Gerade kleine Familienbetriebe haben immer öfter Probleme, das Geschäft weiterzuführen. Die Branche in Bayern spricht sich deshalb für weniger Bürokratie und zuätzliche Anreize bei der Erbschaftssteuer aus. Das Kfz-Gewerbe Bayern wirbt für ein stärkeres Engagement der Politik bei der Betriebsübergabe in Familienunternehmen. "Wir brauchen dringend einen erfolgreichen und umfassenden Bürokratieabbau statt immer weiteren Dokumentationsaufwand und lange Aufbewahrungsfristen", sagte Landesverbandspräsident Albert Vetterl in München. Auch bei der Erbschaftssteuer könnten mehr Anreize geschaffen werden.nVetterl forderte Rahmenbedingungen, "die es auch für kleine, familiengeführte Unternehmen attraktiv machen, diese weiterzuführen". Dadurch würden Arbeits- und Ausbildungsplätze auch abseits der Ballungsräume garantiert. Gerade die kleinen Kfz-Betriebe in ländlichen Regionen stellten die Mobilität vor Ort sicher. Daher müsse die Politik sich auch besonders für diese Betriebe einsetzen.nDer Branchenvertreter verwies auf eine Umfrage des bayerischen Landesverbands, wonach jeder vierte Kfz-Innungsbetrieb eine Nachfolgeregelung plant. Vetterl: "Erfreulicherweise wird momentan in nur einem Prozent der Fälle darüber nachgedacht, den Betrieb dann komplett aufzulösen." In den meisten Fällen werde es eine Weiterführung des Geschäfts geben – oftmals weiterhin in Regie der nächsten Familiengeneration. "Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gerade für kleine Familienbetriebe immer schwerer wird, das Geschäft weiterzuführen", betonte der Verbandspräsident.nVor allem klassische Familienbetriebe vor unsicherer ZukunftnDen Angaben zufolge unterscheiden sich die Übergabe-Pläne stark nach Größe des Unternehmens: Besonders bei klassischen Familienbetrieben mit bis zu fünf Mitarbeitern soll etwa jeder zweite Betrieb verkauft, verpachtet oder sogar aufgelöst werden. Diese Firmen sind mit rund einem Drittel am häufigsten in der Betriebsstruktur des weiß-blaue Kfz-Gewerbes vertreten. Bei mittelgroßen Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern ist hingegen eine familieninterne Nachfolge im weitaus größten Teil der Fälle geplant (bis zu 90 Prozent).nDas Kfz-Gewerbe Bayern vertritt die Interessen von rund 7.000 Innungsbetrieben. Dort werden aktuell rund 125.000 Mitarbeiter beschäftigt und über 15.000 junge Menschen ausgebildet. (rp)