Hübscher Mini-SUV mit E-Antrieb - der neue DS Crossback E-Tense. Foto: William Crozes/ DS Der erste Eindruck: Kleinod.Das sagt der Hersteller: "Grenzenlose Mobilität". Mit diesem Versprechen möchte DS, die vornehmste Marke des französischen PSA-Konzerns, die Kunden in das erste Elektroauto der noch jungen Firmenhistorie locken. Immerhin sei der elektrische Antrieb die passende Antwort auf drohende Fahrverbote für Innenstädte, wie sie zum Beispiel für Paris diskutiert werden. Auch deshalb sehen die Manager bei DS kleinere Fahrzeuge als Elektroautos im Vorteil - ganz anders als die meisten deutschen Hersteller, die vor allem schweren und luxuriöse Modelle für Überlandstrecken elektrifizieren. Wer sich auf das französische Elektro-Versprechen einlässt und nicht zufrieden ist, bekommt zwar nicht sein Geld zurück, kann seine Entscheidung aber korrigieren, erklärt DS-Sprecher Tijl Verhelst: "Kunden können ihren neu erworbenen DS innerhalb von zehn Tagen nach Auslieferung gegen einen Benziner umtauschen, sollten ihre täglichen Fahrten nicht mit dem rein elektrisch angetriebenen Modell vereinbar sein."Das ist uns aufgefallen: Der DS3 Crossback E-Tense gehört zu den nobelsten Klein-SUVs im Stadtverkehr und spielt geschickt mit dem Chic seiner Heimatstadt Paris. Die rautenförmigen Schalter erinnern ebenso wie die Gliederbandprägung der Ledersitze an Juwelierhandwerk. Kein anderer Hersteller bietet so liebevoll vernähte Sitzbezüge in dieser Klasse an – vor allem, wenn man jene in der Topvariante "Rivoli" als Beispiel nimmt, die nach einer Pariser Luxusmeile benannt ist. 360°-Ansicht Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des DS3 Crossback E-Tense mit unserem 360-Grad-Foto Zum piekfeinen Anspruch passt der Elektroantrieb perfekt. Weil der DS3 Crossback E-Tense damit im Stadtverkehr spontaner und agiler wirkt als die Verbrenner und vor allem, weil der Antrieb so wunderbar ruhig und entkoppelt ist. Fast fühlt es sich an, als würde das Auto von Geisterhand bewegt. Selbst das Fiepen, mit dem Elektroautos die Fußgänger per Gesetz auf sich aufmerksam machen müssen, haben die Franzosen mit reichlich Dämmung und einem geschickt platzierten Außenlautsprecher wirkungsvoll aus dem Wahrnehmungsbereich der Insassen verbannt. So wird der DS3 zu einer Oase der Ruhe im Großstadtgetümmel. Es ist, als würde man von einer belebten Fußgängerzone in eine Edelboutique treten in der man einziger Kunde ist. Mehr Schein als sein, das gilt auch für die Technik. Auf Spielereien wie verschiedene Rekuperationsstufen des Elektroantriebs haben die Ingenieure verzichtet. Stattdessen gibt es zwar drei Fahrprogramme mit unterschiedlichen Leistungsfreigaben (von 60 bis 100 kW) und mehr oder minder stark gedimmten Komfortverbrauchern, doch regelt der Fahrer die Stärke der Generatorbremse allein über die Stellung des Getriebehebels in "D" oder "B". Und selbst im "Brake"-Modus ist die Verzögerung so gering, dass man um den Einsatz der mechanischen Bremse nicht umhinkommt. Das sogenannte One-Pedal-Fahren allein mit der Motorbremse durch Rekuperation, eine der größten fahrerischen Errungenschaften der Elektromobilität, ist so nicht möglich.  Foto: Thomas Cortesi/ DS DS3 Crossback E-Tense: Kompakter Stromer mit viel Chichi Die Unterschiede zu den auch weiterhin angebotenen Verbrennermodellen sind also minimal. Doch weil der DS3 Crossback - anders als seine Konzern-Brüder Peugeot 208 und Opel Corsa - relativ selten sein wird, fällt man mit dem Auto trotzdem auf. Damit ist der DS3 Crossback einem Honda E näher als etwa dem elektrischen Mini und seinen Plattformbrüdern. Außerdem ist er bislang noch das einzige elektrische SUV in diesem Format.Das muss man wissen: Der DS3 Crossback E-Tense steht seit diesem Frühjahr bei den Händlern und kostet mindestens 38.390 Euro. Damit ist er rund 15.000 Euro teurer als das Basis-Modell mit einem 100-PS-Benziner und liegt auch deutlich über dem elektrischen Peugeot 208 (ab 30.450 Euro) oder dem Corsa-E (ab 29.900) Euro.Mit diesen beiden Plattform-Geschwistern teilt er sich Batterie und Antrieb. Letzteren übernimmt ein E-Motor mit maximal 136 kW Leistung und 260 Nm Drehmoment, der aus einem 50 kWh großen Akku gespeist wird. Auf dem Prüfstand reicht das für 320 Kilometer Reichweite nach WLTP- Norm. In der Praxis mit viel Stadtverkehr und ein paar Abschnitten über Land sind zumindest 200 Kilometer sicher zu schaffen.Weil der Elektroantrieb von Anfang an Teil des Plans war und die Plattform entsprechend konstruiert wurde, gibt es kaum Platzeinbußen. Der Akku verschwindet im Mitteltunnel und unter der Rückbank, sodass der Kofferraum 350 Liter fasst. Kompromisse muss man bei dieser Karosserie aus anderen Gründen aber trotzdem machen. Denn der Fond – bei 4,12 Metern Länge und 2,56 Metern Radstand ohnehin nicht der geräumigste in diesem Segment - wirkt ziemlich düster und damit enger als er eigentlich ist. Und dass man durch die hinteren Fenster kaum etwas sieht, macht die Sache nicht besser.Das werden wir nicht vergessen: Die bündig in der Karosserie versenkten Türgriffe, die sich einem automatisch entgegen recken, sobald man sich mit dem Schlüssel in der Tasche dem Fahrzeug nähert. Alles klar, kann losgehen.nIcon: Der Spiegel Hersteller:DSTyp:DS3 Crossback E-TenseKarosserie:SUVMotor:ElektroGetriebe:Eingang-AutomatikAntrieb:FrontBatterie:50 kWhLeistung:136 PS (100 kW)Drehmoment:260 NmVon 0 auf 100:9,1 sHöchstgeschw.:150 km/hMaße (Länge/ Breite/ Höhe):4118 / 1791 / 1534Verbrauch (WLTP):18,3 kWh/100 kmCO2-Ausstoß:0 g/kmKofferraum:350 Literumgebaut:1050 LiterGewicht:1600 kgPreis:38.390 Euro