Murks verjährt nicht: Nach fast einem Vierteljahrhundert überwacht das Kraftfahrt-Bundesamt nun einen VW-Rückruf. Dummerweise geht es dabei um ein Bauteil, das gar nicht aus Wolfsburg stammt. Bei Volkswagen gibt es einen Rückruf für einige ältere Modelle wegen Risiken bei der Auslösung von Airbags. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlichte am Donnerstag entsprechende Daten. Betroffen sind nach Angaben der Flensburger Behörde relativ wenige Fahrzeuge: Es gehe um etwas mehr als 4.100 Exemplare des Golf und Passat aus den Baujahren 1997 bis 1999, davon vermutlich rund 3.200 in Deutschland. Fehlerhafte Airbag-Auslösung droht Grund für die vom KBA überwachte Aktion sei, dass der Gasgenerator im Airbag nicht ausreichend abgedichtet sei – dadurch könne es zu einer "fehlerhaften Auslösung" kommen. "Im Extremfall könnte das Gehäuse des Gasgenerators reißen und die Insassen verletzen." Bisher seien aber keinerlei Personen- oder Sachschäden bekannt, betonte das Amt. Das Unternehmen erklärte, die "unzureichende Abdichtung" könnte vereinzelt in Modellen des Golf-Cabrio und Passat aus den drei betreffenden Jahren vorkommen. "In der Folge kann das Treibmittel Feuchtigkeit ziehen, wodurch der Druck bei einer Airbagauslösung nicht vollumfänglich gewährleistet werden kann. Sollte das Treibmittel zum Zeitpunkt des Auslösens bereits wieder getrocknet sein, kann ein erhöhter Druck in einzelnen Fällen zur Beschädigung des Gasgenerator-Gehäuses führen." Nach aktuellem Stand würden vorsorglich 3.122 Fahrzeuge zurückgerufen. Immer wieder Airbag-Probleme In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach und in verschiedenen Ländern Probleme mit defekten Airbags gegeben. In den USA war es wegen zu stark auslösender Luftkissen, die Teile der Metallverkleidung durch das Fahrzeug schleuderten, auch zu Verletzungen und sogar zu mehreren Todesfällen gekommen.