Das Kompaktauto Kia XCeed wird auch mit Plug-in-Hybridantrieb angeboten; ein weiterer Elektrifizierungs-Schritt der koreanischen Marke.nWWW.WEIGL.BIZ/ Kia Der erste Eindruck: Einmal mit allem, bitte! Der Kia Kompakt-Crossover XCeed ist eine modische Melange aus gleich drei Segmenten. Im Grunde ganz im Geist des VW Golf ein Schrägheck, sucht er mit einer schnittigen Kehrseite die Nähe zum Coupé, und mit etwas mehr Bodenfreiheit und rustikaler Beplankung macht er zugleich ein bisschen auf SUV. WWW.WEIGL.BIZ/ Kia Der Kompaktwagen mit SUV-Anstrich und Plug-in-Hybridantrieb Das sagt der Hersteller: Ohne großes Marketing-Getöse wie etwa beim VW-Konzern hat sich der koreanische Hersteller gemeinsam mit der Schwestermarke Hyundai im Öko-Ranking der Autohersteller weit nach vorne geschoben. "Wir wollen zum führenden Anbieter umweltfreundlicher Autos werden", erklingt es selbstbewusst aus Südkorea. Der im Forschungs- und Entwicklungs-Center in Rüsselsheim entwickelte und in der Slowakei gebaute Ceed wird deswegen ab sofort auf breiter Front elektrifiziert und künftig als Mild- sowie als Plug-in-Hybrid angeboten. "Die Kompaktklasse ist das größte Segment des deutschen Marktes und bietet ein enormes Potenzial für mehr Zulassungen und weniger Emissionen", sagt Steffen Cost, der Chef von Kia Deutschland. Die Variante XCeed nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Als smarte Alternative zum SUV will sich der aufgebockte Kompakte frei von der Klimakritik machen, die bullige Vorstadtpanzer häufig auf sich ziehen, und profitiert mit seinen dezenten optischen Anleihen trotzdem vom SUV-Boom. Kia-Chef Cost traut dem Crossover deswegen auch den größten Verkaufsanteil in der Ceed-Familie zu. Dabei liegt der XCeed mit einem Grundpreis von 21.390 Euro vergleichsweise bescheidene 2100 Euro über dem normalen Ceed. Das ist uns aufgefallen: Kia meint es ernst. Die meisten Hersteller belassen es bei den SUV-Ablegern ihrer Volumen-Modelle - von Audi Allroad bis zum Skoda Octavia Scout - bei kleinen Retuschen wie zum Beispiel Plastikplanken an den Flanken und einem neuen Fahrwerks-Setup. Die Kia-Entwickler haben hingegen lediglich die vorderen Türen vom normalen Ceed übernommen, sodass der XCeed entsprechen eigenständig auftritt. Er wirkt vorne bulliger und hinten schnittiger - obwohl der Kofferraum sogar um zehn Prozent größer ist als beim normalen Modell. Allerdings geht der XCeed nur äußerlich einen eigenen Weg. Innen kommt einem der Wagen dagegen vertraut vor. Zwar sitzt man vier Zentimeter höher, steigt entsprechend bequemer ein und hat einen etwas besseren Überblick. Doch das nüchtern-noble Ambiente ist mit dem Rest der Ceed-Familie identisch, genau wie die Ausstattung und - zumindest beim Testwagen - auch die Instrumente. Während es im XCeed erstmals in der Familie digitale Displays hinter dem Lenkrad geben wird, fährt die Plug-in-Hybrid-Variante weiterhin mit analogen Anzeigen vor. Auf den zweiten Blick erkennt man dann aber anstelle des Drehzahlmessers eine Hybrid-Anzeige, findet in den Untermenüs auf dem zentralen Touchscreen einige Diagramme zum Energiefluss und zum Stromverbrauch und entdeckt auf dem Mitteltunnel zwei Knöpfe, mit denen das Zusammenspiel von Verbrenner und E-Maschine gesteuert wird. 360°-Ansicht Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Kia XCeed mit unserem 360-Grad-Foto Überlässt man der Elektronik die Regie, fährt der XCeed bei ausreichend Energie im Akku elektrisch los und surrt lautlos durch die Stadt, bevor sich der Benziner zuschaltet und den Wagen über Land schleppt. Das klingt im standardmäßig aktivierten Eco-Modus ein wenig angestrengt und wirkt weniger dynamisch als bei vielen Konkurrenzmodellen, weil Kia die Plug-in-Hybrid-Variante zum Sparer getrimmt hat und nicht zum Sportler - vorbildlich.Das muss man wissen: Für den Plug-in-Hybridantrieb kombiniert Kia einen 1,6 Liter großen Benziner mit 105 PS Leistung und eine 45 kW starke E-Maschine. Der Akku besitzt 8,9 kWh Speicherkapazität. Im Idealfall reicht das für 58 Kilometer ohne lokale Emissionen und bei entsprechend sanfter Fahrweise erledigt der E-Motor den Job bis 120 km/h allein. Arbeiten beide Triebwerke zusammen, liegt die Systemleistung bei 141 PS, der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 11,0 Sekunden und wer unbedingt will, kann eine Höchstgeschwindigkeit von 193 Km/h erreichen.Die XCeed-Preise für den Benziner mit Stromanschluss beginnen bei 35.990 Euro. Wer mehr Platz braucht, bekommt die gleiche Technik für 1000 Euro weniger und ohne das optische Lametta auch im Ceed-Kombi namens Sportswagon.Der Plug-in-Antrieb bildet die Spitze einer ganzen Flotte elektrifizierter Antriebe. So wurden beispielsweise alle Dieselmotoren in allen vier Karosserievarianten mit einem neuen Startergenerator zu Mild-Hybrid-Antrieben gemacht. Den optimierten Selbstzünder gibt es für 900 Euro Aufpreis mit 1,6 Liter Hubraum und wahlweise 115 oder 136 PS Leistung. Das werden wir nicht vergessen: Den Blick auf den Akkuladestand und mit ihm auf die elektrische Reichweite. Denn wer nicht knapp drei Stunden an der Steckdose parken will, um die Batterie aufzuladen, kann dies auch während des Fahrens mit überschüssiger Energie des Verbrenners erledigen. Man wundert sich, wie schnell da Reichweite zusammenkommt. Schon nach 30 bis 40 Kilometern über Land meldet die Anzeige für den eben noch leeren Akku wieder 20 Prozent Ladestand. Das führt einem eindrucksvoll vor Augen, wie viel Energie beim Fahren sonst verschwendet wird.nIcon: Der Spiegel Hersteller:KiaTyp:XCeed Plug-in-HybridKarosserie:fünftüriger KompaktwagenMotor:Plug-in-Hybrid mit Vierzylinder-BenzinerGetriebe:Siebengang-DoppelkupplungsgetriebeAntrieb:FrontantriebHubraum:1600 ccmLeistung:141 PS (104 kW)Drehmoment:265 NmVon 0 auf 100:11,0 Sek.Höchstgeschw.:193 km/hVerbrauch:1,2 l/100 kmCO2-Ausstoß:29 g/kmelektrische Reichweite:58 kmKofferraum:426 Literumgebaut:1378 LiterMaße:4395 / 1826 / 1483Preis:35.990 Euro