Eine Blitzumfrage in Baden-Württemberg zeigt: Die Existenzangst der Kfz-Betriebe nimmt weiter ab, auch weil die Soforthilfe wirkt und das Werkstattgeschäft wieder anspringt. Jetzt gibt es noch eine Großbaustelle. Diese Zahlen machen Hoffnung in Krisenzeiten: Die Autohäuser und Werkstätten in Baden-Württemberg bangen weniger um ihre Zukunft. Die Angst vor Zahlungsunfähigkeit sei auf 28 Prozent zurückgegangen, erklärte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Landesverbands, am Dienstag in Stuttgart auf Basis einer Blitzumfrage. Anfang April lag dieser Wert bei 35 Prozent, im März noch bei 40 Prozent.nBesser läuft demnach auch wieder das Servicegeschäft. 39,8 Prozent der Branchenunternehmen geben die Werkstattauslastung aktuell mit 60 bis 80 Prozent an, jedes fünfte kommt sogar auf einen Wert zwischen 80 und 100 Prozent. "Damit dürfte das Thema Kurzarbeit bei vielen unserer Betriebe hoffentlich in nächster Zeit erledigt sein", sagte Beuß. Die Soforthilfe habe in kritischen Situationen gerade in kleineren Firmen gewirkt, die Lockerungen brächten bei einem Teil der Betriebe zusätzliche Auftragseingänge, allerdings vornehmlich in der Werkstatt. 49,2 Prozent der Befragten hätten das bestätigt.nÜber den Berg sehen sich die Autohändler und Werktstätten im Südwesten aber bei weitem nicht. Knapp 40 Prozent erkennen noch keine Besserung in der Corona-Krise. Beuß: "Dadurch, dass weniger Verkehrsaufkommen vorhanden ist, ist die Auftragslage im Karosserie- und Lackbereich Richtung null." Die große Bandbreite sei eine Folge der sehr differenzierten Struktur des Kfz-Gewerbes.nEin kritischer Punkt sei auch die Entwicklung der Kurzarbeit in anderen Branchen, so der Branchenvertreter. "Wenn Kurzarbeit bei lokalen Unternehmen herrscht, nimmt auch die Zahl der Werkstattkunden ab." Das Servicegeschäft alleine könne Autohäuser mit Neu- und Gebrauchtwagenhandel nicht retten.n"Klare Ansage" bei Kaufprämie gewünschtnDer Landesverband drängt deshalb auf eine schnelle Entscheidung zu Kaufprämien. "Wir wünschen uns von der Regierung eine klare Ansage, ob und in welchem Umfang eine Kaufprämie kommt, um die Kaufzurückhaltung bei spekulierenden Kunden zu beseitigen", erklärte Beuß. Die Bundesregierung hatte eine Entscheidung bis Anfang Juni angekündigt (wir berichteten). Diese Hängepartie sei "unzumutbar".nDas Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg hatte selbst ein Konzept für eine Kaufprämie vorgelegt, von der alle Menschen profitieren sollen, weil auch Gebrauchtfahrzeuge und kleine Einkommen einbezogen werden können. Nun hoffe man auf Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, hieß es. (AH)