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Von diesem Super-Manta träumten alle Opel-Fans

2018-10-19

© Haiko Prengel Dieser Petrolhead besitzt einen seltenen Sechszylinder-Manta Mit dem i2800 brachte Opels Haustuner Irmscher einst den einzigen Manta B mit Sechszylinder heraus. Von der Kleinserie sind nicht mehr viele Autos übrig, Günter Kari kümmert sich um die verbliebenen.Spoiler, Breitreifen, Tieferlegung: Manta-Fahrer waren schon immer kreativ, um ihren Wagen schneller zu machen – zumindest optisch. Der vergleichsweise kleine Motor mit bescheidenen 55 bis maximal 110 PS aber blieb. Ob N, S oder GT/E: Opel bot den Manta B ab Werk über die gesamte Bauzeit von 1975 bis 1988 ausschließlich mit Vierzylinder-Motoren an.Insofern besitzt Günter Kari etwas, wovon alle Manta-Fahrer träumten: Der 53-Jährige aus dem bayerischen Pastetten bei Erding fährt einen Irmscher i2800 – und unter dessen Haube steckt ein strammer Reihensechszylinder. "Da staunen die Leute oft Bauklötze", sagt Kari.In den 70er- und 80er-Jahren, als Opel noch zu den populärsten Autoherstellern im Land gehörte, war Irmscher der Haustuner der Marke mit dem Blitz. Für Kadett, Ascona, Manta und die anderen Baureihen boten die Schwaben allerlei Veredelungsteile an. Viele Fans fanden es dennoch schade, dass man den schicken Manta, der technisch weitgehend dem braven Ascona B glich, nicht gleich mit potentem Sechszylinder kaufen konnte.Das lässt sich ändern, dachte man sich bei Irmscher und brachte 1977 eine Version des Manta B mit sechs Töpfen auf den Markt, den i2800. Mit der 2,8 Liter großen Maschine durchbrach jeder Manta-Fahrer sofort locker die Marke von über 200 Stundenkilometern. "Baaaaaam, mit dem Manta über die Schallmauer", mit dem i2800 wurde das für Opel-Fans fast möglich."Der Motor stammte vom Commodore B GS/E und leistete 155 PS", sagt Günter Kari. "Das war damals der größte angebotene Sechszylinder aus Rüsselsheim." Um das fette Aggregat in das Vierzylinder-Abteil des kompakten Manta zu verfrachten, mussten die Techniker bei Irmscher allerdings einige Änderungen vornehmen. Der Kühler wurde versetzt, Luft bekam er von zwei davor montierten Elektroventilatoren. Außerdem tauschte Irmscher die D-Jetronic gegen eine flachere Zenith-CL-Einspritzanlage aus."So wurde ein zehn Zentimeter hoher Buckel auf der Motorhaube vermieden", erklärt Günter Kari. Dafür sank jedoch die Leistung des Triebwerks um fünf PS gegenüber dem Commodore GS/E. Die "nur" noch 150 PS wurden durch das geringere Gewicht des Manta und die windschlüpfrige Karosserie aber wieder wettgemacht. Das könnte Sie auch interessieren:Dorotheum-Auktion: Elvis' Cadillac und andere Oldtimer-HighlightsAuch den Manta A gab es als SechszylinderKari ist vom Fahrgefühl des i2800 begeistert. Schon mit vier Zylindern sei der Manta B ein tolles Auto. Doch mit einem Sechszylinder sei der Fahrspaß unschlagbar. Der Lagerist fährt seit 1989 Manta B. An das Drehmoment und die Kraftentfaltung des i2800 komme aber kein Serien-Manta heran, findet er. Die Straßenlage des Hecktrieblers sei auch wunderbar. Manche sagen, wegen des höheren Motorengewichts sei der Irmscher 2800 kopflastig und breche in Kurven gerne mal nach vorne aus. "Das kann ich überhaupt nicht bestätigen", sagt Kari. Mit einem vernünftigen Fahrwerk könne man mit dem i2800 auch mit hohen Geschwindigkeiten in Kurven gehen. Eingetragen ist das Sechszylinder-Sportcoupé mit einer Spitzengeschwindigkeit von 212 km/h.Ein Super-Manta mit sechs Zylindern: Ganz neu war die Idee nicht. Schon vom Manta A gab es solch eine aufgemotzte Version. Die belgische Firma Transeurop Engineering (TE) hatte dem ersten Manta einen Sechszylinder vom Commodore A GS implantiert, damit brachte es der "TE 2800" auf 143 PS. Immerhin 