Was verbirgt sich hinter AdBlue oder was ist eine Testerkennung? Im Zuge des Dieselskandals bei Audi sind mitunter einige Begriffe aufgetaucht, deren Bedeutung nicht immer sofort klar wird. Ein Überblick. Der Audi-Prozess dreht sich an vielen Stellen um technische Details. Eine Sammlung wichtiger Begriffe. Stickstoffdioxid (NO2) Dieser Schadstoff entsteht in Verbrennungsmotoren – auch Benzinern. Um Gesundheitsschäden vorzubeugen, gibt es für ihn Grenzwerte, die sich von Wirtschaftsraum zu Wirtschaftsraum unterscheiden können und immer wieder verschärft werden. Moderne Verbrennungsmotoren werden daher mit verschiedenen Technologien zur Reduzierung gebaut. Harnstoff und AdBlue Um den Ausstoß von NO2 zu reduzieren, kann in einem sogenannten SCR-Katalysator dem heißen Abgas Harnstoff zugefügt werden. AdBlue ist eine Harnstoff-Wasserlösung, die dafür verwendet wird. Abgastestzyklen Um die Abgaswerte eines Autos zu messen, durchläuft es einen vorgegebenen Testzyklus. Früher passierte dies in der Regel auf einem Rollenprüfstand mit exakten Vorgaben für Beschleunigung, Bremsvorgänge und Geschwindigkeiten, inzwischen gibt es auch Tests auf der Straße. Testerkennung und Prüfstanderkennung Da in den Tests auf Rollenprüfständen die Abläufe sehr genau vorgegeben sind, ergibt sich ein typisches Muster aus Zeit, Drehzahl, Einspritzmenge und Wegstrecke. Dies kann die Fahrzeugsoftware erkennen. Dass im Straßenverkehr zufällig genauso gefahren wird, ist sehr unwahrscheinlich. Defeat device oder unzulässige Abschaltvorrichtung Sobald manipulierte Autos bemerkten, dass sie sich in einem Testbetrieb befanden, verhielten sich die Fahrzeuge anders als im Straßenbetrieb. Das sollte sicherstellen, dass die Stickoxid-Grenzwerte eingehalten wurden. Im Straßenbetrieb war dies dann oft nicht mehr der Fall, beispielsweise weil weniger AdBlue eingespritzt wurde als eigentlich nötig. Eine solche Abschaltvorrichtung oder defeat device ist aber unzulässig.