Zu den wenigen Menschen, die ich in den ersten Shutdown-Wochen häufig getroffen habe, gehört Herr Pinkowski. Er hat eine Autowerkstatt in Berlin-Reinickendorf und Hände, groß wie Wiener Schnitzel. Zuerst war es der Vorschalldämpfer. Kurz darauf die Benzinpumpe. Vor ein paar Tagen stand ich dann auf der Autobahnraststätte Michendorf Süd, von wo mich der ADAC abschleppte und zu Herrn Pinkowski brachte. »Sie schon wieder?«, sagte er.nDiesmal waren es die Bremsen. Herr Pinkowski schüttelte betrübt den Kopf und sagte: »Oh, oh, oh«. Und dann: »Mann, Mann, Mann«. Was zusammengefasst nach Intensivstation klang und geringen Überlebenschancen. Beziehungsweise: nach viel Geld.Mein Auto ist ein Saab. Baujahr 1999. Voriges Jahrtausend also. Damals war Bill Clinton Präsident, Steffi Graf spielte noch Tennis. Ich kaufte den Saab vor 18 Jahren bei einem türkischen Gebrauchtwagenhändler in Kreuzberg, zahlte bar und fühlte mich wie ein König. Coupé. Ledersitze. Knapp 160 PS. Elektrischer Zigarettenanzünder. Und sogar: ein CD-Player!