© xpb McLaren hatte es vorgemacht. Jetzt reagiert Williams als zweiter Formel-1-Rennstall, der in England beheimatet ist, und veranlasst für einen Teil seiner Belegschaft, in den Zwangsurlaub zu gehen. Das teilte der Rennstall mit Sitz in Grove am Montag, 6. April, mit.Williams beschäftigt derzeit rund 570 Mitarbeiter bei einem geschätzten Jahresbudget von rund 135 Millionen Euro. Die anhaltende Corona-Krise zwingt den Rennstall, der in seiner Geschichte an 744 Grands Prix teilnahm, zu der Kostenspar-Maßnahme.Kein Arbeit, deshalb ZwangsurlaubAn Rennfahren ist momentan nicht zu denken. Die ersten acht Grands Prix der Saison wurden entweder verschoben oder abgesagt. Die Formel 1 zog aufgrund der erzwungenen Rennpause ihre Sommerferien von August vor. Bei Williams ruhen die Arbeiten in der Fabrik seit dem 25. März und noch mindestens bis zum 15. April.Doch selbst wenn Williams die Tore zum angedachten Zeitpunkt wieder öffnen kann, herrscht Arbeitsmangel. Die Fahrzeugentwicklung läuft dann maximal auf Schmalspur weiter. Es macht keinen Sinn, neue Aero-Upgrades auszutüfteln, wenn noch nicht einmal das erste Update auf der Strecke getestet wurde. Die Produktion steht, weil das Ersatzteillager ohne Rennen ohnehin gut gefüllt ist.Weil es nicht genug Arbeit für alle Angestellten gibt, wird ein Teil in den Zwangsurlaub geschickt. Damit spart sich Williams die Gehälter der betroffenen Personen. Der englische Staat übernimmt die vollständige Entlohnung der Mitarbeiter. Allerdings ist der Betrag auf 80 Prozent des Gehalts oder maximal 2.500 Pfund gedeckelt. Das entspricht aktuell knapp 2.850 Euro. Die Gehaltsübernahme des Staates ist auf drei Monate beschränkt.Gehaltseinbußen für FahrerWilliams plant, seine Mitarbeiter bis Ende Mai im Zwangsurlaub zu halten. Es ist Teil eines größeren Sparpakets. Aus Solidarität verzichtet sowohl das Topmanagement als auch die Fahrer George Russell und Nicholas Latifi seit dem 1. April auf 20 Prozent ihres Gehalts. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", heißt es in einem Teamstatement. "Jedoch ist es unser oberstes Ziel, die Arbeitsplätze unserer Angestellten in Grove zu schützen, um sicherzustellen, dass sie ihrer Vollzeitbeschäftigung wieder nachgehen können, sobald es die Situation erlaubt."Neben McLaren und Williams spielt auch Haas mit dem Gedanken, für den Standort in Banbury auf Zwangsurlaub umzustellen. Racing Point prüft ebenfalls eine Reihe kostensparender Maßnahmen. "Wir können nichts ausschließen, weil so viel Unsicherheit darüber besteht, wann die Saison losgeht." Die Option besteht auch für Mercedes, Red Bull und Renault, die jeweils Fabriken in England unterhalten. Die drei Teams haben sich noch nicht zu ihren Plänen geäußert.