Das Coronavirus und die Folgen für das eigenen Unternehmen – Franz Xaver Hirtreiter hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun, auch wenn er bei Ostbayerns größter Autohandelsgruppe nicht mehr an vorderster Front steht. Der Autohändler Franz Xaver Hirtreiter sen. rät in der Corona-Krise zu einer offenen Kommunikation mit der Belegschaft. Gemeinsam mit seinem Sohn habe er frühzeitig sehr klare Mitarbeiterbiefe verfasst, sagte der Inhaber der Deggendorfer AVP Autoland Gruppe in einem Video-Interview für den 1. Deutschen Online Autohaus Kongress. "Das Wichtigste ist es, den Mitarbeitern die Verunsicherung zu nehmen. Angst fressen Seele auf."n"Wir haben ehrlich und schonungslos gesagt, was Sache ist", betonte der 63-Jährige. In den Briefen habe man bei den Beschäftigten etwa um Verständnis dafür geworben, dass die Handelsgruppe Kurzarbeit einführen müsse und zunächst auch keine Zuzahlung zum Kurzarbeitergeld leisten könne. Gleichzeitig habe man angekündigt, zusätzliche Entgelte zu zahlen, "so bald wir wieder Boden unter den Füßen haben".nNach den Worten von Hirtreiter ist AVP bislang "relativ glimpflich" durch die Krise gekommen. "Wir sind sehr glücklich, dass wir zum Ende Mai bei einer kumulierten Null stehen, d.h. wir haben in diesen schwierigen Monaten keine Verluste gemacht", erklärte er. Deshalb habe man auch sofort beschlossen, dass volle Urlaubsgeld auszuzahlen.n"Die Krise dauert länger als viele meinen"nDass sich die Wirtschaft schnell wieder von den Folgen der Corona-Pandemie erholen wird, glaubt Hirtreiter indes nicht. "Die Krise dauert länger als viele meinen. Deshalb geht es jetzt bei uns um die zentralen Fragen: Wie retten wir dauerhaft unsere 800 Arbeitsplätze? Wie sichern wir unsere Liquidität? Wie schaffen wir ein Geschäftsmodell, dass mit gebremstem Umsatz keine Verluste einfährt?"nHirtreiter hatte 1997 mit der Übernahme des VW/Audi-Autohaus Ballach in Regen den Grundstein für die AVP Autoland Gruppe gelegt. Seit Juli vergangenen Jahres ist das Unternehmen komplett in Familienbesitz (wir berichteten). Aktuell werden in 16 Autohäusern in Ostbayern Fahrzeuge von Audi, VW Pkw und Nutzfahrzeuge, Porsche, Seat, Skoda sowie Suzuki verkauft.nDer Kfz-Unternehmer hatte sich vor drei Jahren aus dem operativen Geschäft verabschiedet, seitdem steht sein Sohn Franz Xaver jun. an vorderster Front. Dieser führe das Unternehmen sehr erfolgreich, lobte der Senior-Chef. Seinen Rückzug aus der Geschäftsführung bereut er nicht. "Ich halte viel von Aufgabentrennung – auch in der Familie. Ich spiele jetzt den Piëch und kümmere mich als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung um die strategischen Belange."nDas komplette Video-Interview mit Franz Xaver Hirtreiter sen. ist auf der Internetseite des 1. Deutschen Online Autohaus Kongresses abrufbar. Weitere Informationen und kostenlose Anmeldung unter: https://www.autohauskongress.de