Mitten in der Corona-Krise ist der VW-Konzernhändler in schwieriges Fahrwasser geraten. Steffen Hahn muss seinen Posten in der Geschäftsführung räumen. Susanne Heckelsberger kommt neu in das Familienunternehmen. Paukenschlag in Fellbach: Die Hahn Gruppe stellt sich mitten in der Corona-Krise an der Spitze neu auf. Nach Informationen von AUTOHAUS verliert der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Steffen Hahn, sein Amt. Für den Gesellschafter rückt zum 1. Juli 2020 Susanne Heckelsberger in die Geschäftsführung des großen VW-Konzernhändlers. Sie ist gelernte Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin, zuletzt war sie als Beraterin im Finanzbereich und im Interim-Management tätig. Offiziell soll die Personalie am Mittwoch verkündet werden.nHeckelsberger soll die Funktion der kaufmännischen Geschäftsführerin der Hahn Automobil-Holding GmbH übernehmen. Damit wird die Finanzexpertin künftig mit Frank Brecht das Management der Spitzeneinheit der Hahn Gruppe bilden. Brecht verantwortet bislang schon zusammen mit den jeweiligen Geschäftsführern der Marken den kompletten automobilen Bereich der Handelsgruppe.nWie zu hören ist, hat ein heftiger Gesellschafterstreit zur Abberufung von Steffen Hahn geführt. Hintergrund sind Untreue-Vorwürfe seiner Schwester Claudia Hahn gegen ihn. So belastet ein Gutachten der Kanzlei BRL Boege Rohde Lübbehüsen den bisherigen Firmenschef schwer. Demnach soll Steffen Hahn für die Geschäftsjahre 2011 bis 2018 überhöhte Tantiemezahlungen erhalten haben. Das Gutachten aus dem Herbst des vergangenen Jahres liegt der Redaktion vor.nNach Informationen aus Unternehmenskreisen sorgen die Vorwürfe derzeit für starke Verunsicherung unter den rund 2.000 Mitarbeitern – zusätzlich zur angespannten Lage wegen Corona. In der Kritik steht auch der Hahn-Aufsichtsrat. Er habe in dieser Krisensituation "äußerst unglücklich und unentschlossen" agiert, hieß es weiter. Zudem wirke das Gremium heillos zerstritten.nDie Hahn Gruppe gehört zu den Top-Ten der Automobilhandelsgruppen in Deutschland. Das Angebot umfasst die Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi, Porsche, Skoda, Seat und Cupra. In der Metropolregion Stuttgart werden aktuell 35 Betriebe unterhalten. 2019 hatte das Familienunternehmen seinen 100. Geburtstag gefeiert. (rp)