Stau auf einem Highway bei Los Angeles Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS Der größte Automarkt innerhalb der USA macht Schluss mit Diesel und Benzin: Im Bundesstaat Kalifornien sollen ab 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden dürfen - das hat Gouverneur Gavin Newsom mitgeteilt. Ab diesem Zeitpunkt dürfen nur noch Neuwagen verkauft werden, die keine Abgase mehr ausstoßen. Newsom erklärte, Autos sollten nicht dazu beitragen, dass Kinder Asthma bekämen, sie sollten außerdem auch keine Gletscher zum Schmelzen bringen oder zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen.Die Entscheidung des Gouverneurs ist von großer Tragweite für die Autoindustrie, auf Kalifornien entfallen elf Prozent der landesweiten Fahrzeugverkäufe und der Bundesstaat ist, betrachtet man ihn getrennt vom Rest der USA, eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Gleichzeitig ist Kalifornien mit dieser Entscheidung nicht allein, immer mehr Staaten versehen den Verbrennungsmotor mit einem Enddatum. So wollen unter anderem Norwegen, Frankreich und Großbritannien den Abschied vom Verbrennungsmotor, allerdings in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Während Norwegen bereits ab 2025 keine Verbrenner-Pkw mehr neu zulassen will, plant Frankreich diesen Schritt für das Jahr 2040. Auch Großbritannien plante den Verbrenner-Abschied ursprünglich für das Jahr 2040, will ihn nun jedoch auf 2035 vorziehen. Ein solcher Schritt könnte jedoch auch für EU-Staaten, die sich bisher nicht zu einem Verbrenner-Abschied entschlossen haben, nötig werden. Denn die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Damit dieses Ziel erreicht wird, müsste der letzte Verbrenner aufgrund der oft mindestens zehnjährigen Lebensdauer eines Pkw bereits spätestens 2040 vom Band laufen - sofern alternative Kraftstoffe den Fahrzeugen nicht zu einer CO2-neutralen Zukunft verhelfen können.Schon früher benötigen die Hersteller immer mehr Fahrzeuge mit niedrigen CO2-Emissionen, um die immer strengeren Grenzwerte der EU einzuhalten - die nun nochmals verschärft werden sollen. So will die EU die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Fahrzeugflotten der Hersteller bis 2030 statt um 37,5 gleich um 50 Prozent senken. Dieses Ziel wird den Abschied vom Verbrennungsmotor auch ohne festes Abschiedsdatum beschleunigen, denn die Hersteller brauchen dafür einen Elektroauto-Anteil von rund 50 Prozent. Das zu erreichen, sei für alle klassischen Hersteller eine schwierige Aufgabe, urteilt Klaus Schmitz von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. "Diese Herausforderung ist aber machbarer, als sie vielen heute erscheint", so Schmitz.In den Werken von Mercedes, BMW und Volkswagen löst die Aussicht auf ein Ende des Kernstücks deutscher Automobilkunst indes auch Ängste aus. Je nachdem, wie die Transformation verläuft, stehen Zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Ob der wirtschaftliche Übergang in eine neue Autowelt gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Teile der Produktionskette von Elektroautos in Europa angesiedelt werden. Welche Staaten wollen wann mit dem Verbrennungsmotor Schluss machen? Hier die Übersicht:nIcon: Der Spiegel Foto: Anton Petrus / Getty Images Tschüss Verbrenner: Diese Länder planen den Ausstieg