Durchwachsene Ergebnisse im neuen Winterreifentest des ADAC: Der Verkehrsclub prüfte 28 Reifen für SUV und untere Mittelklasse auf ihre Stärken und Schwächen. Nicht jeder von ihnen ist sein Geld wert. Wer zu lange wartet, zahlt gleich doppelt drauf: Bis zum Jahresende werden Winterreifen noch ein gutes Stück teurer. Um rund ein Zehntel stiegen die Preise in früheren Jahren an. Außerdem haben wir in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht: Ganzjahres- oder Winterreifen sind vorgeschrieben, wenn es die Situation erfordert – also beispielsweise, wenn es glatt und rutschig wird. Und das droht nicht nur im tiefsten Winter. Sondern schon im Herbst kann es zu gefährlicher Glätte kommen. Deshalb ist es im Oktober an der Zeit für Winterreifen. Sonst droht eine Buße von mindestens 60 Euro und einem Punkt in Flensburg. Welche Modelle eine gute Wahl sind und welche nicht, hat der ADAC getestet. Foto-Serie mit 12 Bildern Geprüft wurden 15 Reifen für die untere Mittelklasse (205/55 R16 91H) und 13 Reifen für SUV und Vans (235/55 R17 103 V). Das Ergebnis: Jeweils zwölf Modelle schnitten "gut" oder "befriedigend" ab. Untere Mittelklasse Bester Reifen für Autos der unteren Mittelklasse ist der Bridgestone Blizzak LM005. Er hat nur eine Schwäche: seinen hohen Verschleiß. Interessant für Vielfahrer ist deshalb der Michelin Alpin 6 (Platz 2): Er ist zwar etwas schwächer auf trockener Fahrbahn, verschleißt aber weniger schnell (prognostizierte Laufleistung: knapp 43.000 km). Die sieben "befriedigenden" Modelle zeigen vor allem Schwächen, wenn es über trockene Straßen geht. Unter anderem muss in Kurven der Kurs korrigiert werden, was das Fahren unkomfortabel und auch unsicherer macht. Die Note "mangelhaft" kassieren der King Meiler Winter Tact WT81 und der Tristar Snowpower HP. Beide offenbaren gravierende Schwächen bei Nässe. Winterreifen für die untere Mittelklasse: Zwei Modelle schneiden "mangelhaft" ab. (Quelle: ADAC) SUV und Vans Unter den Reifen für SUV und Vans gibt es nur einmal die Note "gut", und zwar für den Michelin Pilot Alpin. Auf trockener Straße lässt er sich präzise steuern. Auch wenn es einmal brenzlig wird, bietet er gute Sicherheitsreserven. Bei Nässe und Schnee überzeugt sein Handling ebenfalls. Seine große Schwäche ist das Kurven-Aquaplaning. Nur "befriedigend" schneiden elf weitere Reifen in dieser Kategorie ab. Damit gelten sie laut des ADAC aber noch als empfehlenswert. Ein weiterer Reifen wird sogar nur als "ausreichend" bewertet: der Semperit Speed-Grip 3 SUV. Auf trockenen Straßen zeigt er deutliche Schwächen, aber auch bei Nässe und Schnee schneidet er nur mäßig ab. Winterreifen für SUV: Zwölf Modelle bewertet der ADAC als empfehlenswert. (Quelle: ADAC) ADAC-Tipp zum Reifenkauf Der Verkehrsclub empfiehlt, dass alle vier Räder ein ähnliches Produktionsdatum und damit auch den gleichen technischen Stand und Verschleiß haben sollten. Bei älteren Reifen sollten Sie auf genügend Restprofiltiefe achten. Mindestens vier Millimeter tief sollte das Profil sein – auch wenn der Gesetzgeber einen geringeren Wert vorschreibt.