegeben. Mit besonderen Vertriebs- und Service-Aktionen habe man diese anhaltend verhindert.nDem Vorstandsvorsitzenden zufolge hatte die Autohandelsgruppe die Kundenkommunikationswege stark ausgebaut und die Präsenz in Marktgebieten durch gezielte Marketingmaßnahmen erhöht. Mit Erfolg: "Ein pandemiebedingter Stellenabbau war erfreulicherweise nicht notwendig", sagte Tieymeyer. Aktuell würden knapp 1.600 Mitarbeiter an 27 Standorten im Ruhrgebiet, Bergischen Land und Sauerland beschäftigt, darunter seien 220 Auszubildende. Als besondere Wertschätzung der Belegschaft habe man bereits zum dritten Mal eine anteilige steuerfreie Corona-Prämie ausgezahlt.nFortlaufende ExpansionnDie Tiemeyer Gruppe zählt zu den größten Vertragspartnern des Volkswagen-Konzerns in Deutschland und ist seit Jahren stramm auf Expansionskurs. 2019 baute das Unternehmen mit dem Erwerb des Autohauses Plätz seine Aktivitäten in Oberhausen aus. Zudem schlüpften die Remscheider VW-, Audi- und Skoda-Betriebe der Scheider Gruppe offiziell unter das Tiemeyer-Dach. Beide Übernahmen wurden zum Jahreswechsel wirksam.nAktuell integriert Tiemeyer die Autohäuser der Köpper Gruppe in seinen Verbund. Mit den neuen Standorten in Dorsten und Dülmen wächst die Belegschaft um rund 150 weitere Mitarbeiter. Zum Start des neuen Geschäftsjahres 2020/21 erfolgte außerdem die Umfirmierung der vier ehemaligen Schauerte-Betriebe (Sauerland) und zum Jahreswechsel ebenso für die drei Remscheider Standorte.nTiemeyer führt die erfolgreiche Entwicklung auch darauf zurück, dass sein Kfz-Unternehmen fest in der Region verwurzelt sei. Man fördere zahlreiche Projekte, Einrichtungen und Vereine auf allen gesellschaftlichen Ebenen. "In Krisenzeiten ist es wichtiger denn je, sich gegenseitig zu unterstützen. Das Unternehmen steht für seine Solidarität guten Geschäftspartnern gegenüber, sowie die lokale Verbundenheit ", betonte der Händler. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Sponsorenaktivitäten im Fußball, Basketball und Reitsport.nOnline-Vertrieb auf dem VormarschnAuf den tiefreifenden Wandel in der Autobranche reagiert das Unternehmen mit verstärkten Investitionen in den Bereichen Digitalisierung und Elektromobilität. Ein Fokus: die Weiterentwicklung des Online-Vertriebs. "In zehn Jahren werden mindestens 40 Prozent der Käufe online getätigt", erläuterte Tiemeyer. Schon heute lege die Zahl der online verkauften Fahrzeuge in der Gruppe deutlich zu.nAuch hinsichtlich der E-Mobilität hat Tiemeyer weitere Vorbereitungen getroffen, um sich als bedeutender Anbieter auf diesem Gebiet in Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Inzwischen seien für 600.000 Euro sämtliche Betriebe mit Ladesäulen aus- und nachgerüstet worden, hieß es. Parallel dazu wachse die Nachfrage stetig. Mit den aktuellen Fördermaßnahmen seien Elektro- und Hybridfahrzeuge derzeit besonders attraktiv.