Kauf teuer, Unterhalt günstig: Ob in der Werkstatt oder an der Ladesäule – Fahrer eines E-Autos können eine Menge Geld sparen. Das gilt auch an einer ungeahnten Stelle, wie neue Zahlen belegen. Ein Elektroauto lässt sich häufig deutlich günstiger versichern als ein vergleichbares Verbrenner-Modell. Im besten Fall sparen Fahrer des E-Autos beinahe ein Drittel (29 Prozent), im Durchschnitt immerhin 14 Prozent. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. 14 Prozent weniger zahlen So wurde verglichen: Für acht E-Autos und vergleichbare Verbrenner-Modelle wertete Verivox die zehn günstigsten Kfz-Versicherungen aus. Dabei schnitt das E-Auto in sieben Fällen günstiger ab. Lediglich Fahrer des großen Audi E-Tron 55 Quattro zahlen gegenüber dem Audi Q7 3.0 TDI Quattro drauf. Foto-Serie mit 11 Bildern ModellAntriebKosten Haftpflicht plus VollkaskoErsparnis E-AutoBMW i3Elektro404,64 Euro29 ProzentBMW 118Verbrenner569,85 EuroVW E-Golf VIIElektro392,35 Euro19 ProzentVW Golf VIII 1.5 TSIVerbrenner482,84 EuroRenault ZoeElektro356,20 Euro24 ProzentRenault Clio 1.0Verbrenner465,82 EuroSmart EQ ForTwoElektro259,15 Euro1 ProzentSmart ForTwo 1.0Verbrenner262,50 EuroAudi E-Tron 55 QuattroElektro855,16 Euro-8 ProzentAudi Q7 3.0 TDI QuattroVerbrenner789,41 EuroOpel Corsa-F ElectricElektro416,07 Euro15 ProzentOpel Corsa-F 1.2Verbrenner490,21 EuroMini Cooper SEElektro379,54 Euro22 ProzentMini Cooper 1.5Verbrenner486,69 EuroHyundai Kona ElektroElektro489,61 Euro11 ProzentHyundai Kona 1.6 T-GDIVerbrenner547,49 Euro Berechnungsgrundlage: Alleinfahrer, 40 Jahre alt, 12.000 km pro Jahr, SF 10/10, Vollkasko mit 300 Euro Selbstbeteiligung/Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung Dieses Ergebnis überrasche in zweifacher Hinsicht, meint Wolfgang Schütz. Der Verivox-Geschäftsführer erklärt: "Erstens kosten E-Autos deutlich mehr als vergleichbare Benziner-Modelle. Dann wäre eine teurere Kaskoprämie zu erwarten, weil die Schadenkosten tendenziell höher sind." Und zweitens seien bei einer früheren Stichprobe im Jahr 2014 die Versicherungen für E-Autos tatsächlich noch teurer gewesen – um sechs Prozent. Darum schneiden E-Autos nun besser ab In den sechs Jahren seit der zurückliegenden Stichprobe haben die Versicherungen viele neue Daten gesammelt. Sie wissen nun deutlich besser als damals, wie häufig ein Elektroauto einen Schaden hat und was dessen Behebung kostet. So konnten sie ihre Tarife anpassen. So wurde gerechnetAllen Berechnungen liegen identische Werte (Alter, Wohnort) zugrunde. Unterschiedlich sind lediglich die Autos. Beitragsunterschiede ergeben sich aus den Schadenkosten der verschiedenen Modelle. Besonders viele bzw. besonders teure Schäden verteuern die Kfz-Versicherung eines Modells. Die niedrigeren Beiträge deuten darauf hin, dass vergleichsweise wenige bzw. geringere Schäden gemeldet werden. Zwar gebe es auch Versicherer, die mit einem generellen E-Auto-Bonus werben, sagt Wolfgang Schütz. "Aber sie sind in der Minderheit."