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Preisvergleich im Nahverkehr: In diesen Städten fährt man günstig Bus und Bahn

2019-12-02

Wie teuer, oder günstig ist der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland? Wo gibt es die günstigste Tageskarte, wo fahren Schüler kostenlos, wo kostet der Hund in der Bahn extra und wo sind Fahrräder verboten? Das Verbraucherportal Testberichte.de hat die Angebote der Verkehrsbetriebe aller Landeshauptstädte sowie Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern miteinander verglichen. Vor allem in ostdeutschen Städten fährt man demnach vergleichsweise günstig, am häufigsten lag Potsdam in den unterschiedlichen Kategorien auf den vorderen Plätzen. Einzelfahrscheine: Hamburg fast doppelt so teuer wie Schwerin In Schwerin und Mannheim zahlt ein Erwachsener nur 1,80 Euro für eine Einzelfahrkarte, gefolgt von Potsdam und Erfurt mit je 2,10 Euro. Am teuersten ist dieses Ticket in Hamburg und Münster mit je 3,30 Euro, dicht gefolgt von Lübeck und Nürnberg mit je 3,20 Euro. Bei Tageskarten liegt Potsdam mit 4,20 Euro vorne. Mehr als doppelt so teuer ist einen Tag lang Bus und Bahn fahren in Lübeck. Die Hansestadt langt mit 9,60 am kräftigsten zu. Die Tester haben auch die Monatskarten der Städte miteinander verglichen, hier basiert der Preisvergleich auf einem Erwachsenen mit Jahresabo und monatlicher Zahlweise. Am günstigsten ist die Monatskarte in Potsdam mit einem Preis von 34,50 Euro, vor Magdeburg (43,21 Euro) und Schwerin (44,23 Euro). Hamburg ist hier erneut am teuersten. Dort kostet das Monatsabo 89,50 Euro. Vor allem für gelegentliche ÖPNV-Nutzer ist jedoch entscheidend, wann sich die Monatskarte im Vergleich zum Einzelfahrschein lohnt. In Münster geht das besonders schnell, dort hat sich die Zeitkarte bereits nach 15 Fahrten amortisiert. In Mannheim rentiert sich das Monatsticket dagegen erst nach 36 Fahrten. Das liegt vor allem an der vom Bund vorübergehend stark subventionierten Einzelfahrkarte, sie kostet bis Ende 2020 1,80 statt 2,60 Euro. Denn Mannheim ist bis dahin eine von fünf Modellstädten, in denen Maßnahmen wie die vergünstigten Tickets die Luftqualität verbessern sollen. Betrachten man alle Städte zusammen, lohnt sich ein Monatskarten-Abo für Erwachsene nach durchschnittlich 23 Fahrten. Günstige Tickets machen den Nahverkehr nicht unbedingt attraktiver Günstigere Fahrpreise wie in Mannheim machen den Nahverkehr jedoch nicht unbedingt attraktiver. Denn der Preis sei für den Erfolg des Nahverkehrs nicht entscheidend, erklärt Mobilitätsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin: "Selbst wenn der gesamte derzeitige ÖPNV kostenlos wäre, würde die Zahl der Fahrgäste nur um rund fünf bis zehn Prozent steigen." Das liegt Knie zufolge vor allem am vielerorts veralteten Nahverkehrssystem: "Der ÖPNV war außerhalb weniger Großstädte viel zu lange nur ein System zur Resteverwertung für die, die kein Auto haben." Doch nicht nur der Nahverkehr an sich müsse sich ändern, auch Subventionen müssten dem Mobilitätsforscher zufolge künftig anders verteilt werden, um Bus und Bahn attraktiver zu machen - und von der Anzahl der Fahrgäste abhängen. "Erst dann denken sich die Anbieter bessere Tarife aus und sorgen für mehr Komfort". Verloren im Tarifdschungel Denn im Test fielen auch die kaum verständlichen Tarifsysteme vieler Städte auf. Besonders kundenunfreundlich ist demzufolge das Preissystem in Schwerin. So fehlt nicht nur auf der Webseite der Schweriner Verkehrsbetriebe jeglicher Hinweis auf die Erstattungsmöglichkeit der Schüler-Monatskarte, auch das Rabattsystem für das Abo der Erwachsenen-Monatskarte ist das komplizierteste aller untersuchten Städte. "Die Tarifsysteme sind ein Folterwerkzeug des frühen 20. Jahrhunderts, aus dem der Nahverkehr nie rausgekommen ist", kritisiert Mobilitätsforscher Andreas Knie. Etwas einfacher ist das System dem Test zufolge nun immerhin in Stuttgart: Dort hat der Betreiber aus zwei Zonen eine gemacht, ohne die Preise zu erhöhen. Für viele Fahrgäste bedeutet das eine deutliche Reduzierung der Fahrtkosten. Auch in München und Hannover sind Vereinfachungen der Tarifsysteme geplant. Der Preis ist nicht entscheidend "Ein guter ÖPNV muss ein möglichst einfaches Tarifgebiet haben", fordert auch Andreas Knie. "Zonen zusammenzulegen allein aber hilft auch nicht weiter". Ein guter ÖPNV brauche ein gutes Gesamtnetz, das den Verzicht aufs Auto einfach mache, erklärt Knie - und automatisches Bezahlen per Handy beim Ein- und Aussteigen per Handy. Doch davon ist der Nahverkehr vielerorts weit entfernt. So war es nicht einmal in allen untersuchten Städten möglich, einen klassischen Fahrschein per Handy zu kaufen, in Lübeck und Kiel fehlt diese Option. In anderen ist der Fahrkartenkauf mit dem Smartphone dagegen vergleichsweise einfach. So können Fahrgäste in Bremen, Frankfurt, Halle, Leipzig, Magdeburg, Mainz, Potsdam und Wiesbaden das Ticket per Handy auch ohne Registrierung lösen. Karlsruhe bietet sogar gleich drei verschiedene Apps für Handy-Tickets an. Berlin und Rostock bieten kostenloses Schüler-Monatsticket an Ohne Handyticket, aber dafür kostenlos fahren Schüler in zwei der getesteten Städte, seit August bekommen sie ihre Monatskarte in Berlin und Rostock gratis. In anderen Städten werden die Kosten Testern zufolge zumindest nachträglich ganz oder teilweise erstattet, wenn Schüler mindestens zwei bis vier Kilometer von der Schule entfernt wohnen oder einen gefährlichen Schulweg haben. Der Preis eines Einzelfahrscheins für Kinder lag in den untersuchten Städten zwischen 1,10 Euro in Schwerin und zwei Euro in Saarbrücken. Laut testberichte.de gilt dieser Tarif in den meisten Städten für Kinder von sechs bis 14 Jahren (in Kassel bis 17 Jahre; in Dresden, Chemnitz und Leipzig ab der Einschulung). Hunde fahren in der Hälfte der untersuchten Städte kostenlos mit, andernorts werden für die Vierbeiner zusätzlich 1,30 Euro (Hannover, Stuttgart) bis zwei Euro (Dresden, Saarbrücken) fällig. Fahrräder dürfen dagegen nur in Chemnitz, Frankfurt, Kassel, Mainz und Wiesbaden und Mainz grundsätzlich ohne zusätzliches Ticket mitgenommen werden.

Quelle: https://www.spiegel.de/auto/aktuell/deutschland-in-diesen-staedten-ist-der-nahverkehr-am-guenstigsten-a-1298823.html#ref=rss

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