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Umgebaute BMW R nineT Racer: Wenn Rocker in die Jahre kommen...

2018-10-19

Umgebaute BMW R nineT Racer Wenn Rocker in die Jahre kommen... Motorräder, die aussehen wie Rennmaschinen aus den Siebzigern, sind schwer angesagt. Doch die Kundschaft dafür ist nicht mehr die jüngste. Daraus hat ein Kölner Designer ein Geschäftsmodell gemacht. Motorradfahren liegt wieder im Trend. 2008 waren in Deutschland rund 3,57 Millionen Krafträder angemeldet, 2017 waren es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) schon 4,31 Millionen. Immer mehr Modelle und Typen buhlen um Käufer. Die Kunden werden allerdings älter - und bequemer. Gebückte Haltung und schleifende Knie auf dem Asphalt machen den Besitzern wenig Spaß. Sie wollen die Ausfahrt genießen und lassen sich ihr Hobby gerne etwas kosten. Das haben auch die Hersteller erkannt. Nach Café Racern und Scramblern bauen sie jetzt Bikes in Rennoptik von Superbikes der Siebzigerjahre. Unter anderem BMW mit der R nineT Racer, eine Maschine, die mindestens 13.450 Euro kostet und ein Ableger der erfolgreichen R nineT ist. Das Problem ist allerdings, dass sich die Maschine durch den langen, großen 17-Liter-Tank und den weit nach vorn positionierten Stummellenker eher unbequem und unhandlich fährt. Motorrad-Typen - eine Übersicht Café Racer sind Serienmotorräder, die zu Sechzigerjahre-Rennmaschinen modifiziert werden - mit tiefem Lenker, Startnummerntafeln und einer kleinen Sitzbank mit Höcker. Der Name stammt vom Ace Café in London, vor dem sich Rocker Anfang der Sechzigerjahre trafen und die Straßen in der Umgebung mit Motorradrennen unsicher machten. Scrambler sind die Vorläufer heutiger Enduros. Sie zeichnen sich durch grobstollige Reifen und einen hochgelegten Auspuff aus. Bei den Retrorennern handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Café Racer. Es sind Rennmaschinen mit Stummellenker,schmaler Verkleidung und Höckersitzbank. Der Unterschied zu Café Racern liegt vor allem in der filigranen Scheinwerferverkleidung. Die soll den Wind vom Fahrer abhalten, zwingt ihn aber zu einer Liegeposition. Der Kölner Motorraddesigner Jens vom Brauck wollte das nicht akzeptieren. Er kaufte sich privat eine BMW R nineT Racer und optimierte die Maschine so lange, bis sie sportlicher aussah und deutlich besser fuhr. Vom Brauck ist in der Szene kein Unbekannter: Seit mehr als 16 Jahren widmet er sich unter dem Namen JvB-Moto dem Tunen von Motorrädern, baute schon Maschinen und Prototypen für Ducati, Yamaha und MZ. Seine Philosophie: Motorräder leichter machen, überflüssige Teile entfernen und schwere Anbauteile ersetzen. Bisher widmete er sich Café Racern und Scramblern, nun folgte ein Retrorenner. Bei der nineT Racer soll es diesmal nicht bei einem Einzelstück bleiben Vergangenes Jahr nahm er sich im Auftrag von BMW eine R nineT Scrambler vor, stellte das Ergebnis auf internationalen Treffen und Messen aus. Als Einzelstück, nur fürs Auge. Aber seriennah genug, um zu zeigen, was Customizer aus der Scrambler herausholen können. Rund 20 Kilogramm weniger wiegt die 110-PS-Maschine nach seinem Umbau, sie fährt mit dem schmalen Tank und der schmalen Sitzbank direkter als das Serienmodell. Bei der nineT Racer soll es diesmal nicht bei einem Einzelstück bleiben, deshalb veränderte vom Brauck den Tank nicht, das wäre zu aufwendig gewesen. Dafür tauschte er den Lenker gegen einen höheren aus, rückte ihn näher zum Fahrer. Schon allein dadurch entschärfte er