Klang der Freiheit oder Lärmbelästigung? Die Meinungen über die Geräusche von Motorrädern gehen auseinander - der Bundesrat fordert eine strengere Regulierung. Nicht so der Bundesverkehrsminister: Andreas Scheuer (CSU) hat nun seine Position bekräftigt, weitere Verschärfungen und Verbote für Motorradfahrer abzulehnen.n"Wir haben ausreichende, geltende Regeln", sagte Scheuer. "Die Biker zeigen bei den Protesten ihre Haltung gegen Verschärfungen und Verbote. Das ist auch meine Haltung. Ich werde die Beschlüsse des Bundesrates, also der Bundesländer, nicht umsetzen."Viele tausend Motorradfahrer demonstrierten am Samstag bundesweit gegen vom Bundesrat geforderte zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Lärmschutzgründen. Alleine in Stuttgart mobilisierte die Gruppe "Biker for Freedom" rund 10.000 Demonstranten zu einer Sternfahrt und einem Korso, wie die Polizei mitteilte.In Wiesbaden kamen 7500 Motorradfahrer zusammen. An einem Korso in Friedrichshafen am Bodensee beteiligten sich rund 5000 Motorradfans. Auch in mehreren anderen Städten setzten tausende Biker ein Zeichen gegen Pläne für ein begrenztes Fahrverbot. Bundesregierung muss entscheidenDer Bundesrat hatte Mitte Mai einen Beschluss gefasst, in dem er "dringenden Handlungsbedarf" sah, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und "zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes" zu ermöglichen. "Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, die hierzu einschlägigen Regelungen anzupassen", hieß es.nDie Entschließung wurde der Bundesregierung zugeleitet - diese entscheidet, ob sie die Anregung des Bundesrates umsetzt. Scheuer hatte bereits zuvor deutlich gemacht, er sehe den Beschluss kritisch und sei gegen weitere Verbote für Motorradfahrer.nDas Bundesverkehrsministerium teilte dazu mit, die zuständigen Straßenverkehrsbehörden könnten die konkrete Lage vor Ort am besten einschätzen und aus Lärmschutzgründen im Einzelfall entsprechende Maßnahmen anordnen. Sie hätten zum Beispiel bereits jetzt die Möglichkeit, die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken zu beschränken oder den Verkehr umzuleiten.nIcon: Der Spiegel