Angehörige der US-Ureinwohner der Cherokee haben die Entfernung ihres Namens vom gleichnamigen Geländewagen der Firma Jeep gefordert. »Ich bin sicher, dass es gut gemeint war, aber es ehrt uns nicht, unseren Namen auf die Seite eines Autos geklebt zu sehen«, erklärte der Häuptling der Cherokee Nation, Chuck Hoskin Jr., in einer Stellungnahme. Er forderte eine Debatte über »kulturelle Angemessenheit« mit dem Hersteller.n»Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen und Sportvereine aufhören sollten, Namen, Bilder und Maskottchen amerikanischer Ureinwohner auf ihren Produkten und Trikots zu verwenden«, forderte Hoskin. Wer sein Volk ehren wolle, solle über seine souveräne Regierung, seine Rolle in den USA, seine Geschichte, Kultur und Sprache lernen.Jeep verteidigt Namen des ModellsEine Sprecherin des Mutterkonzerns Stellantis erklärte gegenüber dem »Guardian«, der Name des Modells sei sorgfältig ausgewählt und »über Jahre gepflegt worden, um die amerikanischen Ureinwohner für ihre Erhabenheit, ihre Tapferkeit und ihren Stolz zu ehren und zu feiern«. Ob das Unternehmen eine Umbenennung plant, blieb unklar. Jeep nutzt den Namen Cherokee mit einer mehrjährigen Unterbrechung seit 1970. Eine Ausstattungsvariante des Jeep-Modells Gladiator trägt außerdem den Namen »Mojave«, der eine Wüste im Südwesten der USA bezeichnet, aber auch in indigenes Volk Nordamerikas.nFrüher nutzten deutlich mehr Autohersteller Namen amerikanischer Ureinwohner für mittlerweile eingestellte Modelle, wie zum Beispiel den Chevrolet-Modelle Apache und Cheyenne, den Dodge Dakota und den Jeep Comanche. Auch außerhalb der USA verwenden Hersteller dieses Schema für Namen ihrer Modelle. So ist beispielsweise der VW Touareg nach den in Nordafrika lebenden Tuareg benannt, der Name des Nissan Qashqai ist an den Namen eines im Iran beheimateten Volkes angelehnt.nIn den USA setzt sich damit eine Debatte fort, die zur Umbenennung zweier prominenter Sportteams geführt hatte. So verkündeten die »Cleveland Indians«, ein Baseballteam, Ende des vergangenen Jahres sich von ihrem als rassistisch empfundenen Namen zu trennen. Zuvor hatte der Klub bereits sein Maskottchen, eine Indianerkarikatur namens »Chief Wahoo«, abgeschafft. Auch das Washington Football Team hat sich von seinem alten Namen »Redskins« (Rothäute) getrennt. Ureinwohner der USA setzten sich zuvor über Jahrzehnte erfolglos dafür ein, den verletzenden und als rassistisch empfundenen Namen zu ändern. Erst als wichtige Sponsoren Druck machten, legte der Klub den Namen ab.nIcon: Der Spiegel