Im verlängerten Lockdown fordert Michael Ziegler die Öffnung des Kfz-Handels unter Auflagen. Positiv: Der Landesverbandspräsident sieht erste Anzeichen für ein Umdenken auf politischer Seite. Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg macht sich weiter für eine schnellstmögliche Öffnung der Autohäuser im Corona-Lockdown stark. "Wir leisten derzeit auf allen Kanälen Überzeugungsarbeit dafür", sagte Verbandspräsident Michael Ziegler am Freitag in Stuttgart. Er begrüße, dass die Politik beginne umzudenken. Ziegler verwies auf einen Vorstoß der FDP-Landtagsfraktion, den Handel wieder zu öffnen, aber das Tragen von FFP2-Maske verbindlich vorzuschreiben. "Das geht in die richtige Richtung." Dass Bayern ebenfalls auf FFP2-Masken setze, bestärke diese Auffassung.nDer Branchenvertreter erklärte weiter: "Optimale Lüftung, ein optimales Verhältnis von Fläche zu Kunden, das oft bei mehreren hundert Quadratmetern pro Person liegt, tragfähige Hygienekonzepte – im Autohandel ist alles vorhanden." Man könne auch Besichtigungstermine mit den Kunden vereinbaren, um eine kontinuierliche Frequenz sicherzustellen. Ziegler zeigte sich bereit, mit dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.nDas Kfz-Gewerbe drängt seit längerem darauf, den stationären Autohandel in Deutschland während des Lockdowns zu erlauben. Die Argumentation: Die Showrooms werden die meiste Zeit über nur von einer Handvoll Kunden frequentiert. Zudem sind die Verkaufsflächen im Neuwagenhandel in der Regel mehrere hundert bzw. tausend Quadratmeter groß, und die Ausstellungsflächen für Gebrauchtwagen finden sich meist im Außenbereich.nZiegler: "Das Kraftfahrzeuggewerbe treibt die Corona-Infektionen nicht". Die im Lockdown geöffneten Kfz-Werkstätten seien eindeutig keine Hotspots. Deshalb zeigte sich der Landesverbandspräsident überzeugt: "Was wir im Servicebereich schaffen, schaffen wir im Handelsbereich erst recht."nMit Blick auf das umsatzstarke Frühjahrsgeschäft ab Februar und die verlängerten Corona-Einschränkungen betonte Ziegler: "Wir brauchen eine Öffnungsperspektive." Ansonsten werde eine Insolvenzwelle im Kfz-Gewerbe immer wahrscheinlicher. Der Autohandel benötige dringend Liquidität, denn wegen der ohnehin geringen Rendite seien mittlerweile viele Betriebe in der Verlustzone. "Hilfe zur Selbsthilfe durch eine zügige Öffnung unter Auflagen ist da der beste Weg." (rp)