Opel rollt den neuen Mokka in die Startblöcke. Firmenchef Michael Lohscheller erklärt im Interview, warum die zweite Generation für die Rüsselsheimer so wichtig ist und wie es mit der Elektrifizierung weitergeht. Von AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel und Ralf Padrtka, Leiter Online-Redaktion AUTOHAUSnAUTOHAUS: Mit dem neuen Mokka steht vielleicht das wichtigste Auto der nächsten Jahre für Opel in den Startlöchern. Welche Hoffnungen verknüpfen Sie mit der zweiten Modellgeneration?nMichael Lohscheller: Vom neuen Mokka versprechen wir uns eine Menge. Das ist ein schickes Auto, das genau im richtigen Segment positioniert und vom Start weg mit Elektroantrieb zu haben ist. Intern gilt das Modell schon jetzt als Designikone. Mit dem neuen Markengesicht, klaren Strukturen und einem aufgeräumten, digitalen Innenraum mit dem Pure Panel wollen wir auch wieder jüngere Kunden erreichen. Für uns als Unternehmen ist der Mokka also sehr wichtig, auch im Sinne eines Aufbruchs. Er ist eine echte Image-Lokomotive für uns.nAH: In diesem Jahr hat Opel bereits drei E-Autos – Corsa-e und zwei Varianten des Grandland X Plug-in-Hybrid – auf den Markt gebracht. Wie zufrieden sind Sie mit dem Start der Modelle?nM. Lohscheller: Es ist ein guter Anfang. Wir haben in diesem Jahr bis August bereits über 17.000 elektrifizierte Autos verkauft. Gerade der Corsa-e läuft sehr gut, aber auch beim Grandland X PHEV sehen wir das Interesse der Kunden, obwohl das Fahrzeug preislich in einer anderen Klasse unterwegs ist.nAH: Lässt sich mit E-Mobilen derzeit Geld verdienen?nM. Lohscheller: Wir müssen mit allen Autos Geld verdienen. Quersubventionierung ist immer schlecht. Wir brauchen das Geld, um weiter in die Zukunft investieren zu können. Zum Beispiel in die Giga-Factory in Kaiserslautern, in die wir gemeinsam mit unserem Partner zwei Milliarden Euro investieren.nAH: Wie sieht der weitere Elektro-Fahrplan von Opel aus?nM. Lohscheller: Wie bereits angekündigt, werden wir unser gesamtes Portfolio elektrifizieren. Schon 2021 werden wir insgesamt neun elektrifizierte Fahrzeuge anbieten - sechs Pkw-Modelle und unser gesamtes Portfolio an leichten Nutzfahrzeugen. Wichtig ist, die E-Mobilität nicht in einer hochpreisigen Nische zu halten, sondern für alle verfügbar zu machen. Das setzen wir in den nächsten Jahren konsequent um. Gerade auf dem stark wachsenden Markt der leichten Nutzfahrzeuge sehe ich gute Chancen mit unserer Offensive. Hier wird sich die Elektrifizierung noch schneller durchsetzen. Aber es gilt dennoch weiterhin, dass wir technologieoffen bleiben: Ob reines Batteriefahrzeug, Hybrid, Benziner oder Diesel – der Kunde hat bei Opel die Wahl. Ich halte das für eine sehr intelligente Strategie. Bildergalerie Opel Mokka-e (2021) AH: Angesichts der großen Nachfrage nach E-Autos kämpfen einige Hersteller mit Engpässen und langen Lieferzeiten. Wie lange müssen die Opel-Käufer im Schnitt warten?nM. Lohscheller: Wir sind lieferfähig und breit aufgestellt. Mit Corsa-e, Vivaro-e und den beiden Grandland X Plug-in-Hybriden haben wir in diesem Jahr bereits drei elektrifizierte Fahrzeugmodelle in den Markt gebracht. Zafira-e Life und Mokka-e können seit September bestellt werden, sie kommen Anfang 2021 zum Kunden. Aktuelle Privatkunden-Bestellungen des Corsa-e können wir noch in diesem Jahr in die Auslieferung bringen.nAH: Wie nimmt der Opel-Handel inzwischen das Thema E-Mobilität an?nM. Lohscheller: Ich höre viel Positives, weil die Kunden nun – auch dank der Kaufprämie – in die Autohäuser kommen. Am Anfang begleitete die Antriebstechnik noch Skepsis, doch mittlerweile ist der Handel viel vertrauter mit dem Thema, als das vor einem Jahr der Fall war. Die Verkäufer können die Interessenten besser beraten und die Besonderheiten erklären, etwa hinsichtlich Reichweite, Ladevorgang, Sicherheit, usw. Beim Handel und beim Kunden setzt allmählich die Erkenntnis ein: Das ist die automobile Zukunft.nAH: Wie bewerten Sie die deutsche E-Auto-Prämie und die hohen Summen, die dafür aufgewendet werden?nM. Lohscheller: Die Zeit ist wirklich reif für die Elektromobilität. Das sehen wir deutlich an den Auftragseingängen und der generellen Nachfrage sowie im Handel. Die Kaufprämie hilft natürlich. Die Fahrzeuge sind gut, die Reichweiten werden immer besser, und mit den Prämien sind die Modelle auch preislich sehr attraktiv. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend langfristig fortsetzt.nAH: Glauben Sie, dass die Deutschen noch zu richtigen Elektroauto-Freaks werden?nM. Lohscheller: Ich bin überzeugt, dass sich die Elektromobilität in Deutschland durchsetzen wird. Zumal die Deutschen stark kostenorientiert sind; ich denke da an den gewerblichen Kunden, der die Unterhaltskosten genau im Blick hat. Eine große Rolle spielt das Thema Klimawandel. Das E-Auto könnte durchaus zum Statussymbol werden.nAH: Benötigt die Branche noch eine Förderung für saubere Verbrenner?nM. Lohscheller: Wir haben gute und effiziente Angebote bei Diesel- und Benzinmotoren und sehen auch, dass die Modelle beim Kunden gut ankommen und weiter aktiv nachgefragt werden. Lassen wir die Diskussion also hinter uns und blicken stattdessen nach vorne.nDas komplette Interview mit Opel-Chef Michael Lohscheller lesen Sie in der AUTOHAUS-Ausgabe 19/2020, die am 5. Oktober erscheint. Die Wissensplattform AUTOHAUS next ist das kostenfreie Vorteilsangebot für Abonnenten der Fachzeitschrift AUTOHAUS. Falls Sie noch kein Abonnent sind, können Sie AUTOHAUS next auch zwei Monate kostenlos testen. Mehr Informationen gibt es auf next.autohaus.de