A+, C oder F? Farblich unterlegte Energielabels sollen Kunden dabei helfen, ein möglichst sparsames Gerät zu finden. Bei Autos soll diese Kennzeichnung reformiert werden, über die genaue Ausgestaltung ist einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge jedoch ein erbitterter Streit zwischen dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium entbrannt. Dabei geht es um die Frage, ab wann ein Auto tatsächlich als "grün" gekennzeichnet wird: Wenn es nur besser als der Durchschnitt ist? Oder wenn es besonders wenig verbraucht? Zusätzlich steht die Frage im Raum, ob das Gewicht eine Rolle spielen soll.nUmwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth wirft dem Wirtschaftsministerium in einem Brief, der der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt, vor, es wolle mit einem CO2-Label "möglichst viele verbrennungsmotorische Volumenmodelle (...) fördern". Das lasse sich weder mit dem Klimazielen, noch mit "seriöser" Aufklärung der Kundschaft vereinbaren.Zwei Drittel aller Neuwagen sollen grünes Label bekommenDas Wirtschaftsministerium will demnach fast zwei Drittel aller Neuwagen in die Stufen A, B und C einordnen, die allesamt in grün gehalten sind und damit auf den ersten Blick besonders effizient erscheinen. Mehr als ein Drittel der Fahrzeuge läge mit einem Ausstoß von 122 bis 143 Gramm CO2 pro Kilometer in der Stufe C und damit deutlich über den Flottengrenzwerten der EU. Geht es nach dem Umweltministerium, soll der grüne Bereich schon bei 120 Gramm enden und nur ein Viertel der Autos umfassen.nAls weitere Option hat das Wirtschaftsministerium eine Balkenskala vorgeschlagen, auf der jedes Neufahrzeug eingeordnet wird - doch auch die missfiel dem Umweltministerium. Denn dadurch lasse sich ein großes SUV wie der VW Touareg noch "vergleichsweise gut" in der Balkenmitte einordnen, so Flasbarth laut "Süddeutscher Zeitung", da der Balken erst mit dem Fahrzeug mit der höchsten Emission ende - bei 382 Gramm CO2 pro Kilometer.nDer Nutzen einer Energieeffizienz-Skala bei Autos ist ohnehin umstritten. So wird bei der derzeit gültigen Angabe das Gewicht des Autos berücksichtigt, was paradoxe Folgen haben kann. Denn die Fahrzeuge werden nicht nach einem möglichst geringen Gewicht und niedrigen Emissionen klassifiziert, sondern in Gewichtsklassen eingeteilt, für die Referenzwerte beim CO2-Ausstoß gelten. Das führt dazu, dass spritschluckende Geländewagen besser abschneiden können als deutlich sparsamere Kleinwagen. Zur Einführung der neuen Skala im Jahr 2011 landete beispielsweise ein Kleinwagen wie der Renault Twingo in der Stufe F. Audis SUV-Dickschiff Q7 durfte sich mit einem 3.0-TDI-Motor dagegen mit der Stufe B schmücken.nIcon: Der Spiegel