79 Einheiten wurden bis 1975 gefertigt, der Vertrieb lief über die Firma Irmscher im schwäbischen Winnenden.Die Produktion des i2800 auf Manta-B-Basis übernahm Irmscher dann selbst. Dafür orderte der Tuner vor 40 Jahren bei Opel weitgehend fertige Fahrzeuge. Einige davon waren wegen Mängeln aus dem Manta-Serienprogramm gefallen, etwa wegen Produktionsfehlern bei der Lackierung. Andere kamen lediglich als Rohkarosse an. Bei Irmscher wurden die Sportcoupés dann komplett neu aufgebaut. Das beinhaltete neben dem Motoren-Upgrade auf sechs Töpfe umfangreiche Änderungen bei Getriebe und Fahrwerk. So erhielt der i2800 statt dem 4-Gang-Schalter ein 5-Gang-Getriebe von Getrag, Typ 256. Über eine verstärkte Kardanwelle gelangt die Kraft an die Hinterachse. Um diese auf die Straße zu bringen, härtere Federn und Sportstoßdämpfer, die Karosse wurde um 20 Millimeter tiefer gelegt.Das Ergebnis war eine echte Granate, mit der man andere Sportwagenfahrer ordentlich ärgern konnte. "Der ultimative Manta mit der geballten Kraft aus sechs Zylindern, der Anti-Porsche – davon träumten viele", sagt Günter Kari. Trotzdem blieb es beim Irmscher i2800 bei einer Kleinserie. Von den ursprünglich geplanten 100 Einheiten wurden letztlich nur 27 gefertigt. Das lag wohl auch am hohen Preis des Sechsenders: Zum Start der Serienproduktion kostete der i2800 knapp 28.000 Mark, und die Aufpreisliste für Extras wie Stahlschiebedach, lackierte ATS-Alufelgen oder Recaro-Sitze aus Velours war lang.Günter Kari kam vor 18 Jahren zu seinem eigenen i2800, ein Bekannter hatte dem Alt-Opel-Fan einen Tipp gegeben. In den Folgejahren baute Kari mit viel Herzblut das "Irmscher 2800 Register" auf. Das Portal informiert über die Geschichte des heute wenig bekannten Sechszylinder-Sportcoupés. Und einmal im Jahr treffen sich die Besitzer der verbliebenen i2800 mit ihren Fahrzeugen.Das sind nicht mehr viele. Von den 27 gefertigten Exemplaren des i2800 gelten nur noch 15 Stück als existent. Die anderen wurden – ein typisches Schicksal für den Manta B – verheizt oder verbastelt. Das ein oder andere Wrack mag noch in einer Scheune oder Garage schlummern, manche warten seit Jahren auf einen Neuaufbau. "Auf der Straße sind nur noch eine Handvoll Autos", sagt Günter Kari.Auch sein eigener i2800 ist nicht mehr original. Einer der Vorbesitzer hatte den Wagen derart verbastelt, dass er beim Kauf optisch nichts mehr Originales gehabt habe, beklagt der 53-Jährige. Sogar der 2,8-Liter vom Commodore war herausgerupft und gegen einen Dreiliter-Motor vom Monza/Senator ersetzt worden. Mit Modifikationen an Zylinderköpfen und Nockenwelle kommt Karis i2800 dadurch auf etwa 190 PS.Innenausstattung und einige Tuning-Teile hat Günter Kari bereits wieder auf Original zurückgerüstet. Für 2019 plant der Opel-Fan aus Bayern eine umfangreiche Restauration und in diesem Zuge einen weiteren Rückbau seines Super-Manta auf Original. Apropos Super-Manta: Streng genommen ist Karis Sechszylinder-Manta gar kein Manta. Das Sportcoupé, das Irmscher vor 40 Jahren anbot, war der i2800. Der basierte zwar auf dem Manta B. "Aber offiziell hieß das Auto nicht Manta", erklärt Günter Kari. Wenn er auf seinen Klassiker angesprochen wird, macht er sich daher gerne mal einen Spaß. "Boah ey, ein Manta!", lauten die Kommentare auf der Straße oft. Dann kurbelt Kari die Scheibe herunter und sagt grinsend: "Nein, das ist kein Manta." Und die Leute staunen wieder Bauklötze. Die Rückkehr der OpelgangDieser Rentner-Sierra hängt viele Neuwagen locker abDiese Autoklassiker gibt es für unter 5000 EuroMehr auf MSN

Quelle: https://www.msn.com/de-de/auto/oldtimer/von-diesem-super-manta-tr%C3%A4umten-alle-opel-fans/ar-BBOovMd?srcref=rss

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