Nach wie vor brennen dem Autohandel die Probleme bei der Fahrzeugzulassung auf den Nägeln. Laut DAT-Befragung sehen 62 Prozent darin ein Hemmnis für ihr Geschäft. Generell lässt Corona die Branche nicht los. Der Kfz-Zulassungsprozess in Deutschland bremst die Autohäuser weiter stark aus. Im am Dienstag veröffentlichten DAT-Barometer geben 62 Prozent der befragten Kfz-Betriebe an, dass sie die Situation in den Zulassungsstellen aktuell in erheblichem Maße behindere. Zur Jahresmitte lag der Anteil der kritischen Stimmen mit 59 Prozent etwas niedriger. 30 Prozent sehen derzeit in geringem Maße ein Hindernis, und lediglich bei acht Prozent läuft es wie bisher. Fast neun von zehn Händler (87 Prozent) würden es begrüßen, eine Zulassung selbst — ohne Zutun einer Behörde — durchführen zu können.nDas Thema Kfz-Zulassung brennt dem Kfz-Gewerbe schon seit einiger Zeit auf den Nägeln (wir berichteten). Der Dachverband ZDK engagiert sich am Projekt "i-kfz" des Bundesverkehrsministeriums. Das Ziel: eine bundeseinheitliche digitale Lösung, mit der die Zulassung auch im Autohaus möglich ist.nWie aus der DAT-Erhebung für den Monat November ebenfalls hervorgeht, beschäftigt die Corona-Pandemie die Autohäuser nach wie vor massiv. So sehen sich 64 Prozent der Händler wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation vermehrt mit Rabattforderungen konfrontiert. Dies ist ein leichter Rückgang um fünf Punkte gegenüber der Befragung im Juni 2020. Gleich geblieben ist, dass aktuell 15 Prozent der Betriebe krisenbedingt Mitarbeiter entlassen mussten.nDie Kundenansprache verändert sichnCorona hat auch auf das Kommunikationsverhalten der Kfz-Unternehmen großen Einfluss. Laut DAT führen sieben Prozent mehr Video-Beratungen durch, 40 Prozent telefonieren mehr als zuvor, und 45 Prozent verzeichnen ein erhöhtes Aufkommen an E-Mail-Anfragen. Die Hälfte aller Händler gab allerdings zu Protokoll, sie würden wie bisher ohne nennenswerte Änderungen mit Kunden und Interessenten kommunizieren.nDie Studie zeigt außerdem einen hohen Informations- und Beratungsbedarf bei der Umweltprämie. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) der Autohäuser erklären, dass es wegen der Förderung von E-Fahrzeugen viel Gesprächsstoff zwischen Handel und Kaufinteressent gebe. Allein das macht deutlich, dass der Handel bei der Transformation hin zu alternativen Antrieben als Schnittstelle zwischen Autohersteller und Kunde unverzichtbar ist.nJunge Gebrauchte sind begehrt – Probleme bei BeschaffungnÜber die Hälfte der Händler (55 Prozent) berichtet außerdem von Kunden, die sich in der aktuellen Situation eher für einen jungen Gebrauchten statt für einen Neuwagen entscheiden. Allerdings: Für 58 Prozent der Autohäuser gestaltet sich die Beschaffung von Werksdienstwagen (und auch Neuwagen) schwierig. Zudem sind 52 Prozent in diesem Segment eher knapp aufgestellt.nDurch die hohe Nachfrage auf dem GW-Markt stehen die Fahrzeuge auf den Höfen der Händler noch etwa 80 Tage, bevor sie verkauft werden (Diesel: 80 Tage; Benziner 79 Tage). Auch der Anteil an Fahrzeugen im Risikobestand (Standzeit länger als 90 Tage) ist laut DAT von zuletzt 38 auf 29 Prozent gesunken. Als Konsequenz konnten die Fahrzeugwerte im Oktober sogar leicht zulegen: Dreijährige Benziner erreichten 56,1 Prozent des ehemaligen Listenneupreises, Diesel 52,1 Prozent. (rp) Der Automobilhandel schultert derzeit einen hohen Beratungsbedarf beim Thema E-Auto-Prämie.© Foto: rh2010/stock.adobe.com