Das erfolgreichste E-Auto der Welt kommt nach Europa – und zwar zum absoluten Dumping-Preis. Dank der hohen Kaufprämie für Stromer könnte dadurch eine absurde Situation entstehen. Oder hat die Sache einen Haken? Foto-Serie mit 21 Bildern Das Unternehmen Dartz aus Litauen will das erfolgreichste E-Auto der Welt nach Europa bringen. In Deutschland würde es obendrein auch das billigste sein. Denn genau 9.999 Euro soll der Freze Nikrob EV kosten, wenn er in der EU in den Handel kommt. Mancher wird nun nachrechnen. Denn inklusive der Kaufprämie fürs Elektroauto, die im Höchstfall bei mehr als 9.000 Euro liegt, wäre der Freze in Deutschland fast kostenlos. Daraus aber wird wohl nichts. Denn in den Regelungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) heißt es: Die Hälfte der Fördersumme müssen die Fahrzeughersteller bereitstellen, sonst gibt's vom Staat kein Geld. Dass Dartz seinen Billig-Stromer bezuschussen wird, kann man allerdings ausschließen. Billig-Auto ist eigentlich ein Chinese Konkurrenzlos günstig ist das Auto dennoch. Aber was bekommen die Kunden für ihr Geld? Im Grunde kaufen sie einen Hongguang Mini EV. Dartz lässt nämlich die Bauteile des chinesischen Elektro-Zwergs nach Litauen liefern, wo daraus schließlich das Auto montiert wird. Deshalb entspricht der Nikrob EV weitgehend dem chinesischen Original, das dort bereits für umgerechnet rund 3.700 Euro angeboten wird. Allerdings wird beispielsweise die Sicherheitsausstattung den europäischen Normen angepasst. Hongguang Mini EV: Der 700 kg leichte Viersitzer wurde in China allein im Januar etwa 37.000-mal verkauft. Das macht ihn zum derzeit meistverkauften Elektroauto der Welt. (Quelle: Hersteller) Darüber hinaus sollten angesichts des kleinen Preises natürlich auch die Erwartungen nicht zu groß sein. 2,90 Meter Länge und 1,50 Meter Breite genügen gerade so für vier Plätze und ein bisschen Kofferraum. Die 27 PS des E-Motors schaffen nicht mehr als Tempo 100, der Akku ermöglicht eine Reichweite von rund 100 beziehungsweise (in einer Variante für 14.999 Euro) etwa 200 Kilometern. Das ideale Familienauto sieht natürlich anders aus. Dennoch meldet Dartz bereits eine große Nachfrage im Heimatmarkt Litauen, beispielsweise nämlich von Carsharing- und Lieferdiensten. Vielleicht findet der Billig-Stromer zumindest auf diese Weise auch den Weg nach Deutschland.