Einmal im Jahr müssen Busse zum TÜV. Was dessen Experten bei ihren Untersuchungen finden, wirft kein gutes Licht auf die Branche. Dennoch vermeldet die Prüforganisation auch Positives. Die erschütternden Bilder von schweren Busunglücken wie kürzlich bei Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) werfen immer wieder die Frage auf: Wie sicher sind unsere Reisebusse? Der TÜV untersucht jedes Jahr Zehntausende dieser Busse. Die Daten der Prüforganisation zeigen genau, wie gut die Busse auf unseren Straßen und Autobahnen in Schuss sind. Jetzt nennt der TÜV die wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchungen: Fast jeder sechste Bus (15,2 Prozent) erhielt in den vergangenen zwei Jahren wegen "erheblicher Mängel" keine TÜV-Plakette.Jeder zehnte Bus (9,4 Prozent) kam mit "geringen Mängeln" durch die Hauptuntersuchung (HU).Drei von vier Bussen (75,4 Prozent) sind ohne Mängel unterwegs. Das sind erstmal keine berauschenden Zahlen. Aber: Sie sind besser als früher. Im Vergleich zu den Daten aus 2018 ist der Anteil der Busse mit geringen Mängeln um 2,8 Prozentpunkte gesunken. Bei den erheblichen Mängeln hat sich hingegen wenig getan: Hier blieb der Anteil der Busse weitgehend gleich (minus 0,1 Punkt). Für seinen Bus-Report hat der TÜV rund 50.000 Hauptuntersuchungen ausgewertet. Anders als Pkw (alle zwei Jahre), müssen Busse jährlich zur HU. Hinzu kommt zum Halbjahr eine Sicherheitsprüfung, nach drei Jahren sogar alle drei Monate (außer im Quartal der HU). Busse insgesamt dennoch sehr sicher Manchen Leser dürften die Zahlen des TÜV-Reports verunsichern. Dafür gibt es aber laut der Prüforganisation keinen Grund: "Trotz der beim TÜV monierten Mängel gehören Busse zu den sichersten Verkehrsmitteln in Deutschland", sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. Und die Statistik gibt ihm Recht. Beispiel Fernbus: Auf einer Milliarde Personenkilometer (Zahl der transportierten Personen multipliziert mit der Distanz) kommt es zu 0,12 Toten. Damit ist der Bus fast so sicher wie der Zug (0,05). Zum Vergleich: Im Auto ist der Wert rund 16-mal höher (1,97) – europaweit liegt er sogar bei 3,03.