die vorher extreme Sitzposition. Dank eines neuen Hecks mit einer leicht höheren Einzelsitzbank rückt der Pilot weiter nach vorne, streckt sich weniger über den Tank und fährt entspannter. Die serienmäßige breite und dominante Abdeckung für den Luftansaugkanal formte der Designer dezenter. In der geänderten Scheinwerferabdeckung sitzt nun ein LED-Scheinwerfer mit Tagfahrleuchtring, das sogenannte Angel Eye. Im Heck befindet sich ein kleines Bremslicht und die Blinker stecken dezent an den Seiten. Dadurch wirkt die Racer schlanker und durchtrainierter. Rund zehn Kilogramm verlor die vorher rund 220 Kilogramm schwere Maschine nach der Überarbeitung. "Es ging mir aber nicht ums Gewicht, sondern um ein besseres Handling, eine bequemere Sitzposition und um ein filigranes Design", sagt Jens vom Brauck. Die Maschine kaufte er sich selbst bei einem Händler, nur um zu zeigen, dass aus dem großen Bike etwas Schlankeres entstehen kann. Fabian Hoberg Auffällige Frontleuchte - das sogenannte Angel Eye Etwa zwei Tage werden für den kompletten Umbau einer Maschine benötigt Trotz der Verkleidung wird die Racer aber keine reinrassige Rennmaschine. Entfernte Basis der nineT-Reihe ist die Reiseenduro GS. Eine Touringmaschine, die schon wegen des Kardanantriebs mehr wiegt als ein Motorrad mit Kette. Dafür arbeitet sie wartungsfrei, der bullige 1,2-Liter-Zweizylinder-Boxer bietet mit 110 PS und 116 Newtonmeter viel Leistung und Drehmoment. Aus dem Arrow-Exhaust-Auspuff entweichen die Abgase recht dominant, er ist lauter als das originale Bauteil. So wie vor 40 Jahren, als großvolumige japanische und italienische Maschinen den Motorradmarkt beherrschten. Sie setzten nicht nur auf mehr Leistung, sondern erstmals auf eine größere Verkleidung. Dazu zählten die Benelli 750 SEI, BMW R 90 S oder Ducati 900 SS. Und wie das in der Mode so ist: Alles kommt wieder. Die BMW Racer soll an den historischen Sportler R 90 S von 1973 erinnern, damals eines der schnellsten Serienmotorräder der Welt. Wenn der Fahrer durch die kleine Scheibe der Kanzel schaut, fühlt sich der Pilot wie bei der Tourist Trophy. Das Rennen auf der Isle of Man gilt als das Langstrecken-Motorradrennen der Welt, bei dem seit 1907 Rennfahrer um die Wette fahren. Seit 1911 starben 257 Piloten auf dem Kurs. "Die Tradition der Cafe-Racer mit Stummellenker stammt aus der Zeit, als es für Privatpersonen keine reinen Rennmaschinen zu kaufen gab. Mit ein paar Tuningteilen konnten sie ihre Maschinen an die ihrer Idole optisch anlehnen", sagt vom Brauck. Dass die Motorräder damit oftmals unhandlicher und unbequemer wurden, interessierte damals keinen - die Fahrer waren ja meist jung. Anlehnung an die Maschinen der späten Siebzigerjahre Heute ist das anders. Damit auch ältere Motorradfahrer in den Genuss einer bequemen Fahrt kommen, legt JvB-Moto die meisten Tuning-Teile für die BMW bald auf. Kunden können sie einzeln oder komplett bestellen und selbst an ihre Maschinen bauen. Etwa zwei Tage benötigen sie für den kompletten Umbau, Lackierung allerdings nicht eingerechnet. Bei der Radabdeckung aus Carbon steht noch nicht fest, ob vom Brauck sie in Serie produzieren kann. Doch auch mit Stummellenker, schmaler Verkleidung und Höckersitzbank sieht seine Version sportlich aus - fast schon wie die Maschinen der späten Siebzigerjahre.

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/jvb-moto-bmw-r-ninet-racer-wenn-rocker-in-die-jahre-kommen-a-1220934.html#ref=rss

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