Matthias Siegmann, 56, ist Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof (BGH).SPIEGEL: Herr Siegmann, Ihr Mandant hat 2014 einen VW Sharan mit dem manipulierten Dieselmotor EA189 gekauft. Jetzt hat er vor dem BGH eine Klage auf Schadensersatz gegen den Autokonzern gewonnen. Was heißt das für andere Kläger?nSiegmann: Die unteren Instanzen werden sich daran orientieren: Die betreffenden Kläger könnten ihren Autokauf rückabwickeln und müssten sich nur die bisherige Fahrzeugnutzung anrechnen lassen.nSPIEGEL: Noch etwa 60.000 Einzelklagen wegen dieses Motors sind laut VW in Deutschland anhängig, dabei geht es auch um Pkw der VW-Tochtermarken Audi und Skoda. Können diese Kläger sich auch auf dieses Urteil berufen?Siegmann: Prinzipiell ja. Das Entscheidende ist ja der VW-Motor, auf dessen korrekte Zulassung auch der Kunde der Tochtermarke vertraut hat.SPIEGEL: VW hat angekündigt, in etwa 50.000 Fällen eine Einmalzahlung anzubieten; Betroffene könnten so ihr Auto behalten. Kann man ihnen empfehlen, sich darauf einzulassen?